BMW stellt E-Bike vor: 300 km Reichweite und 60 km/h

3 Minuten
Die IAA hat viele aufregende, erstaunliche oder auch einfach merkwürdige Mobilitäts-Konzepte hervorgebracht. Der Beitrag von BMW passt zu allen drei Adjektiven. Denn die Münchner haben auf der IAA ein E-Bike mit 60 km/h Spitzengeschwindigkeit gezeigt.
BMW i Vision AMBY
BMW i Vision AMBYBildquelle: BMW

BMW bemüht sich, zumindest nach Außen hin, die Zukunft der Mobilität auch außerhalb der Automobilbranche mitzugestalten. Während die Konzepte zu einem E-Scooter und einem Lastenfahrrad viel zu spät kamen, zeigt man jetzt pünktlich zur IAA ein E-Bike-Konzept, das Forderungen stellt. Forderungen an den Gesetzgeber. Denn wie bei Canyons Vierrad-E-Bike fehlt es an Regeln im Straßenverkehr.

BMW i Vision AMBY – E-Bike mit drei Fahrmodi

Und das hat vor allem mit der Geschwindigkeit des BMW i Vision AMBY zu tun. Nach den Vorstellungen der Bayern wird es in Zukunft nämlich E-Bikes geben, die vom gemütlichen City-Fahrrad zum Überlandheizer mutieren. Drei Fahrstufen bietet das Konzept-Bike. Mit der 25 km/h Fahrstufe sollst du es als normales E-Bike bis zu satten 300 km und weiter fahren können.

Die zweite Fahrstufe ermöglicht 45 km/h und befindet sich damit auf S-Pedelec-Niveau. Doch damit nicht genug. In der dritten Fahrstufe rennt das Fahrrad bis zu 60 km/h und spätestens jetzt ist der Radweg absolut tabu. Die Reichweiten sollen sich laut BMW auf 180 beziehungsweise auf bis zu 75 km vermindern. Komplett aufgeladen ist es über Fast Charging innerhalb von drei Stunden.

Cockpit des BMW i Vision AMBY
Cockpit des BMW i Vision AMBY

e-Ink-Display und Sicherheits-Features

Die hohen Geschwindigkeiten haben zwei Auswirkungen, für die BMW Lösungen bereithält. Zum einen ändert sich je nach Fahrmodi die Einordnung des i Vision AMBY in die Straßenverkehrsordnung. Als was du also unterwegs bist – E-Bike, S-Pedelec oder bisher Kleinkraftrad – wird auf einem e-Ink-Display am Heck angezeigt. Je nach Fahrstufe gelten für dich als Fahrer entsprechende Regeln.

Front des BMW i Vision AMBY
Front des BMW i Vision AMBY

Zum Anderen muss das i Vision AMBY stabiler als normale E-Bikes sein. Das löst BMW mit einem massiven Rahmen und breiteren sowie stabileren Rädern. Dazu soll es optional „weitere technologische Funktionen“ geben. So denkt BMW über ein ABS, einen Fern- und Bremslichtassistenten und ein Tagfahrlicht nach. Das Licht ist übrigens als LED-Streifen in den Lenker integriert. Dazu hat BMW noch mehr Ideen für mehr Sicherheit: „Ein Reifendruckkontrollsystem wie bei Motorrädern der BMW Group ist ebenfalls denkbar. Ein Abstandsradar mit bis zu 140 Metern Reichweite warnt optisch und akustisch in der App vor sich von hinten nähernden Fahrzeugen und rundet die möglichen Sicherheitsfeatures ab.“

Das Konzept von BMW ist bisher und wohl auch in Zukunft nicht für die Straße gemacht. Denn dafür fehlen, wie beim angesprochenen Canyon-Konzept die Regeln sowie technische Infrastruktur, um beispielsweise per Geofencing zu gewährleisten, dass die jeweiligen Fahrmodi nur dort zum Einsatz kommen, wo sie laut einer zukünftigen Straßenverkehrsordnung hingehören.

Rahmen des BMW i Vision AMBY
Rahmen des BMW i Vision AMBY

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10 KOMMENTARE

  1. Avatar Ms Frei

    das ist wirklich mal eine schöne und ansprechend vision.
    Was mich allerdings immer noch wundert:
    was soll die Grundkonzeption sein?
    Sport: OK: Ohne E
    Als schnelles und flinkes Vehikel zum Transport im urbanen -erweiterten- Umfeld: Warum Kette und teure Fahrradtechnik?
    Ein schmaler Roller entsprechender Qualität, vergleichbar den alten Mopeds oder Mofas, das macht da mehr Sinn und ist garantiert einfacher zu konstruieren und deutlich preiswerter.

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  2. Avatar Paul

    Lediglich ein Konzept. Und dann ein 60 km/h schnelles E-Rad. Wer kauft sich sowas? In den Innenstädten der Metropolen gilt immer mehr 30 km/h. Will man mit 60 Sachen auf die Autobahn, mit immer mehr Autoverboten und einer maroden Schienen-Infrastruktur?

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  3. Avatar Baumann Steffen

    Das ist genau das was die neue Mobilität ausmacht, ich wohne auf dem Land und meine Durchgeschnittsgescheindigkeit mit 18000 Km Autobahn beträgt laut meines Fahrzeugs 58 St.km , d.h.jede Diskussion über Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen sind unsinnig, diese Ausweichmöglichkeit eines solchen Bike könnte das vorankommen in Arbeit und Einkauf erleichtern und den Gesamtverkehr an CO 2 mehr entlassten als jede Geschwindigkeitsbegrenzungen, also schafft für diese Art der Innovation die gesetzliche Grundlage und hört auf durch Ideologien die Gesellschaft zu spalten.Toll BMW

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  4. Avatar Nicola La Caprara

    Ich habe für solche E-Bikes eine Petition an die Bundesregierung geschrieben. Vor 4 Jahren.
    Ich kann solche Dinger selber bauen, natürlich nicht ganz so schön und schnell, aber schnell und sicher genug. Mit einem Mega Fahrspaß. Würde sicherlich viele Autofahrer mehr zum Ebike Fahren bringen. Aber die Regierung und einige Bürger sind dagegen!

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    • Avatar allmecht

      @Nicola La Caprara: Sind deine Dinger auch homologiert? Sicherlich nicht.

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  5. Avatar Kebeil

    Wieso geofencing? Gibt’s fürs Auto auch nicht. Oder wird bei 100kmh auf der Autobahn das Auto abgeriegelt? Aber gut fände ich es.

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  6. Avatar RadelRalle

    Was mich stört, sind die unsachlichen Threads zu den nicht endenwollenden Neuentwicklungen in der E-Fahrer- Szene. Fast täglich irgendwelche superneuen Produkte… soll heißen, die sind in einem Monat oder, längstens einem Jahr obsolet. Man möchte hier etwas protegieren, was z.Zt. in keiner Weise belegt ist.
    Zudem offenbart sich, wie in diesem Artikel, eine gewisse Ahnungslosigkeit bzw. Unkenntnis bestimmter gesetzlicher Vorgaben. Was bringt mir dieses BMW-Bike? 300km in 25 km/h-Modus? 200 km wären realistisch, bei relativ entspannter Fahrweise. Die Umstellung auf den S-Pedelec-Modus bedeutet: Radwege tabu, nur Straßenbetrieb, Helm-, Versicherungs und Führerscheinpflicht. Für den 60 km/h- Modus ggfs.weitere, höhere Anforderungen.
    Wenn z.Zt. bereits ausgereifte E-Bikes in der Preisklasse von 3000-4000€ liegen, wo werden sich diese Modelle finden? Bei aller Liebe zum Umweltschutz sollte doch auch die Kirche im Dorf bleiben. Und wie gesagt könnte es gut sein, dass in einem Jahr mein teuer erstandenes und hochgelobtes Produkt bald schon auf den Müll gehört.

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  7. Avatar Michael Rhein

    600km Reichweite mit 60km/h Stunde.
    Ich möchte gar nicht wissen wie viele das glauben.
    Ich repariere selbst Bikes, Pedelecs und ebikes und bisher war es so dass wenn 70km Reichweite angegeben wurde ging ihnen nach 30 schon der Saft aus, egal welches egal welcher Hersteller.

    Auch dass billige ebikes schlechter sind kann ich nicht behaupten, zu mir kommen Leute die ihr E-Bike für 600€ gekauft haben, professionelle Werkstätten reparieren diese nicht weilbillig Bikes, dabei sind an den billigen Räder fast die gleichen Komponenten wie an den teuren.

    Kein Rad kommt mit voller Leistung so weit wie angegeben… Meist geht das nur mit Stufe 1 (also der leichteste Antrieb, den man kaum merkt so dass man ihn nicht braucht)

    Die meiste. Bräuchten kein ebikes, ein gut gewartet Fahrrad läuft auch gut.

    Immer wieder höre ich von den Kunden, das Fahrrad läuft ja so leicht wie eins mit Motor.

    Jup Pflege und liebe machen viel aus, genau das fehlt aber den Werkstätten.

    Ich repariere Räder aus Leidenschaft, entsprechend laufen die Kisten auch.
    Bikemac & co wollen die Leute nur verarschen, ich mach die Reparatur für über die Hälfte weniger mit Markenprodukte

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  8. Avatar Nico Kupfernagel

    Da steht 300Km Reichweite sollen mit 25Km/h Durchschnittsgeschwindigkeit machbar sein…einfach nur mal ordentlicher lesen, bevor man sich die Zunge verbrennt…!!!
    Und wieso soll das nicht möglich sein?
    Das schaffen heut zutage schon Tourenräder von 2018 welche 2 Akkus an Board haben.
    Es ist auch schon viel mehr mögliches erforscht und entwickelt worden als du glaubst zu kennen.
    Für alle die unbedingt 100 Km/h fahren möchten und das 8h am Stück, baut euch doch einen Verbrennermotor ans Bike mit ner Tankgröße eurer Wahl und nen Getriebe.
    Ein Pedelec ist ein motorisiertes Fahrrad welches auf unterstützende Trittkraft basiert und nicht wie ein reines E-Bike welches aus dem Stand beschleunigt.
    Auf gerader Strecke benötigt man keine Unterstützung auch wenn das Ding 20 oder 25Kg wiegt…wichtig sind die Steigungen, und mit nen Kerssystem, welches die Akkus bei Bergabfahrten lädt, gewinnt man zusätzliche Energie.
    E-Bikes werden die Zukunft prägen, das ist wie mit den Handys damals, früher hatten nur Geschäftsmänner diese Mobilen Telefone und heute besitzt jeder Mensch 2 stück…

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  9. Avatar Arnim Günzelsen

    @Baumann Steffen ich glaube dass dies nicht so einfach ist mit den Voraussetzungen. Alleine wer will so einen Fahrer versichern? Die komplette Infrastruktur würde Milliarden verschlingen, ganz zu schweigen von den neuen Kriterien. Ich glaube die wollen sich mit ihrer Meinung nur im Profit stellen.

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