/Testberichte/Roborock löst das größte Problem der Wischwalze: Saros 20 Flow Complete im Test

Roborock löst das größte Problem der Wischwalze: Saros 20 Flow Complete im Test

8 Min. Lesezeit Teilen/Speichern
Roborock bringt die Wischwalze in die beliebte Saros-Reihe. Der Saros 20 Flow Complete saugt mit 36.000 Pa, hat dazu einen einfahrbaren LiDAR‑Turm und misst gerade einmal 8,98 cm. Kostenpunkt: 1.299 Euro (UVP).
Station des Roborock Saros 20 Flow Complete
Roborock löst das größte Problem der Wischwalze: Saros 20 Flow Complete im TestBildquelle: Thomas Kern / inside digital

Wer bislang die beste Wischleistung wollte, musste sich entscheiden: Walze oder flache Bauweise. Beides zusammen gab es nicht, und Roborock hat das selbst am deutlichsten vorgeführt. Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow (Test) wischt mit Walze und misst 11,9 cm, der Saros 20 Neo (Test) kommt mit rotierenden Mopps auf 7,98 cm. Dazwischen liegen knapp vier Zentimeter, und die entscheiden, ob der Roboter unter dem Sofa putzt oder davor parkt. Der Flow Complete soll diesen Kompromiss auflösen. Klappt das in der Praxis, oder bezahlt am Ende die Wischleistung dafür?

Design und Einrichtung des Roborock Saros 20 Flow Complete

Optisch ist der Flow Complete ein klassischer Saros: rund, flach, mit einem Navigationsturm, der im offenen Raum ausfährt und die Umgebung um 360 Grad scannt. Vor flachen Möbeln versenkt er sich komplett im Gehäuse, der Roboter orientiert sich dann über eine 100-Grad-Rückansicht weiter. Roborock nennt das RetractSense. Wie der absenkbare Turm funktioniert und was er bringt, habe ich in diesem Artikel erklärt.

Die eigentliche Nachricht steckt in der Bauhöhe. Laut Hersteller misst der Roboter 8,98 cm. Das ist exakt ein Zentimeter mehr als beim Saros 20 Neo, aber knapp drei Zentimeter weniger als beim Qrevo Curv 2 Flow mit derselben Wischtechnik. Auch der Narwal Flow 2 (Test), bislang mein Wisch-Maßstab bei Walzen-Robotern, ist mit 9,5 cm höher. Warum die Wischtechnik die Bauhöhe überhaupt bestimmt, steht in diesem Artikel.

Der Roborock Saros 20 Flow Complete ist ein flacher Walzen-Saugroboter Bildquelle: Thomas Kern / inside digital

Unter dem Roboter sitzen eine zweigeteilte Hauptbürste und zwei Seitenbürsten, die sich beide anheben lassen. Dahinter arbeitet eine 27 cm breite Walze, die von 16 Düsen permanent mit Frischwasser durchgespült wird. Das Schmutzwasser wird abgeführt, statt am Boden verteilt zu werden.

Die Basisstation misst 38,1 × 45,4 × 45,1 cm und ist damit etwas kompakter als die des Saros 20 Neo mit 40,2 × 49,4 × 45 cm. Ausgestattet ist sie dennoch vollständig: Absaugen in den Staubbeutel, Walzenwäsche mit bis zu 100 Grad heißem Wasser, Trocknung mit 63 Grad Warmluft (beim Neo sind es 55 Grad) und eine automatische Dosierung von Reinigungsmittel, das im Lieferumfang vorhanden ist. Neu ist, dass die Station den Wassertank im Roboter mit warmem Wasser nachfüllt.

Seitensensor des Roborock Saros 20 Flow Complete Bildquelle: Thomas Kern / inside digital

Kurz noch zum Lieferumfang: Da es sich um eine „Complete“-Variante des Saugers handelt, inkludiert Roborock zahlreiche Einzelteile. So sind eine Wischrolle, Filter und Seitenbürsten vorhanden. Die Einrichtung ist wie gewohnt bei Roborock kinderleicht. QR-Code am Roboter scannen und durch den Einrichtungsprozess führen lassen. Die Inbetriebnahme dauert insgesamt wenige Minuten.

Funktionen der Roborock-App

In der Roborock-App geht es dann auch erstmal weiter. In meinen Augen ist sie weiterhin die übersichtlichste Saugroboter-App am Markt. Im Hauptmenü wählst du Saugstufe und Wasserdurchfluss und verfolgst live, wo der Roboter gerade putzt.

Screenshot aus der Roborock-App Bildquelle: Thomas Kern / inside digital

Für die Walze kommen zwei Optionen hinzu, die du laut Roborock manuell aktivieren musst. Erstens erkennt der Roboter über seine Kamera die Bodenart und reduziert die Wassermenge etwa auf Holz, um Streifen zu vermeiden. Zweitens ordnet er Verschmutzungen ein: mehr Saugkraft für Kaffeepulver oder Katzenstreu, reiner Wischmodus bei verschütteten Flüssigkeiten.

Screenshots aus der Roborock-App Bildquelle: Thomas Kern / inside digital

Bei 3 cm hohen Florteppichen hebt der Roboter die Walze um bis zu 1,5 cm an und schirmt sie mit einer Abdeckung ab. Alternativ umfährt er Teppiche oder fährt nur deren Kanten ab. Dazu kommen Sperrzonen, Zeitpläne, Haustierfunktionen wie Fotos oder ein Kamerablick aus der Ferne. Was beim DJI Romo P2 (Test) und beim Mova V70 Ultra Complete (Test) fehlt, bringt der Flow Complete mit: Matter. Dazu kommen Alexa, Siri und Google Home.

So gut saugt und wischt der Roborock Saros 20 Flow Complete

Wie schon erwähnt, verrichtet der Roboter seine Arbeit mit einem 36.000 Pa starken Motor. Derselbe Wert wie beim Saros 20 (Test) oder dem Saros 20 Sonic (Test). Pascal ist allerdings ein Unterdruckwert und kein Reinigungsergebnis. Das Ergebnis im Test stimmt aber trotzdem: Auf Fliesen und PVC ist die Saugleistung sehr gut, liegen bleibt so gut wie nichts.

Testvolumen (g)Ansaugvolumen (g)Effizienz (%)
Haferflocken (Fliesen)10 g9,9 g99 %
Haferflocken (Teppich)10 g9,7 g97 %
Sand (Teppich)10 g9,4 g94 %

Erfreulich ist, dass die Leistung auf Teppichen nicht einbricht, wie bei den meisten Modellen. Ob der Roboter auf diesem Untergrund Sand oder Haferflocken aufsaugen soll, ist dabei belanglos. Ein Punkt, den keine Pascal-Zahl abbildet: Wie die gesamte Saros-20-Reihe ist auch der Flow Complete von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) als allergikerfreundlich zertifiziert. Das Siegel bewertet nicht die Saugkraft, sondern das Gesamtsystem.

Die ECARF-Kriterien für Staubsauger (Stand Juli 2025) verlangen einen HEPA-Filter, eine streng begrenzte Staubemission, eine Timer-Funktion und eine Absaugstation. Mit einfachen Worten: Der Staub, den der Roboter aufnimmt, bleibt im Gerät und landet nicht über die Abluft wieder in deiner Atemluft. Dazu passt die Station mit geschlossenem Staubbeutel, den du entsorgst, ohne ihn offen auszuschütten.

Rückseite des Roborock Saros 20 Flow Complete Bildquelle: Thomas Kern / inside digital

Für dich heißt das zweierlei. Reagierst du bereits auf Hausstaubmilben, Pollen oder Tierhaare, hast du weniger Allergene in der Luft und damit weniger Beschwerden. Aber auch ohne Allergie sinkt die Staubbelastung: Zertifizierte Geräte wirken nach Aussage von ECARF, die mir die Stiftung auf der IFA 2026 im Gespräch bestätigt hat, nicht nur kurativ, sondern auch präventiv. Den Vorteil nutzt du allerdings nur, wenn du mitspielst: mittlere Saugstufe statt Maximum und ein Zeitplan, der den Roboter in deiner Abwesenheit fahren lässt. Was Allergiker beim Saugroboter wissen sollten, habe ich hier zusammengefasst.

Zurück zur Saugleistung. Erkennt der Saros 20 Flow Complete einen Teppich, erhöht er die Saugkraft automatisch. Du musst ihn also nicht dauerhaft auf der höchsten Stufe fahren lassen, und das solltest du auch nicht. Warum die stärkste Saugstufe eher das Gegenteil bewirkt, habe ich in diesem Artikel erklärt. Gegen Haare setzt Roborock auf die zweigeteilte Hauptbürste und die beiden anhebbaren Seitenbürsten. Das trägt in der Praxis Früchte, da sich der Roboter auch bei langen Haaren nicht schwer tut. Verhedderte Haare habe ich in der Haupt- und Seitenbürste nicht entwirren müssen.

Für Ecken setzt Roborock auf eine wendbare Seitenbürste. Und auch hier gelingt dem Modell ein solides Ergebnis. Denn der Roboter gelangt gut in Ecken und holt den meisten Dreck aus schwer erreichbaren Stellen heraus. Allerdings zeigt der DJI Romo P2 im Test ein minimal besseres Ergebnis, da die Einsatzteile weiter ausfahren, als bei Saros 20 Flow Complete.

Kommen wir zur Wischleistung, der Kernkompetenz des Modells. Die Wischleistung ist sehr gut. Frische Flecken sind sofort weg, und auch eingetrocknete Rückstände bekommt der Flow Complete vom Boden. Genau hier zahlt sich die Walze gegenüber rotierenden Pads aus, denn sie führt das Schmutzwasser ab, statt es zu verteilen. Bei der Eckenfahrt fährt die Walze bis auf unter 1 cm an Kanten heran.

Wischwalze des Roborock Saros 20 Flow Complete Bildquelle: Thomas Kern / inside digital

Auf Teppichen leistet sich der Flow Complete keinen Fehler. Die Teppicherkennung klappt im Test fehlerfrei, und sobald der Roboter einen Teppich erkennt, fährt er den Schutzmechanismus über der Walze aus. Das Problem feuchter Teppichkanten tritt nicht auf.

Gibt es beim Akku einen Nachteil? Im Gegenteil. Nach 30 Minuten unter Volllast, also auf höchster Saug- und Wasserstufe, zeigt der Flow Complete noch 84 Prozent Restakku. Das ist ein Top-Wert: Der Saros 20 Neo hat unter denselben Bedingungen 28 Prozent verbraucht, der DJI Romo P2 23 Prozent. Besser war bislang nur der Mova V70 Ultra Complete mit 14 Prozent. Verbaut ist ein 6.400-mAh-Akku.

Navigation, Hinderniserkennung und Kletterkünste des Saros 20 Flow Complete

Zur Orientierung nutzt der Flow Complete den einfahrbaren LiDAR-Turm, für Hindernisse eine KI-Kamera und ein strukturiertes Seitenlicht, das Roborock VertiBeam nennt. Damit werden Wände, Möbelkanten, Schwellen und Teppichränder früher erfasst. Mehr als 300 Hindernisarten erkennt der Roboter laut Hersteller, erfassen will er Objekte ab 3 × 3 cm. Wie LiDAR, Kamera und ToF-Sensoren zusammenspielen, erklärt dieser Ratgeber.

Vorderseite des Roborock Saros 20 Flow Complete Bildquelle: Thomas Kern / inside digital

Die Messlatte liegt hoch. Beim DJI Romo P2 (Test) konnte ich keinen einzigen Fehler provozieren, beim Saros 20 Flow Complete ebenfalls nicht. Die Hinderniserkennung ist makellos, Kabel eingeschlossen: Er erkennt sie zuverlässig und umkurvt sie, statt sie einzusaugen. Für dich heißt das: Du kannst den Roboter unbeaufsichtigt losschicken, ohne dir Sorgen machen zu müssen, dass er etwas anstellt.

Beim Klettern übernimmt der Flow Complete das System der Saros-20-Reihe: Ein Kletterarm hebt das Chassis an, der Roboter überwindet laut Hersteller Doppelstufen von 4,5 plus 4,3 cm, also 8,8 cm in Summe. Voraussetzung ist, dass die erste Stufe mindestens 20 cm tief ist.

Fazit: Roborock zeigt, wie ein Walzen-Roboter sein muss

Der Roborock Saros 20 Flow Complete ist der zweitbeste Saugroboter, den ich bislang getestet habe. Die Frage aus der Einleitung beantwortet er klar: Walze und flache Bauweise schließen sich nicht mehr aus. Mit 8,98 cm ist er flacher als der Narwal Flow 2, der Mova S70 Roller und Roborocks eigener Qrevo Curv 2 Flow, und die Wischleistung leidet darunter nicht. Frische und eingetrocknete Flecken bekommt er weg, er saugt auf Hartboden wie auf Teppich sehr gut, und die Walze bleibt dank fehlerfreier Teppicherkennung vom Teppich fern. Dazu kommen eine makellose Hinderniserkennung und mit 84 Prozent Restakku nach 30 Minuten Volllast einer der besten Akkuwerte meiner Tests.

Vor ihm steht nur der DJI Romo P2 (Test), und der Abstand ist denkbar knapp. Beim Saugen, Wischen und bei der Hinderniserkennung liegen beide im Test gleichauf, der DJI kommt lediglich etwas besser in Ecken. Beim Preis gibt es zwischen den beiden Spitzenreitern kaum einen Unterschied. Der Roborock Saros Flow Complete kostet 1.299 Euro (UVP).

Testsiegel Roborock Saros 20 Flow Complete Bildquelle: inside digital

Vorteile:

  • Ersatzteile und Putzmittel im Lieferumfang
  • Sehr gute Saugleistung
  • Entfernt frische und eingetrocknete Flecken
  • Makellose Hinderniserkennung, auch bei Kabeln
  • Lange Akkulaufzeit
  • Matter-Unterstützung vorhanden

Nachteile:

  • Kommt weniger gut in Ecken als der DJI Romo P2
  • Einen Zentimeter höher als der günstigere Saros 20 Neo
So arbeiten wir
Unsere Redaktion testet Produkte nach festen redaktionellen Kriterien. Testgeräte stellt meist der Hersteller leihweise zur Verfügung — auf unsere Bewertung hat das keinen Einfluss. Über Affiliate-Links im Beitrag bekommen wir beim Kauf eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Geprüfte News von echten Redakteuren

inside digital als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen.

Bildquellen

  • Der Roborock Saros 20 Flow Complete ist ein flacher Walzen-Saugroboter: Thomas Kern / inside digital
  • Seitensensor des Roborock Saros 20 Flow Complete: Thomas Kern / inside digital
  • Screenshot aus der Roborock-App: Thomas Kern / inside digital
  • Screenshots aus der Roborock-App: Thomas Kern / inside digital
  • Rückseite des Roborock Saros 20 Flow Complete: Thomas Kern / inside digital
  • Wischwalze des Roborock Saros 20 Flow Complete: Thomas Kern / inside digital
  • Vorderseite des Roborock Saros 20 Flow Complete: Thomas Kern / inside digital
  • roborock-saros-20-flow-complete-inside-digital-testsiegel-web: inside digital
  • Station des Roborock Saros 20 Flow Complete: Thomas Kern / inside digital

Keine Kommentare

[-AMP Version-]