Test des Vodafone 360 H1 8GB

11 Minuten

Vodafone 360 H1 8GB

Die sinkenden Umsätze bei Telefongesprächen und SMS machen den Mobilfunkanbietern weltweit zu schaffen. Um die Einnahmeausfälle zu kompensieren, bieten die Anbieter ihren Kunden inzwischen eine Fülle von mobilen Internet-Diensten – dank Flatrates soll man immer und überall online sein können. Vodafone hat zu diesem Zweck das Konzept „Vodafone 360“ ins Leben gerufen, passend zu den neuen Diensten hat Samsung exklusiv für Vodafone das Multimedia-Handy H1 produziert. Im aktuellen Praxistest muss das Samsung-Gerät beweisen, wie gut es den Ansprüchen gerecht werden kann, die Vodafone sich mit „Vodafone 360“ selbst auferlegt hat.

Vodafone 360 H1 8GBDer kompakte Pappkarton, in dem Vodafone das Samsung-Handy verkauft, enthält eine solide Grundausstattung. Neben dem Ladegerät und einer kurzen Bedienungsanleitung liegen ein USB-Datenkabel und Headset mit Klinkenanschluss bei. Passend zum Klinkenanschluss liefert Vodafone ein Paar In-Ear-Kopfhörer mit. Eine Schutzhülle oder ein Putztuch für das Touchscreen-Handy sucht man vergeblich. Eine Speicherkarte gehört ebenfalls nicht zum Lieferumfang, bei 16 Gigabyte internem Speicher ist diese allerdings auch für den Durchschnittsnutzer entbehrlich. Der mitgelieferte Lithium-Ionen-Akku verfügt über eine Ladungsmenge von 1.500 Milliamperestunden.

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Wenn man den Deckel auf der Rückseite des Geräts aufschiebt, kann man zuerst die SIM-Karte und anschließend den Akku ins Gehäuse einsetzen. Beides funktioniert reibungslos und geht leicht von der Hand. Der Slot für MicroSD-Karten ist leider nur zugänglich, wenn man den Deckel abnimmt und lädt damit nicht zum häufigen Wechsel der Speicherkarte ein. Das H1 liegt gut in der Hand und macht einen hochwertigen und stabilen Eindruck. Die Verarbeitung ist einwandfrei, positiv kommt hinzu, dass der MicroUSB-Anschluss durch eine Abdeckung geschützt ist. Leider hat Vodafone bei der Kameralinse an einer solchen Abdeckung gespart. Der Klinkenanschluss für Kopfhörer liegt ebenfalls ungeschützt offen, so dass Schmutz und Staub leicht eindringen können. Der hochwertige Gesamteindruck des Geräts ist seiner Preisklasse angemessen.

Bedient wird das Vodafone H1 vor allem über den kapazitiven Touchscreen. Der Bildschirm kann per Multitouch mit mehreren Fingern bedient werden. Die Benutzung eines Stifts oder Stylus ist damit ausgeschlossen. Für den normalen Gebrauch reichen die eigenen Finger allerdings völlig aus, eine kurze Vibration quittiert die Eingabe. Alle Menüpunkte und Elemente lassen sich ohne Probleme bedienen. Auch kleine Elemente im Browser kann man schnell und einfach auswählen.

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Unter dem Touchscreen stehen drei fest belegte Tasten zur Verfügung: Mit der Hörertaste landet man direkt im Anrufmenü, die mittlere Taste führt direkt ins Andressbuch, die Taste rechts ruft das Hauptmenü auf. An den Seiten hat Vodafone drei weitere praktische Tasten angebracht. Mit dem Wippschalter auf der linken Seite kann man die Lautstärke von Musik und Telefonaten in neuen Stufen hoch- und runterregeln. Auf der rechten Seite kann man die Foto-Funktion oder die Suche aktivieren.

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Bei Telefonaten spielt das Handy seine Stärken aus: Der Gesprächspartner ist sowohl mit als auch ohne Headset glasklar zu verstehen. Der Empfang ist aufgrund des fast flächendeckend ausgebauten Vodafone-Netz durchweg gut. Das H1 beherrscht Quad-Band GSM und Dual-Band UMTS (900/2100Mhz).

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Eins der Highlights des H1 ist das 3,5 Zoll große AMOLED-Display. Die Farben leuchten brilliant, die Schärfe ist bei Videos und Fotos angenehm hoch, das Bild kontrastreich. Das Display hat eine Auflösung von 480×800 Pixeln und zeigt bis zu 16 Millionen Farben an. Auch wenn man von der Seite auf das Display schaut, muss man keine Einbußen hinnehmen. Starkes Sonnenlicht macht dem Hochglanz-Display jedoch zu schaffen, die Spiegelungen verderben das Bild. Ein mattes Display ist nicht nur bei Laptops, sondern wäre auch bei Handys mit großem Bildschirm ein echter Vorteil. Trotz dieses Mankos wird der Bildschirm dank Samsungs AMLOED-Technik den Ansprüchen an ein Multimedia-Handy voll und ganz gerecht

Dank eines Lage- und eines Annäherungssensors passt sich das H1 an seinen Benutzer an: Will man telefonieren und führt das Gerät in die Nähe des Gesichts, schaltet sich der Touchscreen automatisch ab, um versehentliche Eingaben zu verhindern. Kippt man das Handy von der Horizontalen in die Vertikale, ändert sich in manchen Menüs und Programmen wie der Bildergalerie der Bildschirm vom Hoch- in den Quermodus.

Für ein Handy ohne Schwerpunkt auf den Kamerafunktionen bietet das H1 solide bis gute Qualität bei Fotos und Videos. Wer sich auf die automatischen Einstellungen und den Autofokus beschränken möchte, ist auch ohne große Fotografie-Erfahrungen in der Lage, ansprechende Schnappschüsse zu knipsen. Bei schwierigen Lichtverhältnissen macht sich jedoch bemerkbar, dass ein Blitzlicht fehlt. Die Kameraleuchte kann höchstens bei Nahaufnahmen eine Hilfe darstellen. Für den nächsten Urlaubstrip muss man daher weiterhin die Kompaktkamera einpacken, das H1 ist dafür kein Ersatz.

Das H1 nutzt keins der gebräuchlichen Smartphone-Betriebssysteme, sondern setzt auf Linux Mobile und eine von Samsung und Vodafone entwickelte Benutzeroberfläche. Hinter der bekannten Konkurrenten wie Windows Mobile, Android und Co. braucht sich das OS jedoch nicht zu verstecken. Auch ohne Handbuch findet man sich im Menü einfach und intuitiv zurecht. Durch die unterschiedlichen Ebenen kann man sich schnell und geschmeidig bewegen. Auch das Scrollen über den Bildschirm verursacht kein Ruckeln und ist durchgehend flüssig.

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Das Hauptmenü kann man sich in zwei Versionen anzeigen lassen. Man hat die Wahl zwischen Icons, die neben- und übereinander in Form von Kacheln dargestellt werden. Maximal 20 Funktionen oder Applikationen hat man auf diese Weise auf einem Bildschirm ohne Scrollen im Blick. Alternativ bietet das H1 eine alphabetische Liste zum Durchscrollen.

Eine SMS oder MMS kann man mit dem H1 ohne Probleme verfassen. Aus dem Hauptmenü gelangt man mit einem Schritt zur entsprechenden Funktion. Je nach Größe der Nachricht und abhängig von den Anhängen entscheidet das Handy, ob eine SMS genügt, oder eine MMS verschickt werden muss. Das Tippen des Textes ist im Quer- oder Hochformat auf einer virtuellen QWERTZ-Tastatur möglich. Eine Worterkennung gleicht Tippfehler und fehlende Umlaute aus.

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Die Eingabemaske für E-Mails ist identisch aufgebaut. Beim Schreiben von längeren Nachrichten fallen jedoch die vergleichsweise kleinen Tasten negativ ins Gewicht. Man muss sich stark konzentrieren, um immer den richtigen Buchstaben zu treffen. Unpraktisch ist außerdem, dass sich alle Satzzeichen erst durch ein Umblättern zu den Sonderzeichen erreichen lassen. Wenigstens für Punkt und Komma hätte man einen Platz auf der ersten Seite reservieren sollen, um den Schreibfluss nicht zu oft zu unterbrechen.

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Die Einrichtung von Mail-Konten wiederum ist sehr angenehm gelöst. Ein Assistent unterstützt beim Einpflegen der Daten und bietet bei einigen Anbietern den automatischen Import von gespeicherten Kontakten an. Insgesamt ist das H1 zum Schreiben von kurzen Nachrichten oder zum Instant Messaging geeignet. Wer längere Mails tippen möchte, wird jedoch eher auf ein Gerät mit größerem Touchscreen oder ausschiebbarer QWERTZ-Tastatur zurückgreifen.

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Vodafone 360 H1 8GBDas mobile Internet steht im Mittelpunkt der Kampagne „Vodafone 360“, die „Generation Upload“ soll mit Geräten wie dem H1 besonders angesprochen werden. Technisch steht diesem Ziel nichts im Wege: Sowohl im Vodafone UMTS-Netz als auch per W-Lan ist man schnell unterwegs. Beim Download kann man dank HSDPA bis zu 7.2 Mbit/s erreichen und der Upload erreicht durch HSUPA bis zu 2.0 Mbit/s. Da das Vodafone-Netz in der Regel gut ausgebaut ist, fällt man nur selten auf Geschwindigkeiten unter UMTS-Niveau zurück. Falls doch, steht einem noch EDGE zur Verfügung.

Mit dem PC oder Laptop lässt sich das H1 per Bluetooth (2.0) oder USB verbinden. Über die drahtlose Bluetooth-Verbindung ließ sich eine Testdatei mit einem Megabyte Größe innerhalb von 20 Sekunden übertragen. Als Massenspeicher per USB verbunden dauert dieser Transfer nur den Bruchteil einer Sekunde. Ein GPS-Modul rundet das Connectivity-Angebot ab.

Der MP3-Player des H1 bietet auch mit den mitgelieferten In-Ear-Kopfhörern erstaunlich gutes Hörvergnügen. Wenn man hochwertige Kopfhörer anschließt oder das Handy per Klinkenstecker mit der Stereoanlage verbindet, ist kein Unterschied zu gängigen MP3-Playern erkennbar. Weniger überzeugend sind die externen Lautsprecher, deren Qualität deutlich zu wünschen übrig lässt.

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Obwohl das H1 bis auf die Lautstärkeregelung über keine speziellen Tasten für den Player verfügt, ist die Bedienung per Touchscreen absolut unproblematisch. Die Menüstruktur im Player ist übersichtlich, die Funktionen lassen keinen Wunsch offen. Wer sich an der eigenen Musik satt gehört hat, kann mit dem H1 auch FM-Radio hören. Hierzu müssen jedoch die Kopfhörer als Antenne angeschlossen bleiben.

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Bei dem Organizer wird deutlich, dass sich das H1 eher an Privat- als an Businessanwender richtet. Der Kalender ist übersichtlich und bietet einfache Funktionen, die den meisten Privatnutzern genügen dürften. Auch das neue „intelligente Adressbuch“ richtet sich vor allem an Freizeit-Anwender: Auf Wunsch synchronisiert das Adressbuch die persönlichen Daten und Status-Updates von Freunden in sozialen Netzwerken wie Facebook und hält so die Informationen stets aktuell. Diese Funktion ist eine nette Spielerei, erfodert jedoch einen in sozialen Netzwerken aktiven Freundeskreis und trotz der automatischen Synchronisierung einen gewissen Pflegeaufwand. Zudem fehlen noch einige in Deutschland wichtige Anbieter wie die Vz-Netzwerke im Anbieter-Portfolio. Vodafone will diese Lücken jedoch bald schließen.

Vodafone bietet den Nutzern des H1 den „360-Shop“, um kostenlose und künftig auch kostenpflichtige Programme auf das Handy laden zu können. Der Auswahl an weiterer Software sind also lediglich die (momentan engen) Grenzen des Vodafone-Shops gesetzt. Die Abrechung soll bequem über die Mobilfunkrechnung erfolgen.

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Der Browser, den Samsung und Vodafone auf dem H1 installiert haben, kann in puncto Bedienerfreundlichkeit nicht ganz mit etablierten Konkurrenten wie Opera oder Safari mithalten. Er ist jedoch deutlich besser als viele andere proprietäre Browser und lädt auch größere Internetseiten in akzeptabler Geschwindigkeit. Per W-Lan war inside-digital.de in 10 Sekunden komplett geladen, per UMTS mit HSDPA-Unterstützung dauerte dieser Vorgang 17 Sekunden.

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Wer das Handy auch als Navigationsgerät nutzen möchte, bekommt mit dem H1 und der vorinstallierten Software „Vodafone Maps“ eine zufriedenstellende Lösung geboten. Das Programm ist nicht so komfortabel zu bedienen wie ein „echtes“ Navigationsgerät, aber führt ebenso zuverlässig zum Ziel. Die Ortung per A-GPS ist präzise und die Routenberechnung zügig.

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Das H1 ist eine erfrischende Alternative auf dem Mobilfunkmarkt und wird den Ansprüchen an ein Multimedia-Handy mit dem Fokus auf dem mobilen Internet größtenteils gerecht. Schwächen hat das H1 im Bereich „Kamera“ und bei der Größe der virtuellen QWERTZ-Tastatur sowie der Bedienerfreundlichkeit beim Schreiben von langen Nachrichten. Seine Stärken spielt es jedoch beim Display und der einfachen und verständlichen Menüführung sowie dem MP3-Player aus. Wer Lust auf mobiles Internet hat und sich von Kosten eines Vodafone-Laufzeitvertrags nicht schrecken lässt, findet mit dem H1 eine gute Alternative zu iPhone und Co.

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