Design und Verarbeitung
Die neue U-Serie von HTC geht gestalterisch einen neuen Weg: Vorbei ist das Metall-Design des HTC 10, dem bis dato letzten Spross der One-Serie. Stattdessen setzt HTC auf Glas als neuen Baustoff für das Gehäuse. Auch ist das Flaggschiff gewachsen: Satte 5,7 Zoll misst das Display in seiner Diagonalen, oberhalb ist zusätzlich ein kleiner Zusatz-Screen für Benachrichtigungen von der großen Anzeige abgekoppelt. Im Test der inside-digital.de-Redaktion befindet sich die schwarze Version des HTC U Ultra. In dem im Januar erschienenen Hands-On-Artikel zur neuen HTC-Serie wurden auch die Varianten in blau, weiß und Roségold in Augenschein genommen.Unboxing des HTC U Ultra – Die Schachtel auf Links gedreht
Geliefert wird das HTC U Ultra in einer flachen weißen Schachtel mit abgerundeten Ecken. Silhouette und Schriftzüge werden darauf in silbernen Reliefs abgedruckt, ansonsten kommt die Verpackung schlicht daher. Aufgeklappt offenbart sich eine weiße Schale für das Handy unter der sich ein graues Inlay befindet, das den Packungsinhalt schützt. Neben den üblichen Beigaben, USB-Kabel, Steckdosen-Ladegerät und Kopfhörer – hier mangels Klinkenstecker mit USB-C-Stecker – befinden sich auch eine Schutzhülle aus Gummi sowie ein Microfasertuch im Lieferumfang. Die Abdruckanfälligkeit der Glasrückseite hat sich demnach auch bis zu den HTC-Packungsdesignern herumgesprochen.Das HTC U Ultra im Hands-On
HTC-Smartphones konnten in der Vergangenheit oft durch ihr schickes Äußeres bestechen, gerade beim HTC 10 aus dem vergangenen Jahr 2016 wusste HTC optische Akzente zu setzen. Beim U Ultra setzt man mit einem unverwechselbaren Glas-Design auf dasselbe Pferd, kann allerdings nicht erneut ein herausstechendes Design—Objekt erschaffen. Das Gerät ist top verarbeitet und die im Licht reflektierende Rückseite hat ihre Reize. Allerdings wirken Smartphone-Gehäuse aus Metall etwas edler als das U Ultra mit der Glas-Verkleidung. Diese ist wie das Gesamtkonstrukt gut verarbeitet, erzeugt auf der Rückseite allerdings ein von Plastikbombern bekanntes Gefühl – der Mehrwert ist hier alleine durch die Materialwahl nicht größer. Als Widerhaken auf dem glatten Design fungiert das Kameramodul, das auf der Rückseite wenige Millimeter heraussteht und recht markant, mintunter sogar störend ist. Nebst Blitz- und Fokus-Sensor ist die Kamera das einzige haptische Merkmal auf der Rückseite des Smartphones. Eingearbeitet ist hingegen der HTC-Schriftzug.
Display
Hier muss tatsächlich eher der Plural bemüht werden, das HTC U Ultra verfügt neben der 5,7 Zoll großen Hauptanzeige noch über einen zweiten Benachrichtigungsbildschirm in der rechten oberen Ecke des Smartphones. Hier können wahlweise Kalendereinträge, Wettervorhersagen, die Uhrzeit oder App-Benachrichtigungen angezeigt werden. Die gesamte Vorderseite und somit beide Displays sind durch Gorilla Glass 5 geschützt, in einer limitierten 128-GB-Edel-Version des U Ultra kommt Saphir-Glas zum Einsatz.HTC U Ultra: Displayeinstellungen- und Eigenschaften

Bildquelle: inside-digital.de
Ausstattung und Leistung
Um 2017 als erster Hersteller ein Flaggschiff-taugliches Smartphone zu präsentieren, hat HTC auch Abstriche in Kauf nehmen müssen: So wartete man mit dem U Ultra nicht bis Qualcomm den Snapdragon 835 zur Verfügung stellte, sondern setzt auf den Snapdragon 821, bis dato immerhin der leistungsstärkste Chipsatz auf dem Android-Handy-Markt. Dieser zeigt auch im Phablet was Sache ist, kommt im Benchmark-Test allerdings nicht auf Werte anderer Smartphones mit diesem Prozessor, wie etwa das Asus ZenFone 3 Deluxe oder das OnePlus 3T. Dieser Rückstand ist allerdings rein theoretischer Natur, das Innenleben des HTC U Ultra schnurrt im Alltagsgebrauch wie ein Kätzchen, ein Rad greift ins andere, was für eine subjektiv hochklassige Performance sorgt. Ob 3D-Spiel, Videostream oder Benchmark-Sequenz; Ruckler sind Mangelware. Zu beobachten ist allerdings auch, dass die Rückseite des U Ultra sich bei großer Beanspruchung nicht unwesentlich erwärmt. Unterstützt wird der Qualcomm-Prozessor von 4 GB Arbeitsspeicher, die auch völlig ausreichend sind, da effizient genutzt. Auch mehrere anspruchsvolle Apps können hiermit parallel genutzt werden. Diese Apps können so wie weitere Daten auf einem 64 GB großen Speicher gelagert werden, von dem beim erstmaligen Start des Handys noch rund 48 GB verfügbar sind – Android-System, HTC-Oberfläche und vorinstallierte Apps nehmen demnach vom Start weg bereits ordentlich Platz ein.Kommunikation, Datenübertragung und Verbindungen
Das U Ultra führt die HTC-Tradition fort und überzeugt als Multimedia-Zentrale. Hierfür zeichnet nicht nur der gute Sound verantwortlich, auch lässt sich das HTC verschiedenfach mit anderen Geräten verbinden. Neben den gängigsten Übertragungsstandards, etwa Bluetooth und NFC, kann man Inhalte vom Smartphone dank DLNA oder Cast-Verbindung auch auf Fernseher übertragen. Kabelgebunden läuft die Datenübertragung ebenfalls nach aktuellsten Standards ab: Der USB-C-Slot unterstützt das Teilen von Daten via USB 3.1.Verbindungsmöglichkeiten des HTC U Ultra
| Feature | Vorhanden | Funktion |
| HSPA | ▲ | Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s |
| HSPA+ | ▲ | Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s |
| LTE | ▲ | Mobilfunkstandard, Down-max 600 Mbit/s |
| USB-OTG | ▲ | Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen |
| DLNA | ▲ | Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher |
| NFC | ▲ | Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren |
| Kabellose Display-Übertragung | ▲ | Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät (z.B. Miracast/AirPlay/Google Cast) |
| MHL | ▼ | Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port |
| Infrarot-Fernbedienung | ▼ | Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung |
| Bluetooth-Version | ▲ | 4.2 |
| WLAN-Standards | ▲ | 802.11 a/b/g/n 2,4 + 5GHz |
| Qi | ▼ | Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones |
Kamera
In der Vergangenheit wussten HTC-Kameras in der Regel zu überzeugen. Im HTC U Ultra kommt einmal mehr die UltraPixel-Technologie – hier in zweiter Generation - zum Tragen. Realisiert wird die Kameraleistung mittels eines 12-Megapixel-Sensors, das Wettbieten um die reine Pixelanzahl geht HTC demnach, ähnlich wie Samsung, nicht mit, sondern relativiert diesen Unterschied durch Technologie. Technisch vertraut HTC auf ein f/1.8-Blende, die dank Laser-Autofokus und optischem Bildstabilisator (OIS) scharfe Bilder erzeugen soll. Unterstützt wird die Knipse von einem zweifarbigen LED-Blitz. In der Galerie wird die Kameraleistung des HTC U Ultra anhand von Testbildern erläutert:HTC U Ultra: Testfotos
- Das HTC U Ultra schießt Fotos mit 12 Megapixeln...
- ... und F/1.8-Blende, die einiges an Helligkeit hereinlässt.
- Kontrastreich und reichweitenstark präsentiert sich die Kamera.
- Im Automatik-Modus setzt die Software teilweise etwas zuviel Retuschierung an.
- Farben werden aber sehr naturgetreu dargestellt.
- Der abgebildete Fluss wird gut in Szene gesetzt, der Regen aber weitgehend ausgefiltert.
- Makros gelingen mit dem U Ultra gut, nachdem sich der Fokus eingewöhnt hat - hier vergehen manchmal einige Sekunden.
- Der Blitz ist hell, dabei aber sehr dezent.
Kamera-Software: Schlicht und dennoch tiefgründig
Die zugrunde liegende Software der Kamera ist klar verständlich, übersichtlich und intuitiv. Der schnelle Schnappschuss ist ohne weiteres direkt abzusetzen. Für geduldige Hobby-Fotografen auf der Suche nach den besten Einstellungen bietet der Pro-Modus zahlreiche Stellschrauben. Verschiedene Aufnahme-Modi kommen vor allem im Video-Bereich zum Tragen: Für Zeitraffer und Zeitlupe gibt es Effekt-Einstellungen, die Zoe-Kamera-Einstellung zeichnet zusätzlich zu einem Foto auch noch ein 2-sekündiges FHD-Video auf um die Aufnahme insgesamt "lebendiger" zu gestalten.Kamera-App des HTC U Ultra
Software und Multimedia
Android 7.0 Nougat, garniert mit einer Prise HTC Sense, lassen auf dem U Ultra eine aufgeräumte, individuelle Oberfläche entstehen. Außerdem ist die Umsetzung des Zusatzdisplays in der oberen Ecke – ganz im Stile des LG V10 – überaus gut gelungen. Auch der App-Launcher wirkt nicht überladen. Drittanbieter-Apps, also solche, die nicht von HTC oder Google stammen, sind Mangelware. Die wenigen Bloatware-Apps können allerdings nicht vollends deinstalliert werden. Bei weiteren Apps zeigt sich HTC ebenso sparsam und doppelt die Google-Apps in der Regel nicht durch eigene Software. Nur beim Mailprogramm haben Nutzer die Wahl zwischen GMail und einem HTC-Mail-Programm. Als Browser ist allerdings nur Google Chrome und zum Ansehen und Bearbeiten der Bilder Google Fotos am Start.HTC U Ultra: Menü und Einstellungen
Zusatz-Display mit nützlichen Fähigkeiten
Bereits angerissen und nun weiter erläutert: HTC stattet sein U Ultra mit einem zweiten, kleinen Benachrichtigungsdisplay aus, das in der oberen rechten Ecke über dem Haupt-Bildschirm platziert ist. Hier können Kurzbenachrichtigungen beim Eintreffen aufflammen, außerdem kann die Wetter-App eine klein dargestellte Vorhersage bieten oder Kalendereinträge erinnern an bevorstehende Termine. Das kleine Display bietet per Geste Interaktionsmöglichkeiten. So kann der Musik-Player gesteuert werden oder Kontakte festgelegt werden, für die das Display dann als Kurzwahltaste fungiert. Unterhalb des großen Displays befindet sich der Fingerabdrucksensor, der im Test eine feine Performance lieferte. Flankiert wird er von zwei Funktionstasten, die zusammen die On-Screen-Tasten des Android-Systems ersetzen. HTC besinnt sich hier auf seine Stärken. Starker Sound, gelungene Oberfläche und durch das Zusatz-Display auch zusätzliche Funktionen. Das Rad haben die Taiwaner nicht neu erfunden, aber es wird im Paket der U Ultra-Software ein wenig runder. Einzelwertung: 4,5 von 5Akku
Autsch. HTC legt beim Energiepack eine harte Landung hin. Genauer gesagt, landet das U Ultra nach 24 Stunden, bei denen 8 unter recht intensiver Belastung abliefen und 16 ohne Nutzung im Standby-Modus vorübergingen, bei 17 Prozent. Ein erschreckender Wert, vor allem angesichts der 750 Euro, die für das U Ultra über die Theke wandern sollen. Klar ist auch, dass ein in QHD auflösendes und 5,7 Zoll großes Hauptdisplay ordentlichen Energie-Appetit mitbringt. Hier muss allerdings die Frage gestellt werden, wer um alles in der Welt auf die Idee kommt, in einem Gehäuse, das rund 16 x 8 x 0,8 Zentimeter misst nur einen nicht austauschbaren, 3.000 mAh fassenden Akku zu verbauen. Dieser kann bei der verbauten Technik noch so effizient arbeiten, für den Anspruch ist der Akku ungenügend.Akkumenü und Powermanagement des HTC U Ultra
Fazit zum HTC U Ultra
Das HTC U Ultra ist in vielerlei Hinsicht ein Top-Smartphone, das Handy weiß durch Performance und Exorbitanz zu überzeugen, hat mit dem schwachen Akku aber auch einen heftigen Malus, an dem HTC hoffentlich arbeitet. In der Phablet-Sparte kann das U Ultra als einer von wenigen Top-Vertretern aufhorchen lassen. Die Konkurrenz mit Huawei Mate 9 und iPhone 7 Plus ist groß, vielleicht ein Stückchen zu groß, den Preiskampf zettelt HTC mit dem U Ultra nämlich nicht an.
Pros des HTC U Ultra
- Feines Display
- Dual-Display
- Starke Kamera
Contras des HTC U Ultra
- Mieser Akku
- Hoher Preis
- Design-Downgrade



































































