Es gibt Produkte, die genau eine Aufgabe haben. Ein Toaster toastet Toast. Ein Hammer haut Nägel in die Wand. Und dann gibt es Technik. Die will inzwischen alles gleichzeitig sein. Die Soundcore Liberty 5 Pro Max sollen Musik abspielen, Lärm ausblenden, Gespräche übersetzen, Interviews transkribieren, mein Gehör vermessen, per KI Notizen schreiben und sich ganz nebenbei über ein Touchdisplay am Ladecase bedienen lassen. Kurz gesagt: Sie wollen weniger Kopfhörer sein als ein kleiner Computer für die Ohren.
Ich habe sie zwei Wochen lang getragen. Im Flugzeug. Beim Arbeiten. Nachts mit einem Glas Wein auf dem Sofa. In einer Bar. Zwischen Gitarren, Kindergeschrei und Klimaanlage. Danach blieb vor allem eine Frage. Braucht ein Kopfhörer das alles, oder ist weniger mehr?
Erster Eindruck: Mehr Raumschiff als Ohrstöpsel
Beim Auspacken war ich skeptisch. Die Liberty 5 Pro Max sehen nicht aus wie klassische In-Ears. Das seitliche Stäbchen geht fast nahtlos in den eigentlichen Ohrhörer über. Dazu kommt eine Mischung aus mattem und glänzendem Kunststoff, die auf Produktfotos schnell billig wirken könnte. In der Hand passiert das Gegenteil.
Nichts knarzt, keine scharfen Kanten. Kein Plastik, das nach Elektronikmarkt-Eigenmarke schreit. Stattdessen fühlt sich alles überraschend hochwertig an.

Der kleine Flügel an der Oberseite war zunächst nur ein weiteres Designspielzeug. Nach ein paar Minuten merkte ich aber, warum er da ist. Zusammen mit den verschiedenen Silikonaufsätzen und zwei zusätzlichen Flügelgrößen sorgt er dafür, dass die Ohrhörer genau dort bleiben, wo sie hingehören. Ich habe mich einmal durch sämtliche Aufsätze probiert, bis der Sitz passte. Schweiß und eine Wasserpistolenschlacht waren ihnen herzlich egal. Nur mit einem Sprung in den Pool würde ich es lieber nicht darauf ankommen lassen.
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Die Steuerung funktioniert über Tippen und Wischen. Jeder Befehl wird von einem kleinen akustischen Klick bestätigt. Das klingt nach einer Kleinigkeit, verhindert aber zuverlässig dieses nervige „Hat der Kopfhörer jetzt reagiert oder tippe ich mir gerade grundlos aufs Ohr?“. Selbst mit klammen Fingern funktionierte das zuverlässig.
30.000 Fuß, Chevelle und ein Kühlschrank-Brummen
Der erste echte Härtetest fand dort statt, wo sich Kopfhörer beweisen müssen. Kopfhörer, die mit ANC werben, wie die FIFA mit Fair Play. Im Flugzeug. Sobald die Kabinentür zugeht, verschwinden Marketingversprechen schneller als das kostenlose Handgepäck. Dann zählt nur noch eine Frage: Schaffen die Dinger es gegen Turbinen?
Das Rauschen der Triebwerke verschwand nicht. Aber es rückte weit genug nach hinten, um keine Rolle mehr zu spielen. Aus dem aggressiven Dröhnen wurde das entfernte Brummen eines Kühlschranks irgendwo hinter der Kabinenwand. Perfekt ist das nicht. Wer erwartet, dass nach dem Einsetzen absolute Stille herrscht, wird enttäuscht. Physik ist leider auch 2026 noch vorhanden. Und In-Ears bleiben bis heute hinter Over-Ears zurück.

Wer dagegen einfach nur Musik hören will, bekommt genau das. Die Gitarren blieben dort, wo sie hingehören: vorne, druckvoll und klar, ohne im Kabinenlärm unterzugehen. Irgendwann schrumpfte die Welt auf Sitz 18A, Chevelle und das Album „This Type Of Thinking“ und eine Flugbegleiterin, die wahrscheinlich fragte, ob ich etwas trinken möchte. Ich nickte einfach. Vielleicht wollte sie auch etwas ganz anderes. Die Musik war wichtiger.
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Nach vier Stunden nahm ich die In-Ears wieder heraus. Keine Druckstellen, kein Schmerz. Nicht einmal den Impuls, sie zwischendurch aus dem Ohr ziehen zu wollen. Für In-Ears ist das fast schon ein Qualitätsmerkmal.
Zu Hause im Kriegsgebiet: Kind, Klimaanlage und Tastatur
Der Feind im heimischen Büro ist ein völlig anderer. Er trägt keine Turbine, sondern Windeln. Kindergeschrei kennt keine Frequenzanalyse. Es kennt nur Chaos. Und genau daran stößt modernes Noise Cancelling bis heute an seine Grenzen. Meine Tochter schrie einmal quer durchs Wohnzimmer. Das ANC antwortete ungefähr mit einem Höflichen: Ich habe mein Bestes gegeben. Mehr war nicht drin.
Das werfe ich Soundcore nicht einmal vor. Mir ist derzeit kein Kopfhörer bekannt, der plötzlich beschließt, Dreijährige einfach aus der Realität herauszurechnen. Gegen Turbinen gewinnt moderne Technik inzwischen. Gegen Kinder nicht. Ganz anders sieht es bei gleichmäßigem Lärm aus.

Die Klimaanlage in meinem Arbeitszimmer verwandelte sich nach wenigen Sekunden in ein kaum noch wahrnehmbares Hintergrundgeräusch. Genau für solche monotonen Frequenzen wurde aktives Noise Cancelling erfunden, und hier liefern die Soundcore Liberty 5 Pro Max beeindruckend ab.
Die eigentliche Überraschung wartete allerdings auf meinem Schreibtisch. Ich pausierte die Musik und begann zu tippen. Normalerweise begleitet mich dabei das vertraute Konzert aus mechanischem Klackern, das jeder kennt, der täglich Stunden vor einer Tastatur verbringt. Diesmal nicht. Das Geräusch verschwand beinahe vollständig. Ich hörte zwar noch, dass ich schrieb. Mein Gehirn registrierte aber eher die Bewegung meiner Finger als den eigentlichen Klang.
Die Nacht, in der die Gitarren im Wohnzimmer standen
Für den eigentlichen Klangtest brauchte ich Ruhe. Nicht die technische, die menschliche. Kein klingendes Handy, keine E-Mail, kein Kind, das plötzlich noch eine wichtige Frage zum Leben, zum Universum oder zu Dinosauriern hat. Also wartete ich, bis das Haus endlich still war, schenkte mir ein Glas Wein ein und legte „Acute Mania“ von Steak auf. Ein Album, das gleichzeitig laut und feinfühlig sein kann. Genau die richtige Messlatte.

Nach den ersten Minuten wurde klar: Genau hier fühlen sich die Liberty 5 Pro Max zu Hause. Die Gitarren kamen nicht einfach aus den Ohrhörern. Sie standen plötzlich mitten im Wohnzimmer. Breit. Schwer. So, als hätte jemand zwei Marshall-Boxen auf Sofakissen gestellt, ohne dabei die Nachbarn zu wecken.
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Der Bass hatte Gewicht, ohne sich ständig in den Vordergrund zu drängen. Er schob die Musik an, statt sie zuzuschütten. Die Höhen blieben angenehm präsent, ohne scharf zu werden, und selbst in den leiseren Passagen fiel das Klangbild nicht in sich zusammen. Vor allem klang nichts künstlich aufgeblasen. Ich hatte nie das Gefühl, dass der Kopfhörer mich beeindrucken wollte. Ganz perfekt war der Klang trotzdem nicht.
Die Mitten waren mir zunächst etwas zu schüchtern. Stimmen rückten einen kleinen Schritt zu weit nach hinten, ebenso Gitarren, die eigentlich das Rückgrat vieler Rockplatten bilden. Zum Glück lässt sich das in der Soundcore-App schnell korrigieren. Ein paar Minuten am Equalizer, die Mitten leicht angehoben, die Höhen ebenso, und plötzlich passte das Klangbild für meinen Geschmack nahezu perfekt.
Wenn KI beschließt, meinen Musikgeschmack zu verbessern
Wirklich enttäuscht hat mich ausgerechnet die Funktion, auf die Soundcore besonders stolz ist: Hear ID. Die Idee klingt fantastisch. Der Kopfhörer analysiert mein Gehör, erstellt ein persönliches Hörprofil und passt den Klang automatisch daran an. Das klingt nach Zukunft. In meinem Fall klang es nach einem Verkehrsunfall.
Plötzlich wirkte alles verbogen. Stimmen standen an merkwürdigen Stellen im Mix, Gitarren verloren ihre Natürlichkeit und das komplette Klangbild fühlte sich an, als hätte nachts heimlich jemand sämtliche Regler im Tonstudio verdreht. Vielleicht funktioniert das bei anderen Ohren besser. Bei meinen jedenfalls nicht.

Ich schaltete Hear ID wieder aus, stellte meinen Equalizer selbst ein und war innerhalb von zwei Minuten glücklicher, als jede künstliche Intelligenz es offenbar für mich sein konnte. Manchmal kennt der Mensch seine Ohren eben besser als der Algorithmus.
Soundcore bietet zusätzlich einen Dolby-Atmos-Modus an. Klar hab ich ihn ausprobiert. Und wieder landete ich bei demselben Problem, das ich inzwischen mit fast jedem künstlichen Raumklang habe. Wenn Musik speziell dafür produziert wurde, kann das durchaus beeindrucken. Das Klangbild öffnet sich, Instrumente bekommen mehr Luft und manche Live-Aufnahmen profitieren tatsächlich davon.
Bei ganz normalen Rock- und Metal-Alben passierte bei mir allerdings etwas anderes. Die Musik verlor Kontur. Gitarren wirkten plötzlich weiter weg, Details verschwammen, als hätte jemand einen leichten Weichzeichner über den Mix gelegt. Ich schaltete Dolby Atmos wieder aus.
Ein Touchscreen auf einem Ladecase. Weil … warum eigentlich?
Das eigentliche Prestigeobjekt dieses Produkts steckt gar nicht in den Ohren, es liegt in der Hosentasche. Das Ladecase besitzt ein fast komplett deckendes OLED-Touchdisplay. Als ich es zum ersten Mal öffnete, fragte ich mich kurz, ob ich versehentlich ein Mini-Smartphone bestellt hatte. Mein erster Gedanke war ehrlich gesagt: Braucht wirklich jemand einen Touchscreen auf einem Kopfhörer-Case? Mein zweiter Gedanke kam ein paar Tage später.

Hm … gar nicht so dumm. Lautstärke ändern. Noise Cancelling umschalten. Equalizer wechseln. Musik pausieren. Alles direkt über das Case, ohne erst das Smartphone aus der Tasche zu ziehen. Das klingt zunächst wie ein Gimmick. Bis das Handy auf dem Schreibtisch liegt, man selbst längst auf dem Sofa sitzt und plötzlich merkt, dass man tatsächlich nicht aufstehen muss.
Trotzdem wirkt das Case ein bisschen wie jemand, der unbedingt beweisen möchte, dass inzwischen wirklich jedes Alltagsgerät ein Betriebssystem besitzen kann. Es funktioniert. Aber es möchte dabei auch gesehen werden. Und genau darin liegt sein größtes Problem. Der Bildschirm ist ein Fingerabdruckmagnet erster Klasse.
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Nach wenigen Tagen sah der Deckel aus, als hätte ich versucht, ein Butterbrot darauf zu schmieren. Verstaut man das Ding aber ab und zu in der Hosentasche, reinigt es sich durch die Reibung von selbst. Draußen in der Mittagssonne kommt noch ein weiteres kleines Ärgernis hinzu. Der Bildschirm bleibt zwar lesbar. Aber eben nur gerade so. Hier merkt man, dass ein OLED auf einer Smartphone-Größe andere Voraussetzungen hat als auf einem Ladecase, das möglichst flach bleiben soll.

Dafür fühlt sich die Hülle insgesamt ausgesprochen hochwertig an. Sie ist schwerer als gewöhnliche Ladecases, ohne klobig zu wirken. Der Schiebemechanismus rastet satt ein. Jedes Öffnen vermittelt dieses kleine mechanische Erfolgserlebnis, das gute Technik manchmal erzeugt. Irgendwie typisch für Soundcore. Sie versuchen ständig, ein kleines bisschen mehr zu sein als einfach nur Kopfhörer.
Diktiergerät mit eingebautem Verkäufer
Die zweite große Bühne der Soundcore Liberty 5 Pro Max trägt einen herrlich sperrigen Namen. KI-Notizblock. Klingt ungefähr so sexy wie eine Excel-Tabelle, ist in der Praxis aber überraschend clever. Die Idee dahinter gefällt mir sogar richtig gut.
Man legt das Ladecase einfach auf den Tisch, startet die Aufnahme und lässt ein Gespräch, ein Interview oder eine Präsentation laufen. Anschließend landet die Aufnahme in der App, wird automatisch transkribiert und steht wenige Augenblicke später als Text bereit. Ich hab’s ausprobiert und das Ergebnis war besser, als ich erwartet hatte.

Natürlich ersetzt die Transkription keinen sorgfältigen Blick über den fertigen Text. Namen werden gelegentlich falsch verstanden, manche Formulierungen stolpern ein wenig. Aber als Arbeitsgrundlage funktioniert das ziemlich zuverlässig. Genau in diesem Moment dachte ich: Okay, das ist tatsächlich mehr als ein Marketing-Gag. Und dann kam die Rechnung.
Genauer gesagt: das Abo. Kostenlos stehen gerade einmal 120 Minuten Transkription pro Monat zur Verfügung. Zwei Stunden. Das klingt zunächst großzügig, bis man beruflich ein einziges längeres Interview führt. Danach möchte Soundcore Geld. Rund 18 Euro monatlich kostet das größere Kontingent, für unbegrenzte Nutzung wird es noch einmal etwas teurer. Hier hört mein Verständnis auf. Ich habe bereits rund 250 Euro für einen Kopfhörer bezahlt.

Wenn derselbe Kopfhörer nach wenigen Tagen anfängt, mir weitere Monatsgebühren vorzuschlagen, fühlt sich das an, als hätte ich beim Autokauf festgestellt, dass das Lenkrad zwar inklusive war, das Rechtsabbiegen aber im Premium-Paket steckt. Das Feature selbst ist wirklich gut. Das Geschäftsmodell dahinter hinterlässt einen schalen Beigeschmack.
Moderne Technik verkauft längst nicht mehr nur Produkte. Sie verkauft Eintrittskarten. Und versucht anschließend, daraus ein Dauerabo zu machen.
Hola, ein Bier bitte, gracias.
Ganz anders mein Eindruck von der Übersetzungsfunktion. Getestet habe ich sie dort, wo Übersetzung im echten Leben tatsächlich gebraucht wird: in einer Bar, mit einem befreundeten Spanier. Er sprach Spanisch, die Soundcore Liberty 5 Pro Max übersetzten es mir ins Deutsche – zuverlässig und inhaltlich sauber. Kein Sinn ging verloren, keine peinliche Fehlübersetzung sorgte für Verwirrung.
Eine kleine Verzögerung gibt es allerdings. Das Case beziehungsweise die App braucht jeweils einen kurzen Moment, um einen ganzen Satz zu verarbeiten und auszugeben. Für einen schnellen Schlagabtausch taugt das nicht, dafür sind die Pausen zu deutlich spürbar. Aber dafür ist die Funktion auch gar nicht gedacht.

Als Rettungsanker im Urlaub, wenn man an der Rezeption, beim Arzt oder im Restaurant plötzlich nicht mehr weiterweiß. Für den Kellner, der einem gerade erklärt, warum heute leider doch kein Fisch mehr da ist. Sie ersetzt keine Sprachkenntnisse. Aber sie kann genau den Moment retten, in dem der eigene Wortschatz nur noch aus „Hola“, „Gracias“ und hektischem Gestikulieren besteht. Und genau dafür mag ich Technik. Nicht weil sie Menschen ersetzt. Sondern weil sie manchmal verhindert, dass man sich zum Vollidioten macht.
Akku und der ganze technische Behördenkram
Die Akkulaufzeit gehört zu den Dingen, über die ich während der zwei Wochen irgendwann aufgehört habe nachzudenken – und das ist meistens ein gutes Zeichen. Ohne aktiviertes ANC hielten die Ohrhörer bei mir locker einen kompletten Arbeitstag durch. Mit Noise Cancelling verkürzte sich die Laufzeit zwar spürbar, blieb aber lang genug für längere Flüge oder ausgedehnte Arbeitstage.
Einmal hatte ich die Liberty 5 Pro Max komplett leer liegen lassen. Fünfzehn Minuten im Ladecase später liefen sie wieder lange genug, um den restlichen Nachmittag zu überstehen. Genauso sollte Schnellladen funktionieren.

Auch kabelloses Laden der Hülle klappt problemlos. Bei der Verbindung gilt Ähnliches. Mir war ehrlich gesagt ziemlich egal, welche Bluetooth-Version auf dem Karton steht. Entscheidend war etwas anderes: Die Kopfhörer wechselten zuverlässig zwischen Laptop und Smartphone, ohne dass ich mich durch Menüs kämpfen oder minutenlang auf „Verbinden …“ starren musste.
Zu viel Feuerwerk
Was mich in den ersten Tagen fast erschlagen hat, war nicht der Klang. Nicht das Noise Cancelling. Auch nicht die Akkulaufzeit. Es war die schiere Menge an Funktionen. Display-Case, Equalizer, Hear ID, KI-Notizblock, Übersetzer, Touch-Gesten, Konversationserkennung, Modi über Modi.
Ich klickte mich durch Menüs, aktivierte Funktionen, deaktivierte sie wieder und änderte Einstellungen, nur um irgendwann festzustellen, dass ich eigentlich bloß ein Album hören wollte. Das ist vielleicht mein größter Kritikpunkt an den Liberty 5 Pro Max.
Nicht, weil ihre Zusatzfunktionen schlecht wären. Viele davon funktionieren sogar überraschend gut. Aber sie vermitteln ständig das Gefühl, dass irgendwo noch ein Schalter existiert, der das Erlebnis ein kleines bisschen besser machen könnte.
Dabei war der Moment, in dem mir die Kopfhörer am meisten Spaß machten, gleichzeitig der einfachste: nachts auf dem Sofa, ein Glas Wein in der Hand, eine meiner Lieblingsplatten im Ohr und fast alle Zusatzfunktionen ausgeschaltet. Manchmal ist weniger eben tatsächlich mehr.
Soundcore Liberty 5 Pro Max im Test: Mein Fazit
Die Soundcore Liberty 5 Pro Max sind hervorragende Kopfhörer und der Preis von rund 250 Euro ist gerechtfertigt. Gleichzeitig wirken sie, als hätten ihre Entwickler bei jeder neuen Idee gesagt: „Das bauen wir auch noch ein.“
Das Ergebnis ist ein Produkt, das Musik abspielt, Lärm ausblendet, Gespräche transkribiert, Sprachen übersetzt, mein Gehör analysiert und sich über ein Touchdisplay am Ladecase bedienen lässt. Beeindruckend ist dabei vor allem, dass vieles davon tatsächlich funktioniert.
Im Flugzeug überzeugte mich das Noise Cancelling. Zu Hause machte es kurzen Prozess mit Klimaanlage und Tastaturgeklapper, kapitulierte aber – wie praktisch jeder andere Kopfhörer auch – vor einem schreienden Kind. Klanglich trafen die Soundcore Liberty 5 Pro Max meinen Geschmack, allerdings erst, nachdem ich den Equalizer selbst angepasst und Hear ID wieder abgeschaltet hatte. Die automatische Personalisierung wollte meinen Musikgeschmack offenbar besser kennen als ich selbst. Sie lag daneben.
Die KI-Funktionen hinterlassen einen gemischten Eindruck. Die automatische Transkription ist im Alltag wirklich nützlich und die Übersetzungsfunktion hat mich positiv überrascht. Das Abo-Modell für den Notizblock wirkt dagegen wie ein zweites Preisschild, das erst nach dem Kauf sichtbar wird. Für einen Kopfhörer dieser Preisklasse hätte ich hier deutlich mehr Großzügigkeit erwartet.
Vielleicht liegt genau darin die kleine Ironie dieses Produkts. Soundcore verkauft einen Alleskönner. Begeistert hat mich am Ende ausgerechnet das, was Kopfhörer schon seit Jahrzehnten tun sollten: Musik spielen.

Pro der Soundcore Liberty 5 Pro
- Überzeugendes Noise Cancelling
- Warmer, ausgewogener Klang
- Hoher Tragekomfort
- Sinnvolle Extras dank Display-Case
Contra der Soundcore Liberty 5 Pro
- Abo-Modell für KI-Features
- Hear ID überzeugt nicht
- Zu viele Funktionen auf einmal
- ANC stößt bei unregelmäßigen Geräuschen an Grenzen






