Vodafone ändert Tarife für Bestandskunden: Die Kunden profitieren

4 Minuten
Diese Nachricht wird Vodafone-Kunden freuen: Bestandskunden müssen in einigen Fällen künftig zum Teil deutlich weniger zahlen. Das berichtet die WirtschaftsWoche. Doch es gibt Unklarheiten. Wir klären auf.
Mann mit einem Smartphone in der Hand vor einem Vodafone-Shop.
Mann mit einem Smartphone in der Hand vor einem Vodafone-Shop.Bildquelle: viewimage / ShutterStock.com

Es ist ein seit Jahren ärgerliches Phänomen: Wer sein neues iPhone oder das neue Samsung-Flaggschiff nicht direkt bar bezahlen kann, lässt sich auf einen Vertrag ein. Dann nämlich gibt es das Handy oftmals für nur 1 Euro – vermeintlich. Tatsächlich schlagen die Mobilfunkanbieter in der Regel einen nicht unerheblichen monatlichen Betrag auf die eigentliche Grundgebühr drauf. So zahlst du das Handy über die Laufzeit von zwei Jahren nach und nach ab. Bekannt ist das Verfahren als Subvention. Doch eine Subvention der Handys durch einen Vertrag gibt es faktisch schon lange nicht mehr. Im Gegenteil. In der Regel ist es unterm Strich günstiger, wenn man das neue Smartphone direkt mit einem Einmalkauf im freien Handel bezahlen kann. Denn was viele nicht wissen: Werden sie nach zwei Jahren nicht aktiv, laufen die hohen Kosten beim Mobilfunkanbieter weiter – obwohl das Handy längst abbezahlt ist. Ein satter Reingewinn für den Mobilfunker.

50.000 Vodafone-Kunden sollen bald weniger zahlen

Bisher hatte sich von den vier Netzbetreibern in Deutschland nur O2 von diesem Verfahren verabschiedet. Hier setzt man schon seit Jahren auf zwei getrennte Verträge: Einen Vertrag für den Tarif und einen nach zwei Jahren endenden Ratenzahlungsvertrag für das neue Handy. Nun wird auch Vodafone tätig, wie die WirtschaftsWoche berichtet. Im ersten Schritt betrifft diese Maßnahme aber nur 50.000 Kunden. Wie uns ein Vodafone-Sprecher bestätigte, schreibt der Netzbetreiber aktuell Kunden an, deren Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten jetzt endet. Ihnen wird mitgeteilt, dass sie auf einen SIM-Only-Vertrag umgestellt werden. Dieser ist – je nach Handy und Tarif – dann deutlich günstiger, da er keine zusätzlichen monatlichen Kosten für ein längst abbezahltes Handy mehr beinhaltet.

Der Vodafone-Sprecher teilte uns gegenüber mit, dass man den Prozess auch in den kommenden Wochen weiterführen wolle. Das heißt, wenn dein Vodafone-Vertrag im Mai oder Juni aus der Mindestlaufzeit fällt, sollte Vodafone dich über eine Änderung deiner monatlichen Kosten informieren. Solange du dann keinen neuen Vertrag abschließt oder ein neues – vermeintlich subventioniertes – Handy haben möchtest, zahlst du fortan weniger. „Die Umstellung erfolgt sukzessive für Kunden, die sich aktuell im 24. Vertragsmonat befinden und direkt über Vodafone vertraglich auch ein Smartphone beziehen“, so die Pressestelle schriftlich. Ob Unterscheidungen nach Tarifart oder Vertriebsweg vorgenommen werden, ließ Vodafone unkommentiert.

Auch, was mit Bestandskunden geschieht, die ihre Mindestvertragslaufzeit bereits hinter sich haben und noch die hohen monatlichen Kosten zahlen, ist offen. Auf unsere Nachfrage dazu hieß es: „Die Anpassungen gehen mit komplexen, systemischen Umstellungen einher. Wir beginnen mit der Umstellung bei den Kunden, die sich aktuell im 24. Vertragsmonat befinden. Unser perspektivisches Ziel ist es, das Abrechnungsverfahren nach und nach für weitere Kunden umzustellen.“ Hier sind Kunden also wohl gut beraten, sich selbst um eine Tarifanpassung oder einen Wechsel des Anbieters zu kümmern.

Ob mit oder ohne Handy: Tarif-Angebote von Vodafone

Das passiert bei der Telekom

Die Telekom hält indes zumindest aktuell noch an ihrem aktuellen Verfahren fest. Hier kannst du nach Ablauf des 24-Monatsvertrages bei Vertragsverlängerung oder Tarifwechsel ein neues, subventioniertes Smartphone erhalten. „Aber auch ein Wechsel in z. B. einen Flex-Tarif ohne Endgerät und Laufzeit ist dann jederzeit möglich“, bestätigte uns die Telekom auf Nachfrage. Wenn die Kunden später doch ein neues Handy wollen, können sie jederzeit wieder aus dem Flex-Tarif im Rahmen einer Vertragsverlängerung in einen Tarif mit Endgerät wechseln. Doch es bleibt dabei: Du musst selbst tätig werden, sonst laufen die hohen Kosten weiter.

Hier wirst du selbst Telekom-Kunde

Die Telekom verwies darauf, dass es bei der Zweitmarke Congstar seit einigen Jahren eine vom Handyvertrag losgelöste Smartphone-Finanzierung gebe. „Auf Wunsch lässt sich das neue Smartphone in 24 monatlichen Raten zahlen. Ein solches Modell ist auch für die Erstmarke MagentaMobil der Telekom ein Thema“, so ein Sprecher. Einen Zeitrahmen nannte er nicht. Die Möglichkeit, ein Handy zu mieten, hat Congstar zwischenzeitlich wieder abgeschafft.

Tarif-Deals von Congstar im Telekom-Netz

glyph-sponsored-shopping-venture glyph-sponsored-eye Über unsere Links

Mit diesen Symbolen kennzeichnen wir Partner-Links. Wenn du so einen Link oder Button anklickst oder darüber einkaufst, erhalten wir eine kleine Vergütung vom jeweiligen Website-Betreiber. Auf den Preis eines Kaufs hat das keine Auswirkung. Du hilfst uns aber, inside digital weiterhin kostenlos anbieten zu können. Vielen Dank!

Bildquellen

  • Telekom triumphiert, Vodafone verliert: So lief 2023 im Mobilfunk: DavideAngelini / ShutterStock.com
  • Mann mit einem Smartphone in der Hand vor einem Vodafone-Shop.: viewimage / ShutterStock.com

Jetzt weiterlesen

Telekom Magenta TV vs. Vodafone GigaTV: Fernsehtarife im Vergleich
Der TV-Markt ist in Bewegung, das Nebenkostenprivileg fällt und Telekom und Vodafone haben mit Magenta TV und GigaTV Alternativen zum TV-Empfang per Kabel und Satellit im Angebot. Beide Angebote gelten nicht nur für die eigenen Kunden. Doch welcher ist besser?

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein