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015333: Warum du diese Vorwahl jetzt kennen musst

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Bald tauchen in Deutschland Handynummern mit 015333 auf. Dahinter steckt Simsalasim, ein neuer Mobilfunkanbieter von Xing-Gründer Lars Hinrichs. Spannender als der Preis ist aber, was die Vorwahl über das Unternehmen verrät.
Ein Smartphone mit
015333: Diese Vorwahl könnte den Mobilfunk revolutionierenBildquelle: KI

Neue Handy-Vorwahlen sind in Deutschland selten. 015333 ist so eine. Laut teltarif hat die Bundesnetzagentur sie der Simsalasim Germany GmbH aus Berlin zugeteilt. Siehst du die Nummer demnächst auf deinem Display, ruft dich also ein Kunde eines brandneuen Anbieters an. Der Testbetrieb soll kommende Woche starten, sagte ein Firmensprecher dem Handelsblatt. „In wenigen Wochen“ soll Simsalasim dann für alle buchbar sein. Der Preis: 10 Euro im Monat, wie zuerst Bild berichtete. Doch was können wir erwarten?

Was Simsalasim verspricht

Auf LinkedIn beschreibt sich das Unternehmen als „KI-nativer“ Mobilfunkanbieter. Ein Tarif für alles. Daten, Telefonie und SMS. Zu Hause und im Ausland. Unbegrenztes Datenvolumen in 100 Ländern, unbegrenzt telefonieren und simsen in 50 Ländern, mit 4G und 5G. Kein Vertrag, monatlich kündbar. Deine bisherige Rufnummer nimmst du laut Simsalasim kostenlos mit. Dann behältst du auch deine alte Vorwahl. Die 015333 bekommen nur neue Nummern. Also Kunden, die ihre alte Handynummer bewusst loswerden wollen, Zweitkarten oder Testkunden.

Eine Plastik-SIM gibt es nicht. Simsalasim setzt ausschließlich auf die eSIM, also der fest im Handy verbaute SIM-Chip, auf den das Profil per Download kommt. Das können nicht alle Handys, aber die meisten modernen. Einen Preis nennt das Unternehmen auf LinkedIn selbst nicht. Auf simsalasim.de kannst du dich bislang nur auf eine Warteliste setzen, um von Tag 1 an dabei zu sein, wie das Unternehmen schreibt.

Warum die eigene Vorwahl so viel verrät

Die meisten günstigen Mobilfunkmarken sind reine Wiederverkäufer, sogenannte Reseller oder Provider. Sie kaufen Minuten und Datenvolumen bei Telekom, Vodafone oder O2 ein und nutzen deren Vorwahlen. Simsalasim geht einen anderen Weg. Eine eigene Vorwahl bekommt in der Regel nur, wer eigene Vermittlungstechnik betreibt. Das deckt sich mit dem, was über den Anbieter bekannt ist: Medienberichten zufolge ist Simsalasim ein virtueller Netzbetreiber (MVNO) im O2-Netz von Telefónica. Ihm hat die Bundesnetzagentur die eigene Netzkennung 262-26 zugeteilt. Die Antennen kommen also von O2, die Steuerung der Kunden im Netz übernimmt Simsalasim selbst.

Dafür spricht noch mehr. In der Datenbank PeeringDB ist Simsalasim seit Sommer 2025 mit einem eigenen autonomen System registriert, quasi einer eigenen Adresse im Internet-Backbone. Dazu kommen zwei Anschlüsse mit je 100 Gigabit pro Sekunde am Frankfurter Internetknoten DE-CIX und Präsenz in zwei Equinix-Rechenzentren. Das baut niemand für einen simplen Reseller-Tarif auf.

Simsalasim selbst spricht von einem eigenen, weltweiten Kernnetz in der Cloud. Per Multi-IMSI soll sich dein Handy im Ausland jeweils mit dem stärksten lokalen Netz verbinden. Multi-IMSI heißt: Auf einer eSIM liegen mehrere Teilnehmerkennungen, und je nach Land wird die passende aktiviert. Das Verfahren nutzt beispielsweise auch 1&1 bei seinen mehr als zwölf Millionen Kunden, wenn diese im Ausland roamen.

Wozu das Ganze? KI im Netz statt in der App

Die eigene Technik ist kein Selbstzweck. Simsalasim will nach eigenen Worten Intelligenz direkt ins Netz einbauen, statt sie in einer App obendrauf zu setzen. Was das konkret heißt, deutet die Datenschutzerklärung an. Dort ist von optionalen Zusatzdiensten die Rede: Netzfilter, VPN, Unterkonten mit Jugendschutzfunktionen. Für die Unterkonten werden etwa Nutzungszeiten und App-Kategorien erfasst und dem Hauptkonto angezeigt.

Solche Dienste setzen Zugriff auf den Datenverkehr im Kernnetz voraus. Ein reiner Wiederverkäufer hat den nicht. Ob und was die Extras kosten, verrät Simsalasim bislang nicht.

Was hinter „unbegrenzt“ stecken dürfte

10 Euro für unbegrenzte Daten in 100 Ländern? Das ist ambitioniert. Sehr ambitioniert. Einen technischen Weg gibt es aber. Die Kollegen von teltarif hatten in einer früheren Fassung der Datenschutzerklärung einen Hinweis auf Redtea Mobile entdeckt. In der aktuellen Version taucht der Name nicht mehr auf.

Redtea Mobile sitzt in Singapur und arbeitet seit 2015 an eSIM-Technik. Über die Marke eSIM Access verkauft das Unternehmen weltweite eSIM-Datentarife an andere Anbieter, die sie unter eigenem Namen weitergeben. Auch „Unlimited“-Pakete gehören dazu. Der Haken steckt im Aufbau: Laut eSIM Access gibt es pro Tag 1, 2, 3 oder 10 GB mit vollem Tempo. Danach wird gedrosselt, je nach Paket auf 256 bis 512 kbit/s oder auf 1 bis 2 Mbit/s. Das reicht für Messenger und normales Surfen. Für Videos eher nicht. Selbst Instagram und Co. könnten schon zäh werden.

Ob Simsalasim genau dieses Modell nutzt, ist offen. Die Einkaufspreise von Redtea sind nicht öffentlich. Dass „unbegrenzt“ im Kleingedruckten am Ende eine tägliche Highspeed-Grenze bedeutet, wäre in der Branche aber eher die Regel als die Ausnahme. Vor allem, wenn es um 10 Euro für einen Tarif in 100 Ländern geht.

Der Name Simsalasim verspricht Zauberei. Ob sie gelingt, zeigt das Kleingedruckte. Und das fehlt bislang.

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