Stiftung Warentest prüft Überwachungskameras: Nur zwei schützen private Daten gut

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Stiftung Warentest hat Überwachungskameras geprüft. Alle senden Videos und Alarme zum Smartphone, doch nur zwei der getesteten Modelle konnten mit einem guten Schutz der privaten Daten überzeugen. Die restlichen Testgeräte schnitten mit Beurteilungen von befriedigend bis hin zu ausreichend ab.
Stiftung Warentest prüft Überwachungskameras - Nur zwei schützen private Daten gut
Stiftung Warentest prüft Überwachungskameras - Nur zwei schützen private Daten gutBildquelle: Photo by Alan J. Hendry on Unsplash

Stiftung Warentest prüft Überwachungskameras. Obwohl alle Modelle Alarme und Videos zum Smartphone senden können, ist der Schutz von persönlichen Daten nicht bei allen gegeben. Einzig zwei Modelle des Anbieters Bosch konnten sich hier ein angemessenes Ergebnis sichern. Die restlichen Testmodelle verdienten sich Bewertungen von befriedigend bis ausreichend

Stiftung Warentest prüft Überwachungskameras – 18 IP-Überwachungskameras im Test

Erfreulich für den gesamten Testverlauf: Keines der getesteten Modelle schnitt in einer Gesamtbewertung schwächer als befriedigend ab. Insgesamt 10 der 18 Geräte konnten sich sogar ein gut als Qualitätsurteil sichern. Die höchste Gewichtung im Testurteil entfiel dabei auf die verbaute Kamera mit 50 Prozent Anteil an der Gesamtnote. Dicht gefolgt von der Handhabung, die zu 35 Prozent in die Gesamtnote einfloss. Der Basisschutz persönlicher Daten wurde mit 10 Prozent in der Beurteilung berücksichtigt. Den Stromverbrauch der Modelle rechnete man mit 5 Prozent in die Gesamtnote ein. Allerdings entfiel diese Prüfungskategorie für akkubetriebene Kameramodelle, die mit einem USB-Kabel zum Aufladen geliefert werden. Einige der Funktionen von getesteten Modellen sind zudem an den Abschluss eines kostenpflichtigen Abonnements geknüpft. Diese Bedingung floss nicht in die Testnote mit ein, entsprechende Preise wurden von den Testern jedoch aufgeführt.

Den Testsieger des Vergleichs, die Reolink Argus 3 Pro Überwachungskamera, bewerteten die Tester mit einem Qualitätsurteil von Gut (2,1). Die Ring Stick Up Cam Battery Gen3 schnitt als zweitgünstigstes Modell dabei nur wenig schlechter als der Testsieger ab. Sie konnte sich ein Gesamturteil von Gut (2,2) sichern. Unter den beiden Überwachungskameras mit gutem persönlichem Datenschutz schnitt die Bosch Eyes am besten ab. Ihr Testurteil fiel Befriedigend (2,6) aus.

Stiftung Warentest prüft Überwachungskameras: Diese Modelle lohnen sich für dich

Unter den insgesamt 18 getesteten IP-Überwachungskameras von Stiftung Warentest stechen einige hervor, die für den Schutz deines Zuhauses infrage kämen. Dabei kommt nicht nur der Testsieger selbst in Betracht, sondern auch weitere Modelle mit unterschiedlichen Vorzügen. Hier eine kurze Übersicht der vorgestellten Überwachungskameras.

  • Reolink Argus 3 Pro
  • Ring Stick Up Cam Battery Gen3
  • Bosch Eyes
  • TP-Link Tapo C310

Den Testsieger dieses Überwachungskameratests kannst du bereits für unter 150 Euro kaufen. Dazu ist die Reolink Argus 3 Pro sowohl mit 5 GHz WLAN als auch mit 2,4 GHz WLAN kompatibel. Im Gegensatz zu ihrem Vorgängermodell der Reolink Argus 3, die nur mit einem 2,4 GHz Netzwerk betrieben werden kann.

Dafür ist das Vorgängermodell jedoch rund 40 Euro günstiger. Im Test von Stiftung Warentest überzeugte sie mit einem Gesamturteil von Gut (2,1). Den größten Anteil an der Testnote haben hierbei ihre Kamera und Handhabung, die beide mit gut (1,9) bewertet wurden. Einzig der Basisschutz persönlicher Daten wurde mit befriedigend (3,5) beurteilt.

Reolink Argus 3 Pro
Reolink Argus 3 Pro

Was diese Überwachungskamera von anderen akkubetriebenen Kameramodellen unterscheidet, ist das Solarpanel, das ihr mitgeliefert wird. Im besten Fall soll es damit möglich sein, den Akku der Kamera direkt über das einfallende Sonnenlicht aufzuladen. Abhängig davon, wie viel Sonne jedoch im Gebrauch auf das Solarpanel trifft, kann eine Nachladung über das mitgelieferte USB-Kabel erforderlich sein. Im Gegensatz zu manchem Konkurrenzprodukt brauchst du zur Verwendung dieser Überwachungskamera kein kostenpflichtiges Abonnement. Zudem verfügt sie über eine Unterstützung für Alexa, sodass du sie per Sprachsteuerung nutzen kannst.

Ring Stick Up Cam Battery Gen3 – Preis-Leistungs-Tipp

Möchtest du eine adäquate Leistung zu einem bezahlbaren Preis, ist diese IP-Überwachungskamera für rund 80 Euro eine interessante Wahl. Ihr Qualitätsurteil fiel mit gut (2,2) nur minimal schlechter als das des Testsiegers aus. Und das, obwohl sie die zweitgünstigste Kamera im gesamten Test darstellt. Sowohl ihre Kamera als auch ihre Handhabung schnitten gut im Test ab. Einzig der Basisschutz persönlicher Daten wurde mit befriedigend (3,5) wie bei den meisten Geräten schlechter eingestuft. Im Gegensatz zum Testsieger ist für ihre Verwendung ein monatlicher Abopreis von rund 3 Euro notwendig. Sie ist per Sprachsteuerung mit Alexa bedienbar, sodass du jederzeit bequem einen Blick darauf werfen kannst, wer vor deiner Tür steht.

Ring Stick Up Cam Battery Gen3
Ring Stick Up Cam Battery Gen3

Bosch Eyes – bester Datenschutz unter den Überwachungskameras

Wenn dir bei der Benutzung einer Überwachungskamera der Schutz deiner privaten Daten der wichtigste Punkt ist, solltest du dir dieses Modell ansehen. Sie ist mit einem Einkaufspreis von knapp 200 Euro die teuerste der hier vorgestellten Geräte. Doch sie schneidet beim Datenschutz am besten ab. In ihrer Gesamtnote erzielte sie ein Ergebnis von befriedigend (2,6). Die Kamera selbst beurteilten die Tester mit gut (2,5). Handhabung und Stromverbrauch mussten sich jedoch ebenso mit einer Note von befriedigend (2,7 sowie 3,2) zufriedengeben. Ein kostenpflichtiges Abonnement musst du zu ihrer Verwendung nicht abschließen. Wer auf Sprachsteuerung Wert legt, kann auch dieses Modell über Alexa fernsteuern.

Bosch Eyes
Bosch Eyes

Trotz ihres geringen Preises von nur knapp 50 Euro konnte sich diese Überwachungskamera ein Qualitätsurteil von Gut (2,5) sichern. Siehst du dich daher nach einem günstigen Modell um, könnte sie deine ideale Wahl darstellen. Die Kamera selbst wurde mit befriedigend (2,6) beurteilt, während sich Stromverbrauch und Handhabung eine Bewertung von gut (2,5 sowie 2,2) verdienten.  Damit schnitt sie in der Gesamtbeurteilung sogar besser ab als die Bosch Eyes, kann jedoch nur mit befriedigendem Schutz persönlicher Daten (Note 3,5) punkten.

TP-Link Tapo C310
TP-Link Tapo C310

Zudem solltest du dir bei dem geringen Anschaffungspreis im Klaren sein, dass zur Nutzung aller Funktionen der Abschluss eines Abonnements erforderlich ist. Laut Tester ist der durchschnittliche Mindestmonatspreis für ein solches Abonnement knapp 3,50 Euro. Bei einer mehrjährigen Nutzung kann dieses Modell daher teurer für dich sein als die Investition in eine Kamera, die kein kostenpflichtiges Abo benötigt. Unter den vier vorgestellten Modellen ist diese Kamera die einzige, die neben einer Alexa-Integration auch mit dem Google Assistant kompatibel ist.

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3 KOMMENTARE

  1. Frei

    Normalerweise senden die Überwachungskamera die Bilder an einen fremden Server, der sich meistens in Ausland befindet.
    Dort könnten die Kamerainhaber und auch alle Besucher ausspäht werden.
    Die Serverbetreiber könnten die Bewegungsprofile alle Kamerainhaber ausschnüffeln. Dazu auch die Tagesabläufe die Tagesabläufedie Tagesabläufe, ob die z.B. geregelte Arbeit nachgehen, und Abends und Nachts brav zu Hause sind, oder umtriebig erst um 4:00 Uhr morgens nach Hause kommen.
    Zusätzlich können die Betreiber der Server, auch die Gesichtsbilder + die Namen + die Stimmmerkmale von allen Besucher ausschnüffeln.
    Auch die Bilder und Stimmprofile der Kamerainhaber, weil die meisten bei Inbetriebnahme die Cam selbst ausprobieren.
    Theoretisch könnten auch Reizwörter wie z.B.: Polizei / Gerichtsvollzieher / Bierlieferung / Escort Service / usw. automatisch ausgewertet werden.
    Durch Vernetzung von Gesichtsbilder oder Stimmmerkmalen könnten umfassende Netzwerke (wer mit wem) erstellt werden!
    Alle solche Daten könnten für gutes Geld weiterverkauft werden, an private Verwerter, aber auch an Schnüffler-Dienste! Diese illegalen Daten-Erlöse dürften den Gewinn von Kameraverkauf weit übersteigen!
    Daher dürften nach dem deutschen Datenschutzgesetz eigentlich solche Cams mit Server in Ausland illegal und verboten sein!
    Leider achtet niemand in Deutschland auf diese Datenschutzlücken! Auch die Betroffenen Kamerabetreiber nicht!
    Wahrscheinlich will der Gesetzgeber es nicht sehen, weil er für seine Schnüfflerdienste auch solche Daten missbraucht…

    Gut wären Cams, bei denen der Kunde selbst die IP von Server bestimmen kann, und zum Beispiel eigenen privaten Server mit VPN nutzt!
    Das müsste auch der Gesetzgeber als Voraussetzung festlegen, damit solche Cams in Deutschland / EU verkauft werden dürfen!
    Das müsste z.B. mit einer FRITZ!Box, und stromsparsamen PC oder Laptop zu Hause einfach zu realisieren sein.

    Kennt jemand Cams die das können, bzw. solche Lösungen???

    Das wäre eine edle Aufgabe gute Hacker, für möglichst viele Webcams, Hacks bereitzustellen die Änderung der IP-Adresse ermöglichen.ich

    Antwort
    • Frei

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      Die Diktiersoftware hat zu viele Fehler produziert.
      Version 2 ohne Fehler befindet sich unten.
      Leider hat die Kommentarfunktion hier, keine Option für Fehlerkorrektur, oder löschen von Kommentaren durch den Schreiber!

      Antwort
  2. Frei

    Normalerweise senden die Überwachungskamera die Bilder an einen fremden Server, der sich meistens in Ausland befindet.
    Dort könnten die Kamerainhaber und auch alle Besucher ausspäht werden.
    Die Serverbetreiber könnten die Bewegungsprofile alle Kamerainhaber ausschnüffeln. Dazu auch die Tagesabläufe, ob die z.B. geregelten Arbeit nachgehen, und Abends und Nachts brav zu Hause sind, oder umtriebig erst um 4:30 Nachts zu Hause sind.
    Zusätzlich können die Betreiber der Server, auch die Gesichtsbilder + die Namen + die Stimmmerkmale von allen Besucher ausschnüffeln.
    Theoretisch könnten auch Reizwörter wie z.B.: Polizei / Gerichtsvollzieher / Bierlieferung / Escort Service / usw. automatisch ausgewertet werden.
    Durch Vernetzung von Gesichtsbilder oder Stimmmerkmalen könnten umfassende Netzwerke erstellt werden!
    Alle solche Daten könnten für gutes Geld weiterverkauft werden, an private Verwerter, aber auch an Schnüffler Dienste! Diese illegalen Daten-Erlöse dürften den Gewinn von Kameraverkauf weit übersteigen!
    Daher dürften nach dem deutschen Datenschutzgesetz eigentlich solche Cams mit Server in Ausland illegal sein!
    Leider achtet niemand in Deutschland auf diese Datenschutzlücken! Auch die Betroffenen ausgeschiedene Falter nicht!

    Gut wären Cams, bei denen der Kunde selbst die IP von Server bestimmen kann, und zum Beispiel eigenen privaten Server mit VPN nutzt!
    Das müsste auch der Gesetzgeber als Voraussetzung festlegen, damit solche Cams in Deutschland / EU verkauft werden dürfen!
    Das müsste z.B. mit einer FRITZ!Box, und stromsparsamen PC oder Laptop zu Hause einfach zu realisieren sein.

    Kennt jemand Cams die das können, bzw. solche Lösungen???

    Das wäre eine edle Aufgabe gute Hacker, für möglichst viele Webcams, Hacks bereitzustellen die Änderung der IP-Adresse ermöglichen.

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