Ein verwackeltes Urlaubsfoto aussortiert, beim Aufräumen einmal zu schnell getippt: Bisher war das bei Google Fotos kein großes Problem. Wer seine Bilder in der Cloud sichert, hatte nach dem Löschen satte zwei Monate Zeit, um den Fehler zu bemerken. Diese Schonfrist hat Google jetzt drastisch verkürzt.
Aus zwei Fristen wird eine
Bislang galt in Google Fotos eine Zweiteilung. Bilder und Videos, die mit deinem Google-Konto synchronisiert waren, blieben nach dem Löschen 60 Tage im Papierkorb. Für Aufnahmen, die nur lokal auf einem Smartphone mit Android 11 oder neuer lagen, waren es schon immer 30 Tage.
Diese Unterscheidung gibt es künftig aber nicht mehr. In der englischsprachigen Hilfe von Google Fotos nennt Google inzwischen für beide Fälle dieselbe Frist von 30 Tagen. Die Hilfeseiten für Android sowie für iPhone und iPad weisen die neue Regel gleichermaßen aus. Betroffen sind also nicht nur Android-Nutzer, sondern alle, die Google Fotos mit aktivierter Sicherung verwenden.
Vollkommen überraschend kommt der Schritt übbrigens nicht. Android Authority hatte schon im August im Code der App Hinweise auf die kürzere Frist entdeckt. Mittlerweile informiert Google seine Nutzer zusätzlich per Hinweis direkt in der App über die Umstellung.
Warum ein falscher Tipp jetzt schwerer wiegt
Und die Änderung kann Folgen haben. Löschst du ein gesichertes Foto in Google Fotos, verschwindet es nicht nur aus der Cloud. Es wird auch auf allen anderen Geräten entfernt, auf denen Google Fotos mit aktiver Sicherung läuft, etwa auf deinem Tablet oder einem Zweit-Smartphone. Eine Kopie als Rettungsanker bleibt dann nicht zurück.
Auch Google Takeout hilft nach Ablauf der Frist nicht weiter. Was endgültig gelöscht ist, lässt sich laut Google selbst über den Datenexport nicht mehr zurückholen.
Ein weiterer Stolperstein ist ein voller Papierkorb. Fragt dich die App beim Löschen direkt, ob du Inhalte endgültig entfernen willst, bleibt nicht mehr viel Spielraum. Bestätigst du das, sind die Bilder sofort und ohne jede Rettungsfrist weg. Willst du die Möglichkeit zum Wiederherstellen behalten, musst du vorher den Papierkorb leeren.
So holst du gelöschte Fotos zurück
Solange ein Bild noch im Papierkorb liegt, ist die Rettung schnell erledigt:
- Öffne die Google-Fotos-App.
- Tippe unten auf „Sammlungen“ und anschließend auf „Papierkorb“.
- Halte das gewünschte Foto oder Video gedrückt, um es auszuwählen.
- Tippe auf „Wiederherstellen“.
Am Computer findest du den Papierkorb hinter deinem Account-Login unter photos.google.com/trash.
Tipp: Archivieren statt löschen
Bist du dir bei einem Bild unsicher, musst du es nicht gleich löschen. Google Fotos bietet dafür ein Archiv. Archivierte Aufnahmen verschwinden aus der normalen Fotoansicht, bleiben aber in Alben, in der Suche und in den Ordnern auf deinem Gerät erhalten, und zwar ohne Ablaufdatum. Speicherplatz sparst du so allerdings nicht.
Google gleicht Google Fotos an andere hauseigene Dienste an. Auch in Gmail und Google Drive wird der Papierkorb nach 30 Tagen automatisch geleert. Aus Nutzersicht bleibt es trotzdem eine Verschlechterung. Ein Monat reicht zwar meist, um einen Fehlgriff zu bemerken. Wer aber nach Urlauben oder Familienfeiern großzügig aussortiert und erst Wochen später merkt, dass ein bestimmtes Bild fehlt, hat jetzt deutlich weniger Spielraum. Nach größeren Aufräumaktionen lohnt sich deshalb ein zeitnaher Blick in den Papierkorb.
