Lebara – einst ein Anbieter für in Deutschland lebende Ausländer – tritt längst nicht mehr nur mit einfachen Einsteigerangeboten an. Grund genug für uns, mal genauer hinzuschauen und einen der Handytarife selbst zu testen. Wir nehmen dich mit: von der Bestellung bis hin zur täglichen Nutzung.
Diese Handytarife bietet Lebara
Das Lebara-Portfolio ist breit. Es gibt klassische Verträge mit 24 Monaten Laufzeit, monatlich kündbare Tarife, einen Unlimited-on-Demand-Tarif und dazu noch Prepaid-Angebote im Vier-Wochen-Rhythmus. In den regulären Vertragstarifen reicht die Spanne von 10 bis 200 GB. Die Preise liegen je nach Tarif bei 3,99 Euro bis höchstens 24,99 Euro. Enthalten sind jeweils eine Allnet- und SMS-Flat in Deutschland sowie je nach Tarif 50 bis 100 Freiminuten in bis zu 50 Länder. Auch eSIM ist in allen Tarifen möglich.
Für diesen Test haben wir uns für den Hello! 50 Flex, einen monatlich kündbaren 50-GB-Vertragstarif für 8,99 Euro monatlich, mit physischer SIM, entschieden. Dazu kommt bei den flexiblen Tarifen allerdings eine Aktivierungsgebühr von 10 bis 15 Euro. In unserem Fall wurden 10 Euro direkt nach der Bestellung per Lastschrift eingezogen. Alternativ ist auch PayPal inklusive flottem Express Checkout möglich.
So einfach laufen Bestellung und Versand
Die Bestellung selbst ist angenehm schlank. Name, Anschrift und Bankverbindung reichen aus. Eine zusätzliche Prüfung per Video-Ident oder Post-Ident gab es in unserem Testszenario nicht. Direkt danach verschickt Lebara mehrere E-Mails. Erst kommt die Bestellbestätigung mit dem Hinweis auf die Aktivierungsgebühr, danach der persönliche Aktivierungslink und am selben Tag noch die Versandmeldung. Das wirkt ordentlich organisiert und hält dich über jeden Schritt auf dem Laufenden.
Die physische SIM kam in unserem Test schnell an. Bestellt wurde am Donnerstagvormittag, die Versandmail kam am Donnerstagabend, der Brief lag am Samstag im Briefkasten. Auffällig war dabei nur der Versand selbst. Der Umschlag war mit einer ganz normalen Briefmarke frankiert. Das ist kein Nachteil, wirkt für ein Unternehmen dieser Größe aber ungewohnt handgemacht.
Im Brief liegt ein DIN-A4-Blatt mit einer verständlichen Anleitung. Dort stehen die letzten zehn Ziffern der SIM-Nummer und die PUK. Die benötigen wir zur Aktivierung. Die PIN der SIM steht dagegen nur auf dem Plastikträger der Triple-SIM. Praktisch ist das Format der Karte. Ob Standard-, Micro- oder Nano-SIM, alles ist vorbereitet. Weniger praktisch ist die Verteilung der Zugangsdaten auf verschiedene Stellen. Wer den Träger zu früh entsorgt, darf später suchen. Zumal bei der Erstnutzung die PIN der SIM in unserem Fall gar nicht abgefragt wurde.
Aktivierung geht schnell, wirkt anfangs aber irritierend
Die Aktivierung selbst ist gut gelöst. Du gibst die PUK und die letzten zehn Ziffern der SIM-Nummer ein, also genau die Daten, die auf dem Schreiben im Brief stehen. Der Vorgang dauerte in unserem Test weniger als 30 Sekunden. Direkt danach kamen E-Mail und SMS mit der neuen Rufnummer aus dem Block 01551. Ein Neustart oder ein Wechsel in den Flugmodus waren nicht nötig. Genauso sollte es laufen.
App und Konto: viel drin, aber nicht alles bequem
Lebara schiebt die MyLebara-App schon in den Unterlagen deutlich in den Vordergrund. Die Installation unter Android lief problemlos. Der Einstieg war trotzdem holprig. Beim ersten Öffnen wirkte es so, als sei bereits ein Konto vorhanden, obwohl im Bestellprozess nach unserem Eindruck kein Passwort bewusst vergeben wurde. Die Anmeldung klappte deshalb erst nach dem Zurücksetzen des Passworts. Das ist unnötige Reibung an einer Stelle, die eigentlich simpel sein sollte.
Ist das Konto einmal eingerichtet, wird es deutlich besser. In der App siehst du Tarif, Preis, Verlängerungsdatum, Datenvolumen, internationale Minuten, Rechnungen und Vertragsdetails. Auch der Einzelverbindungsnachweis ist vorhanden. Die erste Rechnung wird anteilig berechnet. In unserem Fall waren bis zum 1. April 6,77 Euro fällig, also nur die anteiligen monatlichen Kosten für den ersten Nutzungsmonat, rechnerisch ab dem Tag der Zustellung der SIM-Karte.
Wichtig zu wissen: Die App ist nicht zwingend nötig. Praktisch alles Wichtige lässt sich ebenso über die Webseite erledigen. Dort findest du ebenfalls Rechnungen, Vertragsinformationen, Einzelverbindungen und Verwaltungsfunktionen. Auch die nachträgliche Rufnummernmitnahme ist möglich. Dafür muss die bestehende Nummer beim alten Anbieter freigegeben sein, die Daten müssen übereinstimmen, und die aktivierte Lebara-SIM muss bereits vorliegen. Als Bonus gibt es in unserem Fall 10 Euro, in anderen Verträgen sind bis zu 30 Euro möglich.
Netz ordentlich, technisch mit Besonderheiten
Beim Empfang entspricht Lebara dem Telefónica-Netz. Das ist wenig überraschend, denn Lebara nutzt die Funkinfrastruktur von O2 Telefónica. Hier hat der Netzbetreiber in den vergangenen Jahren eine Menge getan. Interessant ist der technische Unterbau von Lebara. Denn Lebara nutzt ein eigenes Vermittlungsnetz. Die Sendemasten kommen von Telefónica, dahinter übernimmt Lebara selbst.
Im Alltag funktioniert das grundsätzlich gut. Der APN war korrekt auf internet.lebara.de gesetzt, eine manuelle Einrichtung war nicht nötig. Datenroaming war allerdings zunächst deaktiviert und musste von Hand eingeschaltet werden. VoLTE stand zur Verfügung. WLAN-Call dagegen nicht auf unserem Testgerät. Diese Funktion wird derzeit nur auf Apple- und Samsung-Geräten unterstützt. Weitere Marken sollen folgen. Für Nutzer anderer Smartphones ist das ein Nachteil.
Bei der Telefonie fielen noch zwei Dinge auf. Erstens klingt das Freizeichen ungewohnt. Das hören nicht nur Nutzer beim Wählen, sondern auch Anrufer auf der Lebara-SIM. Zweitens war die Reaktionszeit beim ersten Gespräch spürbar höher als erwartet. In späteren Gesprächen fiel das weniger stark auf, ganz unauffällig war es aber nicht. Für den Test nutzen wir dabei übrigens ein Honor 90 Smartphone.
Alltag, Daten und Latenz
Für normales Surfen, Streaming und typische Smartphone-Nutzung gab es in unserem Test keine echten Einschränkungen. Geoblocking war trotz einer auf Großbritannien registrierten IP-Adresse kein Problem, weil die Region auf Frankfurt am Main gesetzt war. Die üblichen Streaming-Dienste funktionierten ohne Auffälligkeiten.
Technisch interessant bleibt das Routing trotzdem. Ping-Zeiten zu normalen deutschen Servern lagen bei etwa 60 bis 70 Millisekunden. Für typische Nutzung ist das nicht entscheidend. Für Online-Gaming oder andere latenzkritische Anwendungen kann das aber zum Thema werden.
Fazit zum Lebara-Tarif
Lebara macht vieles richtig. Der Tarif ist günstig, die Bestellung einfach, die Aktivierung schnell, und das Gesamtpaket wirkt für den Preis stark. Gerade der monatlich kündbare 50-GB-Tarif für 8,99 Euro ist ein Angebot, bei dem man nicht lange nachdenken muss, um es interessant zu finden. Dazu kommen eSIM, internationale Minuten und die Möglichkeit, eine Rufnummer auch später noch mitzunehmen.
Unter dem Strich liefert Lebara ein gutes Gesamtpaket mit attraktivem Preis und ordentlicher Alltagstauglichkeit. Das ungewohnte Freizeichen und die teils höhere Latenz bei Gesprächen können zwar durchaus stören. Wenn du aber vor allem viel Datenvolumen für wenig Geld suchst und mit kleinen Besonderheiten im Detail leben kannst, bekommst du hier derzeit ein überraschend starkes Angebot.
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Dieser Artikel ist Teil einer Kooperation mit Lebara. Der Partner nimmt keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.
