Du kennst das: Ein schneller Einkauf nach Feierabend, ein paar Artikel, eigentlich perfekt für die Selbstbedienungskasse. Doch statt Piepsen und Bezahlen wartet ein gesperrter Bildschirm. Genau dieses Szenario erleben aktuell viele Kundinnen und Kunden in einzelnen Rewe-Märkten und reiben sich verwundert die Augen.
Wenn die SB-Kasse Pause macht
In Plettenberg sind die Selbstbedienungskassen seit Wochen nur eingeschränkt nutzbar. Meist funktionieren sie nur zwischen 9 und 18 Uhr und selbst dann oft nur, wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter direkt danebensteht. Frühmorgens oder spätabends? Fehlanzeige. Die Terminals bleiben schlicht abgeschaltet. Für dich bedeutet das: Der vermeintlich schnellste Weg zur Kasse ist plötzlich versperrt. Wer nur eine Kleinigkeit kaufen will, landet wieder in der klassischen Schlange. Das fühlt sich an, als würde dir jemand den Expressknopf wieder abmontieren.
Rewe spricht von Organisation, nicht von Rückschritt
Der Konzern Rewe betont, dass es sich nicht um eine bundesweite Maßnahme handelt. Die Nutzung von SB-Kassen sei grundsätzlich nicht pauschal eingeschränkt, sondern werde je nach Standort geregelt. In Plettenberg spreche man von einer „standortspezifischen Organisation des Kassenbereichs“. Konkret heißt das: Die Marktleitung koppelt den Zugang zu den Selbstbedienungskassen an die Verfügbarkeit von Personal. Ohne Aufsicht kein Scannen. Offiziell verkauft Rewe das als Service. Mitarbeitende sollen helfen, Fragen klären und für einen reibungslosen Ablauf sorgen.
Die Diebstahlfrage schwebt im Raum
Spannend wird es dort, wo Rewe ausweichend bleibt. Auf die Frage, ob steigende Diebstahlquoten der eigentliche Grund für die Einschränkungen sind, gibt es kein klares Ja – aber auch kein Nein. Stattdessen verweist das Unternehmen erneut auf „betriebliche Erfordernisse“. Für dich als ehrliche Kundin oder ehrlichen Kunden fühlt sich das schnell ungerecht an. Der Verdacht liegt nahe, dass ein paar schwarze Schafe dafür sorgen, dass alle anderen mit Einschränkungen leben müssen. Ein offenes Dementi hätte hier für Klarheit sorgen können, bleibt aber aus.
Praktisch gedacht, unpraktisch umgesetzt?
Ironischerweise zieht Rewe insgesamt ein positives Fazit aus den SB-Kassen. Viele Kundinnen und Kunden würden die schnelle Abwicklung und die zusätzliche Wahlmöglichkeit schätzen. Als Ergänzung zur klassischen Kasse hätten sich die Terminals bewährt. Das klingt logisch, beißt sich aber mit dem Alltag. Denn eine Funktion, die nur zeitweise verfügbar ist, verliert ihren größten Vorteil. Selbstbedienung lebt von Spontanität und Tempo. Wenn du erst prüfen musst, ob gerade „SB-Zeit“ ist, verpufft der Komfort.
Fazit: Gute Idee, holprige Realität
SB-Kassen sollen dir Zeit sparen, nicht neue Hürden aufbauen. In Plettenberg zeigt sich, wie schnell aus moderner Technik ein Frustfaktor wird, wenn sie nur eingeschränkt nutzbar ist. Rewe setzt auf Kontrolle und Organisation, riskiert dabei aber, das Vertrauen in ein eigentlich beliebtes System zu verspielen. Ob sich das Modell langfristig durchsetzt oder wieder gelockert wird, bleibt offen. Für den Moment gilt: Selbst scannen ist möglich – aber nur, wenn es in den Zeitplan passt.
