Großer E-Auto-Crash: Dutzende Hersteller vor dem Aus

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Analysten sagen für 2026 einen dramatischen Umbruch im chinesischen Elektroauto-Sektor voraus. Während der Boom der vergangenen Jahre primär durch starke Nachfrage und staatliche Subventionen angetrieben wurde, stehen nun zahlreiche Hersteller vor existenziellen Problemen.
E-Auto an einer Ladesäule
Der Markt für E-Autos kommt in Bewegung - aber anders als gedacht.Bildquelle: Gemini

Marktbeobachter erwarten, dass die Gesamtverkäufe in China erstmals seit 2020 sinken könnten, was für viele kleinere Anbieter fatal ist. Ein zentraler Grund für den drohenden Einbruch ist der Rückgang staatlicher Unterstützungen. Die hochvolumigen Subventionen und Steuervergünstigungen, die über Jahre hinweg den Absatz von Neuwagen mit Elektro- oder Hybridantrieb beflügelt haben, laufen teilweise aus oder werden reduziert. Die chinesische Regierung will erst in den kommenden Wochen entscheiden, ob ein Eintauschbonus weiter gezahlt wird, der Käufern beim Austausch alter gegen neue Fahrzeuge zugutekommt. Ohne diese Prämien dürften weniger Käufer zu Elektroautos greifen.

Überkapazitäten in chinesischen E-Auto-Werken

Zugleich sind die Produktionskapazitäten in China deutlich höher als die tatsächliche Nachfrage. Branchenkreise schätzen, dass die Fabriken theoretisch bis zu 50 Millionen Fahrzeuge pro Jahr fertigen könnten, tatsächlich aber nur rund 33 Millionen Fahrzeuge abgesetzt werden. Der Überhang an Kapazitäten verschärft den Wettbewerb und den Preisdruck. Firmen, die monatlich weniger als 1.000 Einheiten verkaufen, könnten gezwungen sein, den Markt zu verlassen. Oder ihre Produktion stark zu drosseln, heißt es in chinesichen Medienberichten.

Branchenweit rechnen Experten damit, dass nur etwa zehn Prozent der derzeitigen Anbieter langfristig profitabel bleiben. Viele kleine Start-ups ohne starke Finanzmittel oder wettbewerbsfähige Produktpaletten stehen vor dem Aus. Gleichzeitig drängen etablierte Konzerne wie BYD, Geely und NIO mit größeren Produktionsvolumen und internationaler Ausrichtung in Positionen, die sie auch in einem schrumpfenden Heimatmarkt stabilisieren können.

Export als Heilsbringer?

Während der Absatz in China langsam abflacht, versuchen einige Hersteller, durch Exportwachstum die Schwäche im Inland auszugleichen. Größere Marken verzeichnen steigende Auslandsverkäufe, insbesondere in Europa und Südostasien, wo sie oft höhere Margen erzielen können. Allerdings bleibt der internationale Markt für viele kleinere Hersteller keine verlässliche Rettung: Die Konkurrenz ist auch dort hoch, und die Transport- sowie Logistikkosten belasten die Bilanz.

Ein weiteres strukturelles Problem ist der zunehmende Wettbewerb innerhalb Chinas selbst. Während Branchengrößen wie BYD zwar expandieren, ist ihr Wachstum im Inland zuletzt spürbar langsamer geworden. Und selbst Spitzenmarken berichten von Absatzeinbrüchen in manchen Monaten. Gleichzeitig verlieren US- und europäische Hersteller wie Tesla, BMW und Mercedes immer mehr Marktanteile in China. Auch das verändert die Dynamik des Sektors weiter.

Veränderungen auf dem E-Auto-Markt sind wahrscheinlich

Die kommenden Monate gelten daher als entscheidend für die Zukunft der chinesischen Elektroautoindustrie. Ohne Innovation, Kosteneffizienz und eine Neuausrichtung auf profitablere Märkte droht vielen Anbietern das Aus – 2026 könnte als Jahr der großen Konsolidierung in die Geschichte der E-Mobilität eingehen.

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