O2 startet Optimierung: LTE- und 5G-Netz erhalten präzise Upgrades

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Immer mehr Menschen nutzen immer häufiger ihr Smartphone. Das stellt auch Netzplaner vor Herausforderungen. Bei Telefónica Deutschland will man jetzt mit Open RAN-Technik den steigenden Breitband-Bedarf im Mobilfunknetz bedienen - vordergründig in Innenstadtlagen.
Mobilufnk-Antenne vor blauem Himmel.
Bildquelle: Maxwell Ingham / Unsplash

Telefónica Deutschland hat in München eine Innovation im Mobilfunknetz gestartet. Als nach eigenen Angaben erster Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland setzt die Muttergesellschaft der Kernmarke O2 vor Ort jetzt Mini-Funkzellen mit Open RAN-Technik (ORAN) im Livebetrieb ein. Perspektivisch soll die Technologie nicht nur für höhere Bandbreiten sorgen, sondern auch die Kapazitäten erweitern. Es sollen also mehr Menschen zur gleichen Zeit schnell im O2-Netz mobil surfen können. Und zwar sowohl über LTE, als auch über 5G.

Mini-Funkzellen für mehr Bandbreite und Kapazität

Die neuen Mini-Mobilfunkzellen möchte Telefónica im O2-Netz dem Vernehmen nach primär an hochfrequentierten Plätzen im urbanen Bereich einsetzen. Etwa an öffentlichen Plätzen, die zum Verweilen einladen, entlang von Einkaufsmeilen oder auch an Bahnhöfen. Eben genau dort, wo kurzfristig zu Stoßzeiten oder sogar den ganzen Tag über mehr Kapazitäten benötigt werden. Anders als bei bisher verwendeter Mobilfunktechnik biete ORAN-Hardware die Möglichkeit, schnell(er) in das bestehende Handynetz integriert werden zu können. Die Mini-Funkzellen ergänzen dabei das auf den Dächern im Innenstadtbereich installierte LTE- und 5G-Mobilfunknetz.

München soll dabei nur der Anfang sein. Weitere Großstädte in Deutschland sollen folgen und ebenfalls die ORAN-Mini-Antennen bekommen. In einem ersten Schritt sorgt die neue Technik, die nicht größer als ein Schuhkarton ist, im sehr nahen Umfeld für Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s per LTE. Schon in Kürze will Telefónica die Small Cells aber auch für eine gezielte, punktuelle 5G-Versorgung einsetzen. Dabei schweben dem Netzbetreiber auch viel genutzte Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs als mögliche Einsatzorte vor.

Small Cell: Mini-Antennen für Erweiterung des O2-Netzes

Aus technischer Sicht benötigen die ORAN-Antennen neben einer Stromversorgung auch eine Anbindung per Glasfaser. In München erfolgt der Transport der Daten über die Glasfaser-Infrastruktur der Stadtwerke München und des lokalen Telekommunikationsunternehmens M-Net. Die Installation erfolgt zum Beispiel an einer Gebäudefassade. In München hat O2 den Startschuss jetzt in der Klenzestraße im Gärtnerplatzviertel feiern können. In den nächsten Wochen folgen weitere LTE-Installationen am Gärtnerplatz.

Open-RAN-Antenne in der Innenstadt von München an einer Hausfassade.
So sehen die Mini-Funkzellen mit Open RAN-Technik im O2-Netz aus.

Reine 5G Open RAN Mini-Funkzellen (5G Standalone) sollen im Verlauf des Jahres im Innenstadtbereich von München folgen. Die Premiere soll dabei im Bereich der Kaufinger Straße stattfinden. Also zentral zwischen Karlsplatz (Stachus) und Marienplatz. Im Zuge dieser Erweiterungen ist auch vorstellbar, bereits vorhandene Infrastrukturen der Stadtwerke München zu nutzen – wie unter anderem Haltestellen oder Stromverteiler.

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2 KOMMENTARE

  1. Mike

    Mein letzter Test mit einer O2 Karte brachte mir die Erkenntnis, das lediglich die Netzabdeckungskarte „frisiert“ wurde.
    In der Praxis leider noch zuviele Funklöcher insbesondere außerhalb der Städte. Wirklich schade, weil immer noch keine Alternative zu den D-Netzen.

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  2. Frei

    Telekom baut Pico- / Mini- Zellen in eigene Telefonsäulen an.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Small_Cell
    Minimale Kosten und Wettbewerbsvorteil, weil Antenen- Standort nicht teuer gemietet werden muss…

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