Die LED-Reihe vorn, die Buchsen hinten, das Kabelbündel dahinter. So sah eine FritzBox jahrelang aus. Damit ist jetzt Schluss. Bei der neuen FritzBox, die Fritz in dieser Woche auf der IFA in Berlin erstmals zeigt, sitzen alle Anschlüsse auf der Unterseite. Die Kabel laufen verdeckt im Gehäuse. Zur Bedienung bleiben eine Taste und eine LED. Mehr nicht.
Neues Design: Angekündigt war das seit einem Jahr
Überraschend kommt der Schritt nicht. Auf der IFA 2025 hatte Fritz-Chef Jan Oetjen erklärt, dass sein Unternehmen an einer neuen Bauform arbeitet. Man untersuche gerade, wo Kunden ihre Router hinstellen. Vielen sei wichtig, das Gerät aufhängen zu können. Und niemand solle in Versuchung geraten, den Router im Schrank zu verstecken, weil das WLAN darunter deutlich leidet. Genau darauf zahlt das neue Gehäuse ein.
Weil die Buchsen nach unten wandern, sitzen die 11 Antennen im oberen Teil des Gehäuses. Die Sendeleistung soll dadurch gleich bleiben, egal ob die Box im Regal steht, auf dem Boden liegt oder an der Wand hängt. Gekühlt wird passiv, einen Lüfter gibt es nicht. Die Wandhalterung passt trotz neuer Form laut Hersteller auf die Bohrlöcher der weit verbreiteten FritzBox 7590.
Auch der Name folgt einer neuen Logik
Bisher stand die erste Ziffer für die Anschlussart. 7 für DSL, 6 für Kabel und Mobilfunk, 5 für Glasfaser. Künftig steht die Anschlussart ausgeschrieben vorn, danach folgt die Zahl. Damit gelingt Fritz eine echte Überraschung, denn mit dem Namen FritzBox DSL/Fiber 7-90 hatte wohl kaum jemand gerechnet. Wie setzt sich der Name zusammen? Die 7 in DSL/Fiber 7-90 meint nicht mehr DSL, sondern Wi-Fi 7. Die 90 steht für die Baureihe.
Die Ausstattung der FritzBox DSL/Fiber 7-90
- Glasfaser: GPON mit bis zu 2,5 GBit/s, AON mit bis zu 1 GBit/s, am externen Glasfasermodem (ONT) bis zu 2,5 GBit/s
- DSL: bis zu 300 MBit/s per Supervectoring 35b
- WLAN: Triband-Wi-Fi-7 mit bis zu 12,2 GBit/s brutto, davon 5.760 MBit/s auf 6 GHz, 5.760 MBit/s auf 5 GHz und 688 MBit/s auf 2,4 GHz, inklusive MLO für die gleichzeitige Nutzung mehrerer Bänder
- LAN: ein 2,5-Gigabit-WAN/LAN-Port, ein 2,5-Gigabit-LAN-Port, zwei Gigabit-LAN-Ports
- ein USB-Anschluss für Speicher und Drucker
- Telefonie über DECT, IP/SIP und einen analogen Anschluss
- Smart Home über DECT ULE und Zigbee
- 11 Antennen, passive Kühlung, 12 Watt mittlere Leistungsaufnahme
- FritzOS 8.50 mit VPN, Kindersicherung, Mediaserver, FritzNAS und Gastzugang
Einen 10-Gigabit-Port hat die neue FritzBox nicht. Am Anschluss selbst wäre er auch sinnlos, weil GPON bei 2,5 GBit/s endet. Im Heimnetz sieht es anders aus: Wer Daten schnell auf ein NAS schieben will, findet 10 GBit/s bei Fritz weiter nur an anderen Modellen, an der Glasfaser-FritzBox 5690 XGS und 5630 XGS und an der modemlosen FritzBox 4690.
Bleibt die Frage nach dem Preis. Die beantwortet Fritz nicht, und einen Termin für den Marktstart nennt der Hersteller ebenfalls nicht. Das sind wir von Fritz gewohnt. Angesichts dessen, dass die auf der IFA 2025 erstmals gezeigte Kabel-FritzBox 6690 Pro jetzt zur IFA 2026 tatsächlich auf den Markt kommt (429 Euro UVP), kann man erwarten, dass wir zur IFA 2027 das tatsächliche Modell im Handel sehen. Dann wird allerdings schon Wi-Fi 8 als Standard verfügbar sein. Erste Router mit dem Draft-Standard werden schon jetzt angekündigt.
