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Neue Tabelle zeigt, wer ab 2027 mehr Abzüge beim Lohn hat

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Gleiches Brutto, weniger Netto: Ab Januar steigen die Abzüge beim Lohn, für manche um mehr als 100 Euro im Monat. Beschlossen hat das die Regierung. Ob man selbst dazugehört, verrät eine Zahl, die auf jeder Gehaltsabrechnung steht. Wie hoch die Abzüge sind, zeigt unsere Tabelle.
Neue Tabelle zeigt, wer ab 2027 mehr Abzüge beim Lohn hat
Neue Tabelle zeigt, wer ab 2027 mehr Abzüge beim Lohn hatBildquelle: Blasius Kawalkowski / inside digital

Im Januar wird es auf manchen Gehaltsabrechnungen eine kleine Überraschung geben. Das Brutto bleibt gleich, die Steuerklasse auch, und trotzdem landet weniger auf dem Konto. Ein Fehler der Lohnbuchhaltung ist das nicht. Das Bundeskabinett hat es am 7. Oktober so beschlossen, und den Bundestag musste es dafür nicht fragen. Eine Verordnung reicht. Wen es trifft, entscheidet eine einzige Zahl auf der Abrechnung. Dazu muss man wissen, wie die Sozialversicherung rechnet.

Mehr Abzüge vom Gehalt

Sozialabgaben sind ein fester Prozentsatz vom Lohn, aber nicht von jedem Euro. Ab einer bestimmten Grenze ist Schluss, alles darüber bleibt beitragsfrei. Diese Grenze heißt Beitragsbemessungsgrenze. Man kann sie sich wie den Eichstrich am Bierglas vorstellen: Bezahlt wird bis zum Strich, der Schaum darüber geht aufs Haus.
Diesen Strich zieht die Regierung jedes Jahr ein Stück höher, passend zur Lohnentwicklung. Für 2027 rutscht er ungewöhnlich weit nach oben. In der Kranken- und Pflegeversicherung steigt die Grenze von 5.812,50 auf 6.375 Euro im Monat, ein Plus von 9,7 Prozent. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung geht es von 8.450 auf 8.850 Euro.

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Damit ist auch klar, wen es trifft: alle, die bisher mehr als 5.812,50 Euro brutto im Monat verdienen. Wer darunter liegt, merkt nichts, und Rentner bleiben fast immer außen vor. Für die große Mehrheit der Versicherten ändert sich laut Arbeitsministerium gar nichts. Das ist die gute Nachricht, mit einem bitteren Beigeschmack: Sie verdienen schlicht zu wenig, um betroffen zu sein.

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Was es kostet

Bei 6.000 Euro brutto sind es knapp 20 Euro mehr Abzüge im Monat. Ab 6.375 Euro greift der volle Aufschlag in Kranken- und Pflegeversicherung, dann sind es gut 59 Euro. Ab 8.850 Euro kommt die Rentenversicherung dazu: 101,74 Euro im Monat, gut 1.220 Euro im Jahr. Kinderlose zahlen wegen des Zuschlags in der Pflegeversicherung etwas mehr. Ein Teil davon kommt über eine etwas niedrigere Lohnsteuer zurück, weil höhere Sozialbeiträge das zu versteuernde Einkommen senken.

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Gutverdiener zahlen

Normal wäre ein kleinerer Sprung gewesen. Die Lohnentwicklung allein hätte die Grenze in der Krankenversicherung um 262,50 Euro angehoben. Obendrauf kommen 300 Euro, festgeschrieben im Spargesetz für die gesetzlichen Krankenkassen. Gutverdiener stopfen also das Kassenloch mit. Bei der Rente gibt es für das Geld immerhin etwas zurück: Höhere Beiträge bringen später mehr Rentenpunkte. In der Krankenversicherung gibt es für den Aufschlag keinen Cent mehr Leistung. Der Facharzttermin kommt nicht schneller.

Notausgang private Krankenversicherung?

Wer gut verdient, kann der gesetzlichen Kasse den Rücken kehren und sich privat versichern. Auch diese Grenze steigt, von 77.400 auf 84.150 Euro im Jahr. Wer 2027 neu wechseln will, braucht also deutlich mehr Gehalt. Die Tür bleibt offen, nur die Schwelle davor ist höher. Die Arbeitgeber zahlen ihren Anteil am Aufschlag noch einmal obendrauf. Freiwillig versicherte Selbstständige haben niemanden, der die Hälfte übernimmt. Bei ihnen steigt der Höchstbeitrag für Kranken- und Pflegeversicherung um rund 120 Euro im Monat.

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Was noch offen ist

Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen. Unsere Tabelle rechnet außerdem mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent. Der Schätzerkreis hält diesen Wert auch für 2027 für ausreichend, jede Kasse legt ihren Satz aber selbst fest. Wer in einer teuren Kasse steckt, zahlt mehr. Ganz verschont bleibt am Ende niemand. Wer unter der Grenze verdient, zahlt das Spargesetz an anderer Stelle: Die Zuzahlung in der Apotheke steigt ab Januar auf 7,50 bis 15 Euro pro Medikament.


Wer vor der Lohnabrechnung wissen will, was im Januar fehlt, liest es zuerst in unserem WhatsApp-Kanal life & money: neue Regeln zu Rente, Steuern und Abgaben. Kostenlos und beitragsfrei, ganz ohne Bemessungsgrenze.

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