In Deutschland leben rund 21 Millionen Rentner. Im Schnitt bekommen sie knapp 1.100 Euro Rente im Monat. Für ein Land, das zu den Top 20 der reichsten Länder der Welt gehört, ist das nicht gerade viel Geld. Wer heute alt ist, lebt oft von dem, was früher einmal als sichere Altersvorsorge galt: der gesetzlichen Rente. Immerhin: Auch 2026 soll es wieder eine Erhöhung geben. Um 3,37 Prozent steigen die Bezüge, wenn alles nach Plan läuft. Wirklich überraschend ist etwas anderes: Zusätzlich zur regulären Anpassung wird es eine Nachzahlung geben. Betroffen davon sind rund zehn Millionen Rentner.
Mehr Rente für Millionen Deutsche
Noch ist nicht offiziell von einem Bonus die Rede. Es geht um eine Neuberechnung alter Lebensleistungen, um Arbeit, die nie auf einer Gehaltsabrechnung stand, aber jahrzehntelang das System am Laufen hielt. Der Staat korrigiert spät, aber er tut es. Erst 2028 soll das Geld tatsächlich fließen, rückwirkend für ein Jahr.
Dabei geht es um die sogenannte Mütterrente. Eine Regelung zur Anrechnung von Kindererziehungszeiten. Wer Kinder großgezogen hat, bekommt dafür Rentenpunkte gutgeschrieben. Praktisch so, als hätte man in dieser Zeit Beiträge gezahlt. Die Idee dahinter: Erziehung ist Arbeit, auch wenn sie nie tariflich bezahlt wurde. Der Begriff ist irreführend, denn auch Väter können profitieren.
→ Wie viel Rente bekomme ich? Neues Online-Portal zeigt es jetzt
Neu ist, dass künftig alle Eltern gleichgestellt werden sollen – unabhängig vom Geburtsjahr der Kinder. Für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, werden bisher nur 30 Monate Erziehungszeit angerechnet. Ab 2027 sollen es ebenfalls 36 Monate sein. Das entspricht einem zusätzlichen halben Rentenpunkt pro Kind.
So hoch fällt die Nachzahlung aus
Was heißt das in Geld? Ein halber Rentenpunkt ist derzeit rund 20 Euro im Monat wert. Wie viel es 2028 sein wird, weiß noch niemand: Sicher ist nur: Es wird mehr sein als heute. Wer ein Kind vor 1992 erzogen hat, kann also mit einer monatlichen Erhöhung rechnen und zusätzlich mit einer Nachzahlung für das Jahr 2027. Je nach persönlicher Rentenhöhe können so mehrere hundert Euro zusammenkommen.
Einen Antrag braucht man dafür nicht. Die Rentenversicherung will die Ansprüche automatisch neu berechnen und die Nachzahlung festlegen. Voraussetzung ist nur, dass die Kindererziehungszeiten bereits im Rentenkonto vermerkt sind. Ausgezahlt wird das Ganze frühestens 2028. Spät, aber rückwirkend.
