Diese 48-Stunden-Regel beim Einkaufen sollte jeder kennen

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Einkaufen ist nicht nur notwendig, es macht auch glücklich. Doch viele machen dabei einen großen Fehler, der viel Geld kostet. Und hier kommt die 48-Stunden-Regel ins Spiel. Ausprobieren lohnt sich – vor allem für den Geldbeutel.
Diese 48-Stunden-Regel beim Einkaufen sollte jeder kennen
Diese 48-Stunden-Regel beim Einkaufen sollte jeder kennenBildquelle: Markus Spiske / Unsplash

Die Deutschen lieben teure Dinge. Jedes Jahr geben sie Milliarden für Luxus aus: Designer-Sneaker, Smartphones mit mehr Kameras als Urlaubsfotos oder Küchenmaschinen, die mehr können, als sie in ihrem Leben zubereiten werden. Dazu kommen teure Autos und Klamotten – freilich mit aufgedruckter Marke. Es ist ein stiller Wettbewerb im Portemonnaieformat: Wer hat’s, wer zeigt’s, wer kann’s sich leisten? Beim Einkaufen sitzt der Geldbeutel – trotz chronischer Geldsorgen – oftmals locker. Die 48-Stunden-Regel ändert dabei alles.

Worauf es beim Einkaufen ankommt

Warum wir beim Einkaufen oft zu teuren Dingen greifen, die wir gar nicht wirklich brauchen, ist weniger rational als gedacht. Es geht nicht nur um Qualität oder Bedarf, sondern um Bedeutung. Besitz wird zur Botschaft: Ich bin erfolgreich. Ich gehöre dazu. Ich habe es geschafft. Ökonomen nennen das den Veblen-Effekt: Je teurer ein Produkt, desto begehrter wird es. Neurowissenschaftler ergänzen: Beim Kauf springt das Belohnungszentrum im Gehirn an wie bei Zucker oder Likes auf Social Media. Dopamin wird ausgeschüttet und sorgt für einen kurzen Glücksmoment. Kurz ist dabei das entscheidende Wort.

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Denn das Hoch hält selten länger als der Kassenzettel, den man beim Einkaufen mitnimmt. Das neue Handy ist nach drei Tagen Alltag, die Jacke nach zwei Wochen normal, das Auto nach einem Monat nur noch ein Auto. Zurück bleibt ein leichtes Ziehen: Vielleicht braucht man doch noch etwas Besseres, Neueres, Teureres. Ein Teufelskreis aus Kaufen, Gewöhnen, Neu-Begehren. Und genau hier setzt eine überraschend simple Strategie an, die nicht mit Verboten arbeitet, sondern mit Zeit.

Was wirklich dabei hilft, zu sparen

Die sogenannte 48-Stunden-Regel stammt aus der Finanzpsychologie und wird von Verbraucherschützern und Verhaltensökonomen empfohlen. Eine Finanzexpertin formuliert es so: „Wenn Sie etwas kaufen möchten, warten Sie 48 Stunden, bevor Sie den Kauf tätigen. Wenn Sie es nach zwei Tagen immer noch haben möchten (und es sich leisten können), dann kaufen Sie es.“ Dadurch würden viele spontane Kaufimpulse ihre Dringlichkeit verlieren. „So vermeiden Sie nicht nur den Veblen-Effekt, sondern auch andere irrationale Kaufimpulse.“

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Was banal klingt, ist neurobiologisch wirksam. Die emotionale Welle flacht ab, der Kopf übernimmt wieder das Steuer. Aus „Ich brauche das jetzt“ wird oft „Eigentlich nicht“. Studien zeigen: Ein großer Teil der Impulskäufe verschwindet einfach, wenn man sie vertagt. Nicht aus Vernunft, sondern aus Ernüchterung. Also: Beim nächsten Einkauf das Produkt, das man unbedingt haben möchte, in den virtuellen Einkaufswagen legen und den Online-Shop verlassen. Zwei Tage warten und dann wiederkommen. Das Teil wird immer noch da sein. Das Angebot auch. Wenn man bis dahin nicht vergessen hat, etwas in den Warenkorb gelegt zu haben.

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