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Microsoft Surface Pro 8 im Test: Premium-Tablet mit Windows neu aufgelegt

8 Minuten
Tablets mit Microsoft-Betriebssystem sind selten, vor allem wenn sie etwas mehr Leistung bieten sollen. Microsoft hält dem Konzept jedoch die Treue. Dies gilt auch für die neueste Version des Surface Pro. Wir haben das Gerät getestet.
Microsoft Surface 8 Pro

Das Surface Pro 8 von Microsoft ist seit Ende Oktober 2021 auf dem Markt. Der Hersteller bietet es in zahlreichen Varianten und Konfigurationen an. Getestet haben wir das Einsteiger-Gerät der neuen Serie mit i5-Prozessor, sowie 8 und 128 GB Speicher, das zum Start 1.179 Euro kostet. Die Bandbreite reicht jedoch bis zur weit über 2.000 Euro teuren 1-Terabyte-Version mit i7-Prozessor und 32 GB Arbeitsspeicher. Dazwischen lassen sich Speicher und Prozessor in den bekannten Stufen konfigurieren.

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Kantenschliff für angenehmes Handgefühl

Das Surface (Pro) ist schon fast ein Klassiker. Seit 2013 präsentiert Microsoft regelmäßig ein neues Modell, mit dem das anfänglich innovative Konzept behutsam an die Erfordernisse der Zeit angepasst wird. Das ist bei der 8. Auflage nicht anders. Äußerlich setzt der Hersteller diesmal auf deutlich mehr Kantenschliff. Die scharfen Ecken und Kanten sind nun rund wie beim Surface X des vergangenen Jahres. Das war’s dann aber auch schon mit den äußerlichen Änderungen. Vom stufenlos verstellbaren, in die Rückseite integrierten Ständer über die Farbgebung bis hin zu den die obere Hälfte umlaufenden Lüftungsschlitzen hat sich im Prinzip nichts geändert.

Pummelchen: Surface Pro 8 schwerer als Vorgänger

Auch ein Vergleich mit den Größenverhältnissen des Vorgängers lässt auf den ersten Blick nur wenig Veränderung vermuten. Mit Maßen von 287 × 208 mm ist die Breite etwas gesunken und die Höhe etwas gewachsen, um dem nun 13 Zoll großen und damit leicht gewachsenen Bildschirm den nötigen Platz einzuräumen. Mit 9,3 mm ist das Tablet jedoch fast einen Millimeter dicker geworden. Beim Gewicht hat das Pro 8 ebenfalls kräftig zugelegt und bringt mit 891 Gramm satte 125 Gramm mehr auf die Waage als die Vorgänger-Version.

Microsoft Surface 8 Pro
Keine flache Flunder: Ganz ohne Platz im Gehäuse geht es nicht

Bildschirm wächst etwas, 120 Hz möglich

Mit der neuen Surface-Pro-Generation gibt es auch eine kleine, unscheinbare Änderung beim Bildschirm: Er wächst von 12,3“ auf 13“. Auch die Auflösung wird mit diesem Schritt angepasst und beträgt nun 2.880 x 1.920 Pixel, das Seitenverhältnis bleibt bei 3:2, was sich insbesondere in der Business-Anwender-Welt als äußerst praktisch etabliert hat.

Außerdem übernimmt Microsoft einen Trend, der sich bei Smartphones schon seit einer ganzen Weile manifestiert: Die Bildwiederholrate kann – etwas versteckt – von 60 auf 120 Hz gesteigert werden, was für eine flüssigere Bedienung des Touchscreens sorgt.

Generationswechsel bei Intel-Prozessoren

So sukzessive wie das Äußere angepasst wird, wird auch die Hardware im Inneren aufgefrischt: Die Pro-Variante des Surface wird mit Intels elfter Core-Generation bestückt. In unserem Testmodell steckt ein i5-1135G7. Der Prozessor, der auch eine Intel-Xe-GPU mitbringt, genügt für die meisten alltäglichen Anwendungen. Allerdings ist der Arbeitsspeicher mit 8 GB für ein Tablet dieser Preisklasse recht knapp gehalten. Sind mehrere Programme geöffnet, wird der RAM so bei anspruchsvolleren Aufgaben zu einem limitierenden Faktor.

An der Performance der GPU gibt es wenig zu bemängeln. Die aktuellen IRIS-Xe-Grafikeinheiten Intels sind gelungen und können den AMD-Vega-Pendants den Rang ablaufen. Im i5 wird sie im Vergleich zum i7 zwar um eine Reihe von Execution-Units gebracht (80 statt 96), was sich auch in der Leistung niederschlägt, doch für den avisierten Einsatzzweck ist sie völlig ausreichend. Erst bei der Entwicklung komplexer Medieninhalte oder beim Gaming stößt sie an Grenzen, das gilt aber für das Surface Pro 8 insgesamt. Selbst das von Smartphones bekannte Rennspiel Asphalt 9 bringt den i5 an seine Grenzen, der aufgrund der großen Temperatur in dem schmalen Gehäuse zu sehr ins Schwitzen kommt.

Microsoft Surface 8 Pro
Schnell gewechselt: Die SSD steckt hinter einer leicht zugänglichen Klappe

Datenspeicher: Klein und lahm

Das Microsoft Surface Pro 8 soll zwar als mobiler Begleiter nicht zuletzt im Arbeitsleben überzeugen, die Speicherkonfiguration wird diesem Anspruch zumindest beim Einstieg in die Serie nicht gerecht. Die NVMe-SSD bietet im Basismodell gerade mal eine Kapazität von 128 GB. Das wird nicht nur bei vielen Einsteiger-Notebooks unter 400 Euro geboten, sondern ist für ein Tablet, das als Arbeitsgerät herhalten soll, schlicht zu wenig. Gerade mal 40 GB bleiben für die eigenen Daten übrig. Über diesen Malus kann auch der SD-Kartenslot nur leicht hinwegtrösten.

Hinzu kommt, dass der Datenspeicher zu den langsamen Vertretern seiner Art gehört. So schafft die SSD im CrystalDisk Mark gerade mal eine Übertragungsrate von rund 2100 MB/s beim sequentiellen Lesen von Daten, beim Schreiben im gleichen Modus sind kaum mehr als 830 MB/s drin.

Allerdings muss man Microsoft zu Gute halten, dass der Austausch sehr einfach möglich ist: Auf der Rückseite befindet sich eine Klappe, die sich mit einer Nadel – ähnlich eines SIM-Slots beim Smartphone öffnen lässt und den Zugriff auf die SSD erlaubt.  

Wie eingangs erwähnt, lässt sich die Ausstattung des Surface-Tablets gegen Aufpreis aufwerten, etwa mit mehr und besseren Speicher-Einheiten sowie mit stärkeren Prozessoren der Intel-i7-Serie.

Hier sind einige Varianten des neuen Surface Pro 8 im übersichtlichen Datenvergleich:

Schlankes Gehäuse, kleiner Akku

Das Gehäuse des Surface Pro 8 ist schlank, und mancher fragt sich, wie alle die Technik darin ihren Platz findet. Das gilt insbesondere für den Akku, der mit 51,5 Wh nicht zu den Giganten gehört. Damit ist das Surface Pro 8 kein ausgewiesener Langläufer. In der Basisausstattung, also mit dem kleinsten Prozessor und RAM, ist die Ausdauer im Akku-Betrieb aber immer noch ordentlich. Im Browser etwa werden in einer Stunde 15 Prozent der mitgeführten Reserven aufgebraucht. Wird der Prozessor gefordert, geht der Akku jedoch recht schnell in die Knie. Nach einer Stunde auf den Rennstrecken von Asphalt 9 verbleibt gerade mal noch ein Drittel der Reserven. Einem ausgiebigen Spieleabend auf der Couch sind enge Grenzen gesetzt – wenn kein Kabel der Nähe ist.

Am Schreibtisch kaum ohne USB-Hub

Das Surface Pro 8 ist zwar im Inneren mit klassischer Notebook-Hardware bestückt, ein echtes Allroundgerät ist jedoch nicht. Das zeigt sich einmal mehr an der Schnittstellenauswahl: Fürs Anschließen von Peripherie stehen lediglich zwei USB-Ports zur Verfügung, die mit einem Typ-C-Interface aufwarten. Diese erfüllen zwar die Anforderungen an USB 4.0 und damit auch an Thunderbolt 4.0, die am Schreibtisch üblichen Erweiterungen lassen sich jedoch nur mit Hilfe eines entsprechenden Hubs verbinden. Oder drahtlos via Bluetooth. Das AX201-Modul von Intel liefert Bluetooth 5.1 und bewerkstelligt für den Zugang zu Netzwerken den ax-Standard, der auch als WLAN 6 bezeichnet wird. Hier ist das Surface 8 Pro also auf der Höhe der Standards.

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Microsoft Surface 8 Pro
Nahezu alternativelos: Soll es ein Premium-Tablet mit Windows sein, führt fast kein Weg am Surface Pro 8 vorbei

Tastatur und Stift nicht inkludiert

Die Sache mit den Eingabegeräten ist schnell abgehakt: Bei einem Tablet gibt’s den Bildschirm. Wie bei allen Microsoft-Tablets gibt’s hier wenig zu meckern. Die Präzision stimmt. Die Reaktionsfreudigkeit könnte teilweise besser sein, allerdings dürfte die stellenweise gefühlte Trägheit nichts mit dem Surface als solchem zu tun haben. Sie muss vielmehr dem Betriebssystem – ab Wek gibt es Windows 11 – angelastet werden, das noch mit ein paar Updates gestreichelt werden muss, um die von Windows 10 gewohnte Flüssigkeit zu erreichen.

Unterstrichen sei an dieser Stelle, dass Nutzer, die das Potential des Surface Pro 8 in Gänze ausschöpfen wollen, nicht an weiteren Ausgaben vorbeikommen: Die Tastatur liegt nicht standardmäßig bei, sondern schlägt mit weiteren 149,99 Euro (UVP) zu Buche. Einzeln kostet der Stift 129,99 Euro. Beim ähnlich teuren iPad Pro, ists allerdings genauso. Im Doppelpack gibt’s Surface-Tastatur und Pen auch zum Kombi-Preis.

Fazit zum Microsoft Surface Pro 8

Das Surface Pro 8 ist ein Tablet für anspruchsvolle Nutzer, die auf das Windows-Betriebssystem nicht verzichten wollen. Damit besitzt es fast ein Alleinstellungsmerkmal, denn hier ist Konkurrenz rar. Microsoft versucht sich mit Apple iPads Pro zu messen.  Optisch angenehm geschliffen, ist die Verarbeitung über jeden Zweifel erhaben. Die Hardwareleistung haut nicht um, ist aber dem Einstiegsmodell in die Surface-Welt angemessen. Lediglich die kleine und lahme SSD ist nicht angemessen. In seiner reinen Form ist das Surface Pro jedoch für eine vergleichsweise kleine Nische bestimmt. Die Tastatur treibt den Verkaufspreis jedoch kräftig nach oben. Wer Formfaktor und Design nicht die größte Bedeutung beimisst, sondern vor allem auf die Funktionalität des Displays Wert legt, ist vermutlich mit einem Convertible, bei dem sich der Bildschirm um 360° drehen lässt, besser bedient.

Pro

  • Schickes und sehr gut gefertigtes Tablet
  • Der stufenlos verstellbar Standfuß begeistert auch noch 2021
  • Kaum Alternativen, wenn Windows als Betriebssystem Bedingung ist
  • Windows 11 ab Werk

Contra

  • Kleine und lahme SSD
  • Kein Langläufer im Akku-Betrieb
  • Stift und Tastatur sind nicht Teil des Gesamtpakets

Das Testergebnis in Zahlen:

KategorieGewichtungTestergebnis Surface Pro 8
(8/128 GB, i5)
Design / Verarbeitung108
Display1514
Prozessor208
Speicher103
Akku und Verbrauch108
Tastatur51
Anschlüsse102
Preis / Leistung2014
Gesamt10058

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