Seit dem 1. Januar kostet das Antennenfernsehen freenet TV im Monatsabo mehr. Wenn du private Sender über Antenne sehen willst, zahlst du ab sofort 9,49 Euro pro Monat statt bisher 7,99 Euro. Unterm Strich ist das ein Aufschlag von rund 19 Prozent. Die Erhöhung betrifft zunächst das klassische Monatsabo per Lastschrift. Wenn du freenet TV so nutzt, merkst du den Preiswechsel direkt bei der nächsten Abbuchung. Für Guthabenkarten ist die nächste Runde ebenfalls schon angekündigt: Im zweiten Quartal 2026 sollen auch sie teurer werden, konkrete neue Preise stehen dafür bisher aber nicht fest. Aktuell kostet sie noch 99 Euro für ein Jahr. Immerhin: Bestandskunden sollen ein Sonderkündigungsrecht haben.
Warum du für private HD-Sender weiter zahlen musst
Am Grundprinzip ändert sich nichts. Die öffentlich-rechtlichen Programme bekommst du über DVB-T2 weiterhin ohne Abo. Sobald es um die privaten Sender in HD geht, bleibt freenet TV ein Bezahlmodell. Genau dieses Modell gerät durch die neue Preisstufe noch stärker unter Druck – weil der Mehrwert für viele am Ende fast nur „privat in HD“ ist.
Gleichzeitig gab es aber vor wenigen Wochen eine Nachricht, die eher nach Stabilität klingt: Der Netzbetreiber Media Broadcast und RTL Deutschland haben die Zusammenarbeit bei der Verbreitung bis zum 31. Dezember 2030 vorzeitig verlängert. Damit bleiben acht RTL-Sender über freenet TV in HD verfügbar, darunter RTL, VOX, RTLZWEI, n-tv und NITRO.
Weshalb das Angebot trotz Vertrag bis 2030 wackelt
Ein Vertrag bis 2030 heißt nicht automatisch, dass auch die Kundenzahlen mitspielen. Schon jetzt sinkt die Zahl der zahlenden Abonnenten seit Jahren; zuletzt wurden 444.000 Kunden genannt. Dass die Nutzung von DVB-T2 laut Studien insgesamt zunimmt, hilft freenet TV nur bedingt – denn ein größerer Teil der Nutzung kann auch schlicht bei den frei empfangbaren Programmen stattfinden.
Die Preissteigerung dürfte dieses Problem verschärfen. Wer bisher schon überlegt hat, ob HD bei den Privaten den monatlichen Beitrag wert ist, bekommt jetzt einen zusätzlichen Grund zu kündigen. Der Anbieter begründet den Schritt mit gestiegenen Kosten, etwa bei Personal, IT, Lizenzen, Infrastruktur, Kundenservice und Abrechnung. Für dich zählt am Ende aber vor allem: Du zahlst mehr, ohne dass sich am Leistungsumfang sichtbar etwas verbessert.
Dazu kommt der mittelfristige Blick nach vorn: Ende 2030 laufen die Lizenzen für die genutzten Frequenzen aus. Dass der neue RTL-Vertrag ebenfalls bis Ende 2030 datiert, ist deshalb kein Zufall. Im Markt gilt als wahrscheinlich, dass das Spektrum danach anders genutzt wird – und dass neue Übertragungswege wie 5G Broadcast als Nachfolger diskutiert werden.
