Nächster Strom-Anbieter am Ende: Das betrifft hunderttausende Kunden

3 Minuten
Es nimmt kein Ende: Nachdem im Herbst schon mehrere kleine Stromanbieter die Segel streichen mussten, steht nun offenbar einer der großen Strom-Discounter Stromio mit mutmaßlich hunderttausenden Kunden vor dem Aus. Er kann seine Kunden nicht mehr beliefern.
Stromzähler misst den Stromverbrauch in kWh
Bildquelle: Lisa-S / Shutterstock.com

Wie die Wirtschaftswoche und die Nachrichtenagentur dpa heute übereinstimmend berichten, muss der Strom-Discounter Stromio seine Stromlieferungen in Deutschland mit sofortiger Wirkung einstellen. Der Grund: Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland haben die Verträge mit Stromio kurzfristig gekündigt. Seit Mitternacht kann Stromio nicht mehr auf die sogenannten Bilanzkreis-Verträge zugreifen. Diese sind aber erforderlich, um letztlich Strom auf der einen Seite an der Börse einkaufen zu können und diesen Strom letztlich zu den Stromio-Kunden zu bringen.

Aus für Strom-Anbieter Stromio: Das musst du jetzt tun

Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte ein Sprecher des Netzbetreibers 50Hertz, Stromio habe den Bilanzkreisverpflichtungen nach eigenen Angaben nicht mehr nachkommen können. Auch Aprion, TransnetW und Tennet hätten das bestätigt. Ob es sich dabei um finanzielle Defizite handelt oder letztlich kein Strom mehr eingekauft wurde, ist unklar.

Was bedeutet das Strom-Aus kurz vor Weihnachten für die Kunden?

Die schlechte Nachricht: Vom faktischen Aus von Stromio dürften mehrere hunderttausend Kunden betroffen sein. Zwar gibt es keine Kundenzahlen des Anbieters, doch Stromio war über lange Strecken stets einer der billigsten Anbieter bei einschlägigen Vergleichsportalen wie Check24 und Verivox. Da die meisten Kunden dazu neigen, den billigsten Anbieter zu wählen, ist eine hohe Zahl betroffener Kunden zu erwarten. Beim Verbraucherportal verbraucherhilfe-stromanbieter.de geht man sogar von 1 bis 2 Millionen Kunden aus.

Die gute Nachricht: Auch wenn der Ausfall von Stromio zwei Tage vor Weihnachten und damit zu einem massiv undankbaren Zeitpunkt kommt, steht kein Kunde zu Weihnachten ohne Strom da. Denn grundsätzlich fließt der Strom weiter. Vertraglich springt – in diesem Fall wohl rückwirkend – der örtliche Grundversorger ein. Das können beispielsweise die Stadtwerke deines Ortes oder ein anderer lokaler Stromversorger sein. Das Problem dabei: Oftmals sind die Preise in der Grundversorgung sehr hoch.

Pikant übrigens: Stromio gehört zum gleichen Firmen-Verbund wie Grünwelt und Gas.de. Hier wurden schon vor einigen Wochen die Lieferungen mit Gas von jetzt auf gleich eingestellt.

Was sollten Stromio-Kunden jetzt machen?

Es ist zu erwarten, dass du als Stromio-Kunde in den kommenden Tagen eine offizielle Info von Stromio und deinem neuen lokalen Stromanbieter bekommst. Den Strom bei deinem neuen Anbieter musst du natürlich bezahlen. Gleichzeitig solltest du dir aber dringend direkt einen neuen Anbieter suchen – oder zumindest den Tarif bei deinem lokalen Versorger wechseln.

Wichtig: Wechselst du den Tarif, gelten meistens längere Vertragslaufzeiten. Aus der Grundversorgung kannst du binnen 14 Tagen wieder herauswechseln. Willst du dich nicht selbst damit beschäftigen, kannst du einen Wechselservice beauftragen. Wir empfehlen dir beispielsweise unseren Partner-Dienst remind.me, der sich kostenlos um deinen Stromvertrag kümmert.

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10 KOMMENTARE

  1. Mike Kublank

    Hallo,
    Artikel sehr schlecht recherchiert. Wahrscheinlich nur Copy und Paste von einer anderen Quelle. Ein Netzbetreiber darf gar nicht Kunden mit Strom beliefern, dass ist immer der Grundversorger. Der Netzbetreiber ist für die Stromleitungen zuständig und aktuell sind aufgrund der stark gestiegenen Preise der Grundversorger günstiger.

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    • Blasius Kawalkowski inside digital Team

      Servus Mike. Danke für deine Kritik. Uns ist ein Fehler unterlaufen, den wir soeben verbessert haben. Wir wüschen dir fröhliche Weihnachten und schöne Festtage mit lieben Menschen.

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  2. Müller

    Das reihenweise Abschalten von Kraftwerken in D entspannt die Situation ganz sicher. Am 31.12.21 schaltet (D)Schlauland weitere ca. 8 Gigawatt Grundlast/Kohle und Kernkraft ab und hofft darauf, das der Wind pustet und Nachts die Sonne scheint.

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  3. C.h.

    Hier hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen: Netzbetreiber liefern keinen Strom, die sind nur für die Leitungen zuständig. Es springt immer der Grundversorger ein!

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  4. Strahli

    Lieber Nachts die Sonne scheinen als kohlekraftwerke weiter laufen zu lassen Herr Müller

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  5. Unbekannt

    Schön, wie gut hier recherchiert wurde. *Ironie aus*

    Es springt nicht der Netzbetreiber bei Insolvenz ein, sondern der Grundversorger. Grundversorger ist meist ein normaler Strom- oder Gaslieferant, welcher die meisten Haushalte in einer Region versorgt.

    Antwort
    • Blasius Kawalkowski inside digital Team

      Servus Unbekannter. Danke für deinen ironischen Kommentar. Uns ist ein Fehler unterlaufen, den wir soeben ausgebessert haben. Fröhliche Weihnachten und schöne Festtage.

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  6. Armin aus Marburg

    Hallo zusammen, das ist alles richtig schön was Ihr hier schreibt, aber nicht einer hat eine neue innovative Idee außerhalb von Windkraft und Solar! Also, die grauen Zellen angestrengt und mal was tolles neues in die Runde geworfen 🤔😁

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  7. Der Eine

    Klugscheißer mag keiner!Wenn jemandem ein Fehler auffällt und er dies meldet,ist es völlig in Ordnung.Aber den gleichen Fehler durch mehrere zu melden ist unnötig

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  8. CrazyFreak83

    100.000 Kunden… Ja ne is klar

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