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Bei Saugrobotern dreht sich die Werbung seit Jahren um eine einzige Kennzahl: die Saugkraft in Pascal. Für Menschen mit Hausstaubmilben- oder Pollenallergie ist sie fast nebensächlich. Entscheidend ist, ob ein Gerät den aufgenommenen Staub im System behält, statt ihn über die Abluft zurück in den Raum zu blasen. Genau darauf schaut ein Prüfsiegel, das inzwischen auch für Saugroboter vergeben wird.
Roborock: Die gesamte Saros-20-Reihe trägt das ECARF-Siegel
Die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) ist eine gemeinnützige Stiftung, die zu Allergien forscht, aufklärt und allergikerfreundliche Produkte mit einem eigenen Siegel zertifiziert. Auf der IFA 2026 hat Roborock bekanntgegeben, dass seine Geräte offiziell als „allergikerfreundlich“ zertifiziert sind und nennt dabei ausdrücklich die gesamte Saros-20-Reihe.
Dazu gehören der Saros 20 (Test), der Saros 20 Sonic (Test) und der neue Saros 20 Neo (Test). Für alle drei gibt Roborock 36.000-Pa-Saugkraft an, ausgeliefert werden sie mit einer Absaugstation samt Staubbeutel.

Warum das so viele Haushalte betrifft
Nach Angaben von ECARF leben in Deutschland rund 30 Millionen Menschen mit Allergien. Die für Saugroboter besonders relevanten Allergien betreffen Millionen Menschen: In Deutschland leben laut Helmholtz Munich rund 10,5 Millionen Erwachsene mit einer Pollenallergie. Eine ganzjährige Hausstaubmilbenallergie betrifft nach Schätzung des Allergieinformationsdienstes sieben Prozent der Bevölkerung. Auf Basis der aktuellen Bevölkerungszahl von 83,5 Millionen sind das knapp sechs Millionen Menschen. Beide Gruppen können sich überschneiden.
Für die Wohnung besonders relevant ist die Hausstaubmilbenallergie. Der Allergieinformationsdienst von Helmholtz Munich geht von rund sieben Prozent der Bevölkerung aus, in der RKI-Studie DEGS1 waren 15,9 Prozent der untersuchten Erwachsenen gegen Milbenallergene sensibilisiert. Ausgelöst werden die Reaktionen nicht vom Staub selbst, sondern von Allergenen aus Kot und Körpern der Milben, die sich mit dem Hausstaub verbinden.
Dazu kommt, was von draußen hereingetragen wird: Pollen gelangen beim Lüften, an Kleidung oder über Haustiere in die Wohnung. Alle diese Partikel liegen auf Boden und Teppich, bis sie jemand aufwirbelt.
Kurativ und präventiv: Was das Siegel für Allergiker bedeutet
Auf der IFA 2026 hatte ich die Möglichkeit, mit Verantwortlichen der ECARF zu sprechen. Zu einer Überraschung sagte man mir, dass mit dem Siegel zertifizierte Saugroboter sowohl kurativ als auch präventiv sind.

Kurativ heißt: Wer bereits auf Hausstaubmilben, Pollen oder Tierhaare reagiert, hat mit einem dichten Gerät weniger Allergene in der Atemluft und somit weniger Beschwerden. Präventiv heißt: Auch dort, wo bislang niemand allergisch reagiert, sinkt die Staubbelastung. Und die ist der Ausgangspunkt, denn eine Sensibilisierung entsteht nach dem Kontakt mit einem Allergen und nicht über Nacht.
Für die Kaufentscheidung ist das der eigentliche Punkt. Das Siegel ist kein Zusatz für Betroffene, sondern ein Argument für jeden Haushalt mit Teppich, Haustier oder offenem Fenster.
Was ECARF verlangt und warum Pascal darin nicht vorkommt
In den ECARF-Kriterien für Staubsauger (Stand Juli 2025) steht nicht die Leistung im Mittelpunkt, sondern das Gesamtsystem: Verlangt werden ein HEPA-Filter, eine streng begrenzte Staubemission, eine Timer-Funktion und eine Absaugstation. Die Saugkraft in Pascal kommt in der Liste überhaupt nicht vor. Auch das überrascht, da sich Saugroboter-Hersteller mit jedem weiteren Saugroboter-Marktstart immer wieder selbst überbieten, was die Pascal-Angabe angeht.
Der Grund ist einfach: Ein schwacher Filter oder ein undichter Luftweg bläst genau die Partikel zurück in den Raum, die der Roboter gerade aufgenommen hat. Auch die Station zählt. Ein geschlossener Staubbeutel lässt sich entnehmen, ohne den Inhalt offen auszuschütten. Beim Ausleeren beutelloser Behälter über dem Mülleimer werden hingegen Pollen und Feinstaub erneut frei.

Was Allergiker im Alltag aus dem Siegel machen
Ein zertifiziertes Gerät nimmt dir die Einstellungen nicht ab. Der größte Hebel ist der Timer: Läuft der Roboter in deiner Abwesenheit, setzt sich aufgewirbelter Staub ab, bevor du den Raum wieder betrittst. Auf Hartböden hilft zusätzlich das Wischen, weil Feuchtigkeit Partikel bindet, statt sie mit Bürsten und Luftstrom nur zu verschieben. Welche Geräte am besten wischen, findest du in unserer Liste der Saugroboter mit der besten Wischleistung. Und beim Kauf lohnt der Blick auf die Ersatzteile: Ohne dauerhaft lieferbare Filter verliert auch das dichteste System nach zwei Jahren seinen Vorteil.
