SwitchBot haut auf der IFA 2026 einen raus – und zwar mit dem Lock Ultra Max Vision Pro Combo (Uff, was ein Name). Das Set besteht aus drei Komponenten: dem neuen Smart Lock Lock Ultra Max, dem Keypad Vision Pro mit 3D-Gesichtserkennung und dem Hub Mini Matter Enabled. Wie beim Nuki Smart Lock Pro bleibt dein Schließzylinder in der Tür und ein Zylindertausch ist nicht nötig.
Bürstenloser Motor mit zwei Tempo-Stufen
Im Zentrum steht der bürstenlose „UltraDrive-Motor“. Er erreicht laut SwitchBot 160 Umdrehungen pro Minute und damit die 3,2-fache Drehzahl des bisherigen SwitchBot Smart Lock Ultra (zum Test). Im „Max Mode“ soll die Tür in 1,1 Sekunden entriegelt sein, die Drehkraft gibt der Hersteller mit mehr als 9 Kilogramm an. Wer es nachts leiser mag, wechselt in den „Quiet Mode“. Ein magnetischer Encoder erfasst die Schlossposition und soll auch bei häufiger Nutzung für gleichmäßigen Betrieb sorgen.
Das Gehäuse besteht aus einer Aluminiumlegierung mit gebürsteten Edelstahldetails. Kompatibel ist das Schloss nach Herstellerangaben mit 99 Prozent der europäischen Schlösser, darunter EU-Profilzylinder, Knaufzylinder, Schweizer Rundzylinder und britische Ovalzylinder. Für Sonderfälle gibt es Adapter im Lieferumfang.
Bis zu 19! Wege in die Wohnung
Der buchstäbliche Blickfang ist das Keypad Vision Pro. Es projiziert über 30.000 Infrarotpunkte auf dein Gesicht und erstellt daraus eine 3D-Karte. Unter Laborbedingungen ist die Erkennung in weniger als einer Sekunde abgeschlossen. Und dank Infrarotbeleuchtung klappt das auch im Dunkeln. Weil das System mit Tiefeninformationen arbeitet, soll es sich auch nicht mit Fotos oder Videos austricksen lassen.

Die eigentliche Besonderheit ist aber die kontaktlose Handvenenerkennung: Ein Nahinfrarotsensor liest das Venenmuster deiner Handfläche. Das richtet sich an Kinder, ältere Familienmitglieder und alle, deren Fingerabdrücke sich schwer lesen lassen. Wie etwa bei trockenen oder nassen Fingern. Klassisch bleiben Fingerabdruck, PIN und NFC-Karte. Zusammen mit der SwitchBot-App, Sprachsteuerung, Smartwatch, Widgets, Geofencing, Schlüssel und SwitchBot Remote kommt das System auf bis zu 19 verschiedene Entriegelungsmethoden. Wichtiger Hinweis: Gesichts-, Venen- und Fingerabdruckdaten verarbeitet und speichert das Keypad lokal auf dem Gerät.

Drei Stromquellen für die Tür
Der 4.200-mAh-Akku im Schloss soll bei typischer Nutzung bis zu neun Monate halten. Geht er zur Neige, übernimmt eine separate CR123A-Batterie für rund 500 Schließvorgänge. Ist auch die leer, sammelt „Micro-Power Unlock“ etwa 30 Sekunden lang Restenergie und ermöglicht bis zu fünf Notentriegelungen. Natürlich reden wir auch bei diesem Smart Lock von einer langen Akkulaufzeit, aber dennoch ist das ein Feature, das es so beim Spitzenreiter Nuki nicht gibt.
Das Keypad selbst hat einen 5.000-mAh-Akku und weckt die Biometrie erst, wenn du davorstehst. Dazu kommen Auto-Lock, Sprachhinweise am Gerät sowie Warnungen bei offener Tür, niedrigem Akku und 13 Kategorien von Wetterwarnungen.
SwitchBot gegen Nuki: der direkte Vergleich
Fair vergleichbar ist die Combo mit dem Nuki Smart Lock Pro 5.0 (zum Test) plus Keypad 2 NFC (zum Test): zusammen 448 Euro nach UVP. SwitchBot ist also günstiger, der Abstand ist aber kleiner, als die Listenpreise vermuten lassen. Beim Tempo gibt es keinen Sieger: Nuki öffnet im „Insane“-Modus in etwa einer Sekunde, im Standardmodus in rund 1,5 Sekunden. SwitchBots 1,1 Sekunden liegen damit auf Augenhöhe, nicht darüber.

Beim Akku nennen beide bis zu neun Monate, bei Nuki gilt der Wert allerdings ohne Fernzugriff. Und der Nuki-Akku ist fest verbaut: Reserve-Batterie und Notentriegelung wie bei SwitchBot hat der Österreicher nicht zu bieten. Umgekehrt stecken bei Nuki WLAN und Matter direkt im Schloss, ein Hub ist nicht nötig. SwitchBot braucht den Hub Mini, der aber zumindest beiliegt.
Der größte Unterschied sitzt außen an der Tür. Nuki bietet mit dem Keypad 2 NFC Tap to Unlock über den Aliro-Standard, also Entriegeln per Handy oder Watch. Das funktionierte im Test tadellos, setzt aber Apple– oder Samsung-Hardware inklusive passendem Hub voraus.

Diese Option fehlt SwitchBot, dafür kommen Gesichts- und Handvenenerkennung ganz ohne Smartphone aus. Bei Nuki gibt es beides nicht. Punkten kann Nuki weiterhin mit der App, die kein Account erfordert und im Test durch die geführte Installation und ihre Funktionsvielfalt überzeugte. Ob SwitchBots Angaben im Alltag halten, muss ein Test zeigen.
Die Vorbestellung des neuen SwitchBot Smart Locks startet am 3. September 2026 über die EU-Shops von SwitchBot. Die Combo kostet 339,99 Euro.
