Samsung Galaxy Tab S8 Ultra im Test: Geht Business mit Android?

6 Minuten
Mit seinem Galaxy Tab S8 Ultra will Samsung anspruchsvolle Nutzer gewinnen, die ihren Fokus aufs Arbeiten legen. Gegenüber dem Apple iPad Pro und Microsoft Surface soll sich das Android-Tablet nicht zuletzt durch die hauseigene Knox-Dienste abheben. Ob das gelingt?
Samsung Galaxy Tab S8 Ultra

Das Samsung Galaxy Tab S8 Ultra zielt auf die Geschäftswelt und ist damit eher zurückhaltend gestaltet: Das Markanteste an dem in dunkelgrauen Metallgehäuse sind die abgerundeten Ecken, die hervor ragende Kamera sowie der glänzende Streifen, an dem der digitale Stift angebracht werden kann.

Knapp 15 Zoll bei 6 mm Dicke

Auf den ersten Blick fällt jedoch die schlanke Silhouette ins Auge. Gerade mal sechs Millimeter hoch ist das Samsung-Tablet – trotz des riesigen 14,6-Zoll-Displays, das zu einer Grundfläche von 32,6 x 20,9 cm führt. Fürs Surfen und Daddeln auf der Couch ist das allerdings schon fast etwas viel des Guten. Das Gewicht ist mit 726 g dagegen niedrig.

Der positive Eindruck wird von einer hochwertigen Verarbeitung unterstrichen. Das Metallgehäuse wirkt sehr stabil und zeigt sich trotz der Kombination aus niedriger Bauhöhe und viel Fläche unbeeindruckt gegenüber Verwindungen.

Samsung Galaxy Tab S8 Ultra
Minimalismus auf der Rückseite: Antennen als Zierrat

Knallige Farben und hohe Auflösung

Eine große Stärke von Samsung sind die Displays aus der eigenen Fertigung: Das gilt auch für das Tab S8 Ultra, und nicht nur wegen der riesigen 14,6-Zoll-Diagonale sowie der hohen Auflösung von 2.960 x 1.848 Pixeln.

Der Hersteller setzt einmal mehr auf die Super-AMOLED-Technologie und liefert damit einen Bildschirm, der Inhalte mit knackigen Kontrasten, (etwas zu) kräftigen Farben und einem tiefen Schwarz serviert. Ebenso gelungen ist die Bildschirmhelligkeit, die selbst ein Arbeiten im grellen Sonnenschein erlaubt.

Qualcomms derzeit schnellstes SoC

Das Galaxy Tab S8 Ultra ist das aktuell leistungsstärkste Tablet mit einem Android-Betriebssystem. Im Inneren steckt Qualcomms neuestes Highend-SoC, das Snapdragon 8 Gen 1. An der Spitze des ARM-Chips, steht ein einzelner X2-Kern, der mit 2,99 GHz getaktet wird. Es folgen drei Cortex-A710-Cores, die mit einer Geschwindigkeit von 2,4 GHz zu Werke gehen, während die vier A510-Stromsparkerne bis zu 1,7 GHz schnell werden. Außerdem verfügt das SoC über eine Adreno-730-GPU.

Samsung Galaxy Tab S8 Ultra 
Display:14,6 Zoll, Super AMOLED, (2.960 x 1.848 Pixel)
Prozessor:Qualcomm Snapdragon 8 Gen 1
Grafik:Qualcomm Adreno730
Arbeitsspeicher:12 GB, LPDDR5
Datenspeicher256 GB, eMMC
Anschlüsse:1x USB Typ-C 3.2
Drahtlos:WLAN 6e, Bluetooth 5.2
Akku:45 Wh
Lieferumfang:Kabel, S Pen (digitaler Stift)
Abmessungen:32,6 x 20,9 x 0,6 cm
Gewicht:726 g
Betriebssystem:Google Android 12
Preis:1.249 Euro

Das Leistungsniveau liegt geringfügig unter dem eines i5-1135G7, dem kleinsten i5 der letztjährigen Tiger-Lake-Serie. Gleiches gilt für die Adreno 730. Die leistungsstärkste Qualcomm-GPU kann nicht mit Intels integrierter Iris-Xe-GPU in voller Ausbaustufe mithalten. Die Iris-Version des i5, geht jedoch nur mit 80 statt der maximal möglichen Execution-Units ins Rennen, sodass die Möglichkeiten der beiden Systeme nicht allzu weit voneinander entfernt sind. Im Alltag hilft zudem der 12 GB große Arbeitsspeicher.

Samsung Galaxy Tab S8 Ultra
Der Stift ist dabei, die Tastatur nicht

Samsung Galaxy Tab S8 Ultra: eMMC-Modul mit viel Platz

Beim Datenspeicher dürfen Nutzer des Galaxy Tab S8 Ultra nicht zu viel erwarten. 256 GB sind nicht unbedingt viel, vor allem dann nicht, wenn der Blick auf das Preisschild fällt. Allerdings bieten die direkten Konkurrenten von Apple und Microsoft an dieser Stelle kaum mehr.

Beim Speicher selbst greift Samsung auf ein eMMC-Modul zurück, die sich vor allem in günstigen Notebooks und Tablets als Speicherlösungen etabliert. Dabei handelt es sich letztlich jedoch um nichts anderes als eine aufgelötete SD-Karte. Mit Geschwindigkeiten um 1.500 beziehungsweise 500 MB/s bei sequentiellem Lesen respektive Schreiben gehört das Modul zu den schnelleren Vertretern seiner Art. Doch mit aktuellen SSDs kann es kaum mithalten. Selbst nicht mit den eher langsamen Modellen, die Microsoft in seiner Surface-Serie verbaut.

Der Akku de Samsung Galaxy Tab S8 Ultra reicht über den Tag

Samsung gibt die Größe des Akkus mit 11.200 mAh an, was 45 Wh entspricht und in Anbetracht der begrenzten Platzverhältnisse sehr ordentlich ist. Ein Kostverächter ist das Tablet aber nicht. Nach einer Stunde im Browser – bei maximaler Bildschirmhelligkeit werden 18 Prozentpunkte der mitgeführten Reserven verbraucht. Wird diese heruntergeregelt, kommst du gut über den Arbeitstag. Dieser Eindruck wird auch durch den Akku-Test des PCMark-Benchmarks bestätigt, in dem das S8 Ultra eine Laufzeit von sieben Stunden und 16 Minuten erreicht.

Samsung Galaxy Tab S8 Ultra
Kein guter Halt: Stift auf der Rückseite

Stift im Samsung Galaxy Tab S8 Ultra serienmäßig, Tastatur extra

Ein Tablet wird primär am Bildschirm bedient, und da leistet sich das Samsung Galaxy Tab S8 Ultra keinerlei Schwächen. Jede Bewegung der Finger wird präzise erfasst und direkt umgesetzt. Mit Tastatur und Ständer lässt es sich zum nahezu vollwertigen Notebook. Leider sind sie jedoch nicht Teil des Gesamtpakets, sondern müssen zusätzlich gekauft werden.

Zur Basisausstattung gehört aber der digitale Stift, bei Samsung S Pen genannt. Dieser hat im Vergleich zu früheren Tagen deutlich an Umfang gewonnen und fühlt sich nun in der Hand wie ein richtiger Stift an. Das macht sich beim Schreiben oder Zeichnen einwandfrei. Der Nachteil ist allerdings, dass der Stift für den Transport nicht mehr ins Tablet gesteckt werden kann. Samsung setzt stattdessen auf eine magnetische Fläche auf der Rückseite, die allerdings sowohl mit Blick auf die Positionierung als auch auf den Halt zu wünschen übrig lässt.

Nur ein mickriger USB-Port

Tablets verlangen seit jeher nach Kompromissen, wenn es um Schnittstellen geht. Da macht das Tab S8 Ultra keine Ausnahme. Lediglich ein USB-Typ-C-Port steht zur Verfügung, und auch nur dann, wenn das Tablet nicht geladen werden muss. Da hilft es wenig, dass Samsung auf den aktuellsten 3.2-Standard setzt.

Drahtlos wird nach neuesten Standards gefunkt. Mit dem Qualcomm-SoC ist ein Bluetooth-Modul verbunden, das den 5.2-Standard unterstützt. Für den Netzwerkzugriff kann selbst die WLAN-6E-Spezifikation genutzt werden. Optional stehen Modelle mit freigeschaltetem 5G-Modem zur Verfügung. Allerdings wird hierfür ein Aufpreis von 150 Euro verlangt.

Samsung Galaxy Tab S8 Ultra
Die Kamera kommt schnell an Grenzen

Schönwetter-Kamera

Schnell einen Augenblick festhalten, ist auch in der Arbeitswelt von Bedeutung, und ein Foto ersetzt ebenso die eine oder andere Notiz. Dementsprechend wichtig kann die Kamera eines Tablets sein. Die Hauptkamera des Galaxy Tab S8 Ultra wird aus einem 16- und 6-MP-Sensor kombiniert. Qualitativ reicht diese Kombination nicht an bessere Smartphones heran. Bei guten Lichtbedingungen werden zwar ordentliche Aufnahmen gemacht, die mit kräftigen Farben und satten Kontrasten gefallen. Bei weniger guten Lichtverhältnissen schwindet die Detailschärfe und das Rauschen nimmt zu.

Fazit zum Samsung Galaxy Tab S8 Ultra

Wenn im Arbeitsalltag das Notebook zu viel und Smartphone zu wenig ist, dann soll die Stunde des Samsung Galaxy Tab S8 Ultra schlagen. Und das gelingt durchaus. Das schlanke Tablet kann mit einem sehr guten Display überzeugen, die Hardwareleistung ist gut und die Schnittstellen sind auf aktuellem Niveau. Doch Kleinigkeiten stören das Gesamtbild, etwa die begrenzten Möglichkeiten zum kabelgebundenen Anschließen von Peripherie oder die wenig überzeugende Arretierung des Stifts.

KategorieGewichtTestergebnis
Design / Verarbeitung109
Display1513
Prozessor205
Speicher104
Akku und Verbrauch1511
Tastatur00
Anschlüsse102
Preis / Leistung2014
Gesamt9557

Unterm Strich richtet sich das Tablet vorwiegend an Samsung-Fans, die beim Arbeiten unterwegs großen Wert auf die Knox-Dienste legen. Apple-Fans werden immer zum iPad greifen, und mobile Arbeiter sind beim Surface aufgehoben, das dabei schon aufgrund der Windows-Umgebung Vorteile bietet. Sparfüchse sollten einen Blick auf das Lenovo Chromebook Duet 5 werfen, das mit gleichem Konzept und einer etwas schwächeren Ausstattung weniger als die Hälfte kostet.

Pro

– Großes, sehr gutes Displays

– Leicht, flach und doch stabil

Contra

– Nur eine einzelne USB-Schnittstelle

– Nicht gerade günstig

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2 KOMMENTARE

  1. Siegesmund

    Schade eigentlich, dass hier auf die erwähnten Knox Dienste bzw. Dex gar nicht im Detail eingegangen wird. Ist nämlich entscheidend!

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  2. Irfano

    Wo wird dieses Gerät hergestellt, Vietnam oder China?

    Antwort

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