Kann jeden treffen: Warum Amazon-Kunden jetzt verklagt werden

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Amazon-Kunden sehen sich plötzlich mit Mahnungen und Inkassoschreiben konfrontiert. Und das, obwohl sie sich nichts zuschulden haben kommen lassen. Was wie eine fiktive Geschichte klingt, ist bittere Realität und in Deutschland immer weiter verbreitet.
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Amazon-Betrug aufgeflogenBildquelle: Bing IC / Dall E 3

Was einige Amazon-Kunden gegenwärtig erleben, klingt im ersten Moment absolut surreal. Betroffene bestellen ein Produkt über Amazon, bezahlen es auf dem üblichen Weg und halten die Ware kurz darauf in den Händen. So weit, so unspektakulär. Doch einige Wochen später finden sie plötzlich eine Mahnung, ein Inkassoschreiben oder sogar eine Betrugsanzeige im Briefkasten. Und bei diesen handelt es sich ihrerseits keineswegs um Betrug – die Schreiben sind allesamt echt und sollten unbedingt ernst genommen werden. Wie das? Die Amazon-Nutzer fielen auf eine der perfidesten Maschen im digitalen Raum herein.

Simple Masche mit weitreichenden Folgen

Der sogenannte Dreiecksbetrug lässt sich ohne Vorkenntnisse nur schwer durchschauen. Das dürfte mit ein Grund dafür sein, dass die Masche gegenwärtig anscheinend an Popularität gewinnt. Erst kürzlich berichtete eine NDR-Reportage über den Dreiecksbetrug, und nun warnt auch das Cybersicherheits-Portal Watchlist Internet. Der Ablauf sieht dabei grundsätzlich wie folgt aus: In einem ersten Schritt kapern Cyberkriminelle die Konten von Amazon-Händlern oder erstellen eigene Händlerkonten – auch abseits von Amazon. Anschließend bieten diese Waren zu besonders verlockenden Preisen an. Wird ein solches Produkt bestellt, überweist der nichts ahnende Käufer den vereinbarten Geldbetrag samt Nutzerdaten an die Betrüger. Diese bestellen besagte Ware ihrerseits bei einem seriösen Online-Shop, nutzen hierfür jedoch die Daten des Opfers.

Und nun kommt der Haken: Bei den Bezahloptionen wählen die Täter „auf Rechnung“ aus, geben jedoch ihre eigene E-Mail-Adresse an. Wenn der Online-Shop die erste Rechnung digital übermittelt, ignorieren die Täter diese schlichtweg. Genauso wie etwaige Erinnerungen. Schlussendlich beauftragt der Online-Shop ein Inkassounternehmen oder schickt eine schriftliche Mahnung. Erst ab diesem Zeitpunkt bekommt das Opfer überhaupt mit, dass etwas nicht stimmt.

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So schützt du dich

Wer sich vor dem Dreiecksbetrug schützen möchte, sollte zunächst die Finger von unverhältnismäßig guten Angeboten lassen. Denn wie man es auch dreht und wendet, das neue Flaggschiff-iPhone wird niemals 300 Euro kosten. Darüber hinaus empfiehlt es sich, auf den Absender der Ware zu achten. Unterscheidet sich dieser von dem Onlinehändler, bei dem du das Produkt erworben hast, kann es sinnvoll sein, kurz nachzuhaken.

Solltest du bereits zu den Betroffenen gehören, gilt es, umgehend eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten – welche man anschließend dem Onlinehändler vorlegen kann. Diese zeigen sich oftmals kulant, gesetzlich sind sie jedoch nicht dazu verpflichtet. Eine weitere Maßnahme, die schnellstmöglich umgesetzt werden sollte, ist die Kontaktaufnahme zum Zahlungsdienstleister. Mit etwas Glück lässt sich der gezahlte Betrag zurückholen. Oftmals ist es dafür allerdings bereits zu spät. Denn der Dreiecksbetrug verschafft den Cyberkriminellen viel Zeit, um die eigenen Spure zu verwischen und den Geldfluss zu verschleiern.

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