Bundesamt warnt: Wer diese 3-Stunden-Regel ignoriert, riskiert seine Gesundheit

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Ein Topf steht noch auf dem Herd, das Essen ist fertig, gegessen wird später. Klingt harmlos, kann aber zum echten Gesundheitsrisiko werden. Eine einfache Zeitregel entscheidet darüber, ob dein Essen sicher bleibt oder problematisch wird.
Bundesamt mahnt - diese 3-Stunden-Regel sollten auch Hobbyköche beherzigen
Bundesamt mahnt - diese 3-Stunden-Regel sollten auch Hobbyköche beherzigen Bildquelle: Vitor Monthay/Unsplash

Vielleicht kennst du das: Du kochst vor, lässt das Essen noch etwas stehen oder hältst es warm, weil der Hunger später kommt oder du eben noch auf andere Haushaltsmitglieder wartest. Praktisch, klar. Doch genau diese Routine kann zum unsichtbaren Problem werden. Denn Hitze allein schützt nicht automatisch vor Keimen. Im Gegenteil, manchmal hilft sie ihnen sogar.

Warum Warmhalten gefährlicher ist, als du denkst

Gekochtes Essen wirkt sicher. Schließlich wurde es erhitzt. Doch genau nach dem Kochen beginnt ein kritischer Abschnitt. Zwischen 10 und 60 Grad Celsius fühlen sich viele Bakterien besonders wohl. In diesem Temperaturbereich vermehren sie sich rasant. Wenn Speisen über längere Zeit nur lauwarm bleiben, entsteht eine perfekte Brutstätte. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt deshalb ausdrücklich vor falschem Warmhalten. Untersuchungen zeigen, dass selbst scheinbar harmlose Gerichte wie Nudeln oder Reis problematisch werden können. Vor allem dann, wenn sie über Stunden auf dem Herd oder im Warmhaltemodus stehen.

Die 3-Stunden-Regel, die du kennen solltest

Die wichtigste Vorgabe ist überraschend simpel. Gekochte Speisen dürfen maximal drei Stunden warmgehalten werden. Und das auch nur, wenn sie dabei konstant heiß bleiben. Die empfohlene Mindesttemperatur liegt bei 60 Grad Celsius. Noch sicherer sind 65 Grad, damit auch kühlere Stellen im Gericht diese Schwelle erreichen. Nach drei Stunden ist Schluss. Egal wie gut es riecht oder aussieht. Wird diese Zeit überschritten, steigt das Risiko für Lebensmittelinfektionen deutlich. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind typische Folgen. Das ist keine Panikmache, sondern ein immer wieder bestätigter Befund aus Untersuchungen.

Bundesamt warnt, wer diese 3-Stunden-Regel ignoriert, riskiert seine Gesundheit
Bundesamt warnt, wer diese 3-Stunden-Regel ignoriert, riskiert seine Gesundheit

Reis und Nudeln sind besonders heikel

Gerade Stärkeprodukte gelten als unterschätztes Risiko. Reis und Nudeln enthalten häufig Sporen von Bacillus cereus. Diese überleben sogar das Kochen. Wenn das Essen danach zu langsam abkühlt oder lange warmgehalten wird, können die Bakterien Giftstoffe bilden. Besonders bekannt ist das sogenannte Fried Rice Syndrome. Dabei entstehen Toxine, die starkes Erbrechen auslösen können. In sehr seltenen Fällen kommt es sogar zu schweren Komplikationen wie Leberschäden, in Ausnahmefällen sogar zu Todesfällen. Wichtig zu wissen ist aber auch: Reste sind nicht grundsätzlich gefährlich. Entscheidend ist, wie du damit umgehst.

So kühlst du Essen richtig ab

Die 3-Stunden-Regel gilt nur für das Warmhalten. Wenn du Essen aufbewahren möchtest, solltest du genau das Gegenteil tun. Schnell abkühlen. Große Mengen am besten auf mehrere kleine Gefäße verteilen. Dadurch verliert das Essen schneller Hitze. Sobald es handwarm ist, gehört es in den Kühlschrank. Dort idealerweise an die kälteste Stelle. Je schneller du den kritischen Temperaturbereich verlässt, desto geringer ist das Risiko, dass sich Keime vermehren. Abgedeckt halten sich gekochte Speisen meist zwei bis drei Tage, Fisch und Fleisch etwas kürzer.

Beim Aufwärmen keine halben Sachen machen

Auch beim erneuten Erhitzen zählt Konsequenz. Suppen, Eintöpfe, Reis oder Nudeln sollten vollständig durcherhitzt werden. Als Richtwert gelten mindestens 70 Grad Celsius über mehrere Minuten. Nur so werden mögliche Keime zuverlässig unschädlich gemacht. Kurz gesagt: Warmhalten ist riskanter als viele denken. Wer die Zeit im Blick behält und Temperaturen ernst nimmt, kann jedoch ganz entspannt vorkochen und genießen. Dein Magen wird es dir danken.

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