Kommentar: Darum bist du mit Apple Pay & Google Pay im Urlaub verloren

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Die schönste Zeit des Jahres sieht im Jahr 2020 für die meisten etwas anders aus. Ostsee, Allgäu oder Spreewald statt Kanaren, Seychellen oder Karibik. Doch wer glaubt, im Urlaub problemlos mit dem Handy zahlen zu können, irrt.
Cash Only Schild
Bildquelle: bignai / Adobe Stock

Ausgerechnet dort, wo die meisten Touristen sind und sich die wenigsten Geldautomaten befinden, bist du ohne Bargeld oftmals verloren. Da können deine Kreditkarten noch so Schwarz oder Platin und dein Bezahl-Account auf Apple Pay oder Google Pay eingerichtet sein: Du wirst kein Essen und keine Ware bekommen. Denn ausgerechnet dort, wo sich zu normalen Zeiten nicht nur Deutsche, sondern auch ausländische Touristen aufhalten steht an fast jedem Fenster „nur EC-Karte“. Oft noch mit dem Hinweis „ab 30 Euro“.

Dabei hat man gerade in den Großstädten in den vergangenen Monaten den Weg weg vom Bargeld gefunden. Mehr und mehr nehmen selbst Bäcker und Kleingewerbe Kartenzahlungen an. Kontaktlos heißt das Stichwort. Schließlich tauschen Kunde und Angestellter so keine Gegenstände aus und berühren sich auch nicht.

Gebühren sind keine Begründung

Doch ausgerechnet dort, wo sich viele Fremde aus allen Teilen Deutschlands begegnen, verzichten die Gewerbetreibenden oftmals noch immer auf diese Form der Bezahlung. Zu verstehen ist das nicht. Denn inzwischen gibt es verschiedene Terminalanbieter, die sich explizit an das Kleingewerbe richten. Wer hier mit den entstehenden Gebühren argumentiert greift lediglich nach dem letzten Ausredenstrohhalm. Denn längst gibt es Anbieter, die keine Fixkosten und keine Event-Gebühr berechnen. Eingenommenes Bargeld muss auch zur Bank gebracht werden, kostet dort Gebühren und erhöht das Diebstahl-Risiko.

Das einzige Argument, dass man gelten lassen kann, ist eine fehlende Internetverbindung. Dann nämlich können die Terminals nicht online gehen und die Zahlung verifizieren. Die Orte in Deutschland, wo es weder DSL noch einen der drei Mobilfunkanbieter mit LTE gibt, sind inzwischen jedoch übersichtlich.

Restaurants ohne Kartenzahlung schaufeln sich ihr eigenes Grab

Wenn allerdings die Gastronomen und Einzelhändler so weiter machen, so schaufeln sie sich ihr eigenes Grab. Denn jene Kunden, die es aus der Heimat gewohnt sind, nur noch digital zu zahlen, suchen sich andere Läden oder gar andere Orte zum Urlaub machen. Das kann nicht im Sinne der ohnehin schon gebeutelten Gastronomie sein.

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9 KOMMENTARE

  1. Richtig so: wer kein Apple Pay / digitale Zahlung annimmt, macht mit mir (und zunehmend mehr Leuten, glücklicherweise) eben keinen Umsatz! Dann fuck you 🖕🏻 und fress deinen scheiss selber!

  2. Ist auch wieder so typisch deutsch: ich will die Übersicht behalten.. und solche nicht-Argumente: ich kann in der wallet App und in der dazugehörigen jeweiligen Kreditkarten App monatelang zurück scrollen, was ich ausgegeben habe; bei Bargeld schlecht möglich. Und wer sich nicht unter Kontrolle hat, kann auch mit Bargeld das Konto überziehen…
    Ach ja, und natürlich ist alles was neu ist , ja sowieso schlecht oder gefährlich… 🤯 wobei neu..Apple pay gibts seit dem iPhone 6… nur halt nicht in old f*cking Germany… wird wohl seinen Grund haben.

  3. Ich denke der Hauptgrund dürfte sein, das man nur mit Bargeld schön an der Kasse und Steuer vorbei verkaufen kann. Gerade in der Gastronomie wird die Bonpflicht nicht ernst genommen, weil sie auch Niemand kontrolliert.

  4. Genau so erst erlebt bei einem Wochenendtrip nach Rügen (im Januar). Kaum etwas bot Kartenzahlung an – ich habe allerdings quasi nie Bargeld bei mir. Macht für mich im Alltag keinen Sinn mehr. Zwei Restaurants und drei Bäcker warens insgesamt, bei denen wir an der fehlenden Kartenzahlung gescheitert sind. Zum Glück gab’s jeweils Alternativen – Brötchen vom Rewe, alternatives Restaurant, mit Kartenzahlung. Sehr wunderlich tatsächlich.

  5. In dem Artikel wird nicht ein Ort genannt an dem das beobachtet wurde oder ob es überhaupt eigene Erfahrung sind, so ist lediglich eine Behauptung. Das ist doch kein Journalismus.

  6. Die Überschrift hat mich verwirrt. Ich mache schon seit Ewigkeiten keinen Urlaub in Deutschland mehr und hatte für einen Moment vergessen, dass man dieses Wort im Zusammenhang mit Deutschland überhaupt verwenden kann. Andere Regionen sind da zum Glück (kunden)freundlicher. Da gebe ich mein Geld lieber aus, als mich hierzulande von missmutigen Kassierern anpflaumen zu lassen (davon habe ich im Alltag schon genug).

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