Auto-Riese verzweifelt: Kommt der große China-Pakt?

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Stellantis unter Druck: Um den drohenden Kollaps in Europa abzuwenden, erwägt der Autogigant riskante Deals mit chinesischen Rivalen. Es ist ein verzweifelter Balanceakt zwischen technologischem Überleben und dem Ausverkauf europäischer Identität. Ein Beben, das die Branche spaltet.
Autos von Stellantis auf einem Parkplatz.
Marken wie Peugeot könnten vor einer interessanten Zukunft stehen – mit chinesischen Tech-Konzernen im Hintergrund.Bildquelle: ShutterStock.com / meowKa

Der Schock war groß, als Stellantis zuletzt einen schwindelerregenden Verlust kommunizieren musste. Der französische Autobauer, Muttergesellschaft bekannter Marken wie Opel, Peugeot oder Fiat, kommt auch deswegen offenbar nicht um ganz neue Gedankenspiele herum. Die sehen vor, in Europa deutlich enger mit chinesischen Marken zu kooperieren. Im Segment kleiner Autos ist das keine ganz neue Idee. Denn mit Leapmotor hat sich Stellantis bereits auf eine enge Kooperation verständigt. Doch jetzt gehen die Planungen wohl noch viel weiter, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

Stellantis denkt über engere Zusammenarbeit mit China-Herstellern nach

Demnach stellt Stallatins seine Investitionen in Europa auf den Prüfstand. Ein Plan sehe vor, dass chinesische Wettbewerber wie Xiaomi oder Xpeng in lokale Marken investieren könnten. Bei ersten, bereits angelaufenen Gesprächen sei es beispielsweise um den Erwerb von Anteilen an Maserati gegangen, heißt es. Außerdem sei laut namentlich nicht genannten Insidern Teil der Gespräche gewesen, ob Xiaomi und Xpeng auf Produktionskapazitäten in Europa zugreifen könnten. Das würde einerseits die Stellantis-Werke stärker auslasten und Geld in die klammen Kassen spülen. Andererseits würde es den chinesischen Wettbewerbern aber auch die Möglichkeit bieten, hohe Zölle zu umgehen. Denn jedes Auto, das in China gebaut und auf den europäischen Markt exportiert wird, wird mit Zöllen von bis zu 45 Prozent belegt, um die hiesige Industrie und die damit verbundenen Arbeitsplätze zu schützen.

China hilft seinen E-Auto-Startups

Das chinesische Automarken so erfolgreich sind, hängt einerseits mit einem umfangreichen Know-how in der Batteriefertigung zusammen. Unternehmen wie BYD investieren viel Geld, um E-Autos zu bauen, die nicht nur auf höhere Reichweiten kommen, sondern auch deutlich schneller als bisher wieder aufladbar sind. Teil der Wahrheit ist aber auch, dass der chinesische Staat seine E-Auto-Marken mit massiven Finanzspritzen fördert. Ein echter Vorteil gegenüber westlichen Marken, die dem immer intensiver werdenden Wettbewerb trotzen müssen. Gerade deswegen schützt sich die EU mit hohen Zöllen.

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