Samsung Galaxy Book2 Pro 360: Flaches Convertible mit potenter Hardware

6 Minuten
Auf dem MWC 2022 stellte Samsung seine neuen Notebooks vor. Der Hersteller stellt sich damit mit breiter Brust gegen die Konkurrenz rund um Lenovo und Co. Ob und inwiefern sich Samsung behaupten kann, zeigt der Test des Galaxy Book2 Pro 360.
Samsung Galaxy Book2 Pro 360

Ob Gehäuse, Display oder Anschlüsse – bei der Neuauflage wird vieles vom Vorgänger übernommen. Die große Neuerung ist der Umstieg auf die neueste Prozessor-Generation von Intel. Die schlanke Bauform und das niedrige Gewicht sind nach wie vor ein Highlight.

Galaxy Book2 Pro 360 mit schlichtem Äußeren

Die Notebooks von Samsung sind äußerlich bisher noch nicht durch allzu große Farbspektakel aufgefallen, und das ändert sich auch beim Galaxy Book2 Pro 360 nicht.

Der Hersteller zeigt sich hier noch ein bisschen weniger kreativ und übernimmt einfach die Außenschale des Vorgängers, die nur in einem noch etwas dunkleren Grau gefärbt ist. Allerdings haben die schlanken Linien nichts von ihrer Attraktivität verloren. Das Notebook ist ein Hingucker.

Samsung Galaxy Book2 Pro 360
Trotz geringen Materialeinsatzes keine „weiche Kiste“

Stabiler Leichtbau

Das Galaxy Book2 Pro 360 bringt gerade mal 1,04 Kg auf die Waage. Schmale Ränder ums Display sorgen für eine kompakte Grundfläche von 30,3 x 20,2 cm, bei einer Höhe von lediglich 1,2 cm. Die Sparsamkeit beim Material hat nur wenig Einfluss auf die Stabilität, das Notebook wirkt alles andere als zerbrechlich. Der Bildschirm sitzt ebenfalls erstaunlich stabil in seinem Deckel. Er lässt sich zwar verwinden, jedoch nicht durchdrücken. Auch die sogenannte Wellenbildung bleibt aus. Bei den Scharnieren wird dem Leichtbau Tribut gezollt. Leichte Rempler reichen, um das Display in Schwingungen zu versetzen oder aus der Position zu bringen.

Klassisches Full-HD-Display verbaut

Wie schon das Gehäuse hat Samsung auch das Display vom Vorgänger übernommen. Bei seinem Galaxy Book2 Pro 360 setzt Samsung zwar auf die AMOLED-Technologie und liefert damit ein Display, das mit knackigen Farben und hohen Kontrasten punktet. Es ist aber recht klassisch gehalten: Das 13,3 Zoll große Panel hält eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln bereit. Es handelt sich also um einen eher konventionellen Full-HD-Bildschirm mit einem Seitenverhältnis von 16:9. Bei der Detailschärfe müssen Abstriche im Vergleich zu Konkurrenten mit höherer Auflösung hingenommen werden.

Samsung Galaxy Book2 Pro 360
Macht auch als Tablet eine gute Figur

Galaxy Book2 Pro 360: Mehr Leistung, leiser im Betrieb

Intel hat viel Brimborium rund um seine aktuelle, zwölfte Generation der Core-Prozessoren veranstaltet. Und das nicht ganz grundlos, denn die CPU unterscheidet sich deutlich von ihrem Vorgänger. Der Core i7-1260P verfügt über zwölf CPU-Kerne, davon sind vier leistungsstarke Performance-Cores, die jeweils zwei Threads parallel mit Taktgeschwindigkeiten von bis zu 4,7 GHz ausführen können. Die acht Efficiency-Cores sollen bei weniger Last-erzeugenden Anwendungen Energie sparen, können aber natürlich auch im Verbund agieren. Der neue Prozessor ist damit nicht nur auf Effizienz getrimmt, sondern liefert auch deutlich mehr Leistung. Sowohl bei Einzelkern- wie auch bei Mehrkern-Anwendungen werden im Geekbench Werte erreicht, die etwa auf dem Niveau von AMDs Ryzen 7 5800H liegen. Letzterer darf allerdings deutlich mehr Energie verbraten.

Samsung Galaxy Book2 Pro 360 
Display13,3 Zoll, AMOLED, 1.920 x 1.080 Pixel)
ProzessorIntel Core i7-1260P
GrafikIntel Iris Xe
Arbeitsspeicher16 GB, LPDDR5
Datenspeicher512 GB, SSD
Anschlüsse2x USB Typ-C 3.2 Gen 2, 1x Tunderbolt 4, Micro-SD
DrahtlosWLAN 6E, Bluetooth 5.1
Akku63 Wh
LieferumfangNetzteil, Stift
Abmessungen30,3 x 20,2 x 1,2 cm
Gewicht1,04 kg
BetriebssystemWindows 11 Home
Preis1.599 Euro

Bei der GPU hat sich hingegen wenig getan. Im Prinzip wird die gleiche Iris Xe verbaut, die auch schon bei der vorangegangenen Generation genutzt wurde. Dennoch kann auch sie mit einem kleinen Performance-Plus von etwa 10 Prozent punkten, was nicht zuletzt an der leicht gestiegenen Taktfrequenz von 1,4 GHz und dem schnelleren LPDDR5-RAM liegt.

Trotz des deutlichen Leistungsplus ist das Notebook erheblich leiser als der Vorgänger. Unter Last ist das Rauschen deutlich vernehmbar, doch beruhigt sich der Lüfter schnell.

Kleine SSD aus dem Hause Samsung

Samsung zählt zu den Branchengrößen unter den SSD-Herstellern, und so ist es wenig verwunderlich, dass im Inneren des Galaxy Book2 Pro 360 ein Samsung-Speicherlaufwerk steckt. Mit 256 GB ist es nach aktuellen Maßstäben allerdings eher klein. Daneben ist die Geschwindigkeit nicht gerade eine Wucht. Daten werden mit nicht einmal 2000 MB/s gelesen, beim Schreiben sind Geschwindigkeiten von etwas mehr als 1100 MB/s drin.

Samsung Galaxy Book2 Pro 360

Großer Akku, brauchbare Laufzeit

Viel Platz bietet das Galaxy Book2 Pro 360 nicht unter der Tastatur, dafür ist der Akku mit 63 Wh schon verhältnismäßig groß. Hinzukommt, dass Intel bei seiner neuen Prozessorgeneration einen besseren Umgang mit den Akkureserven beigebracht hat. Das macht sich bemerkbar, Wunder darfst du aber keine erwarten.

Nach einer Stunde im Browser sind 18 Prozent der Reserven verbraucht. Für einen i7 ist das kein so schlechter Wert, auch wenn selbst leistungsstarke ARM-SoCs nach wie vor deutlich weniger Energie benötigen. Muss der Prozessor mehr leisten, steigt auch der Energiebedarf. Auf den Rennstrecken von „Asphalt 9: Legends“ sind nach einer Stunde noch 54 Prozent der Reserven übrig. Das bedeutet, dass ein Arbeitstag kaum ohne Nachladen zu schaffen ist.

Der falsche Stift

Samsung nutzt den sich bietenden Platz optimal und bietet eine Tastatur mit 1,7 cm großen Tasten, die dennoch etwas unter der schlanken Form des Notebooks leiden. Denn der Tastenhub ist niedrig. Auch der Anschlag ist eher weich. Das gelungene Touchpad wurde mittig platziert und ist mit 11,5 x 6,7 cm ordentlich dimensioniert. Vielmehr wäre nicht möglich gewesen.

Dank seiner schlanken Form fühlt sich das Galaxy Book2 Pro 360 im Tablet-Modus fast wie ein richtiges Tablet an. Allerdings ist das Gewicht noch etwas zu hoch, um diesen vollends den Rang abzulaufen. An der Reaktionsfreudigkeit und Präzision des Touch-Displays gibt es zwar nichts zu bemängeln, dafür sorgt der Stift für Enttäuschung. Denn es handelt sich nicht um das gleiche Zeichenwerkzeug, dass der Hersteller den Modellen der Tab-S8-Serie beilegt. Die Ausführung ist deutlich schlichter. Auf eine druckempfindliche Spitze wird verzichtet, sodass künstlerische Ambitionen schnell auf Grenzen stoßen.

Samsung Galaxy Book2 Pro 360
Zu flach für einen klassischen USB-Port?

3x USB, aber nur Typ C

Mit einem Kopfhöreranschluss, einem Micro-SD-Kartenslot und drei USB-Ports ist das Galaxy Book2 Pro 360 grundsätzlich nicht schlecht aufgestellt. Allerdings liegen die USB-Steckplätze nur im Typ-C-Format vor. Auch wenn sich der Standard immer mehr durchsetzt und mittlerweile sogar schon an günstigen Fahrradlampen zu finden ist, ist vieles von dem, was auf dem Schreibtisch genutzt wird, noch mit einer klassischen Typ-A-Schnittstelle ausgestattet. Ohne Adapter geht es also nicht.

Bei den Möglichkeiten Peripherie drahtlos einzubinden, wird auf Bluetooth 5.1 gesetzt. Außerdem wird das im Chipsatz steckende Intel-AX211-Modul für den Netzwerkzugriff genutzt, das den neuesten WLAN-6E-Standard unterstützt.

Design/Verarbeitung108
Display1511
Prozessor2012
Speicher106
Akku und Verbrauch105
Tastatur53
Anschlüsse107
Preis/Leistung2013
Gesamt10065

Fazit zum Samsung Galaxy Book2 Pro 360

Dank seines niedrigen Gewichts und seiner schlanken Form ist das Galaxy Book2 Pro 360 nicht nur optisch ein Hingucker, sondern gehört zu den wenigen Convertibles, die auch im Tablet-Modus zu längerer Nutzung einladen. Auch die Ausführung selbst ist gelungen. Das Gehäuse ist immer noch vergleichsweise stabil, der Prozessor ist flott und bei wenig anspruchsvollen Anwendungen kaum zu hören. Punktabzug gibt es bei der Displayauflösung, die – mit Blick auf die Konkurrenz – durchaus etwas höher ausfallen könnte. Wünschenswert wäre an dieser Stelle auch die bessere Version des Samsung-Stifts. Dass keine klassische USB-Schnittstelle vorhanden ist, ist gerade im Arbeitsalltag ein weiteres Manko. Viel mehr zu meckern gibt es nicht.

Pro

  • Kompakt, schlank, leicht
  • Gute Verarbeitung
  • Potente Hardware auf neuestem Stand

Contra

  • Keine klassische USB-Schnittstelle
  • Recht konservatives Display
  • Einfacher Stift, keine Transportoption

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