Lenovo Thinkbook 14s Yoga: Kein Thinkpad und trotzdem überzeugend

6 Minuten
Thinkbook? Hießen die Laptops nicht Thinkpads? An letzteren hat sich nichts geändert, doch Lenovo verbreitert sein Angebot – vermutlich auch, um sich bei der Thinkpad-Serie stärker auf die Oberklasse zu konzentrieren. Doch kann die neue Reihe mit den ikonischen Namensverwandten mithalten?
Gedrehtes Display des Lenovo Thinkbook 14s
Gedrehtes Display des Lenovo Thinkbook 14sBildquelle:

Kein Schwarz! Beim Thinkbook Yoga – und damit bei der gesamten Serie – hat sich Lenovo von der klassischen Gestaltung der Thinkpads wegbewegt. In zeitlosem Grau gehalten, setzt Lenovo bei der neuen Serie auf ein Äußeres, das sich nicht mehr allzu sehr von der Konkurrenz abhebt. Der auf dem Deckel abgesetzte Schriftzug soll das Thinkbook jedoch optisch aus der Menge der silbernen 14-Zoller herausheben.

Nicht alles ist Metall, was glänzt

Beim Gehäuse vertraut Lenovo auf Aluminium als Werkstoff, doch es fehlt etwas an Esprit.  Die gefühlte Wertigkeit kann nicht mit den vielen Metallkisten auf dem Markt mithalten. Dicke Gummifüße und offensichtliche Schrauben fürs (hoffentlich) einfache Öffnen suggerieren eine hohe Praxistauglichkeit. Mit einem Gewicht von 1,5 kg bewegt sich das Notebook auf Klassenniveau. Ähnliches gilt für die Bauhöhe von 1,7 cm.

Der Displaydeckel lässt sich recht leicht durchdrücken, es kommt aber zu keiner Wellenbildung auf dem Bildschirm. Die Verwindungssteifigkeit geht in Ordnung, zum besseren Schutz der Glasfläche ist der Rand leicht überhöht. Die Scharniere sind etwas zu leichtgängig, im Tablet-Modus liegt das Display recht klapprig auf der Rückseite auf.

Deckel des Lenovo Thinkbook 14s
Deckel des Lenovo Thinkbook 14s

Lenovos Display: klassisch, aber um 360° drehbar

Das 14 Zoll große IPS-Display, das oben und an den Seiten recht schmale Ränder aufweist, kommt mit einem Seitenverhältnis von 16:9 und einer Full-HD-Auflösung (1920 x1080 Pixel) klassisch daher. Bauartbedingt müssen Abstriche bei der Detailschärfe hingenommen werden, auch die Farben könnten etwas knackiger sein.

Ein wesentliches Highlight des Notebooks verbirgt sich hinter der Bezeichnung „Yoga“: Der Bildschirm ist nicht nur berührungsempfindlich, sondern lässt sich auch einmal um die Achse drehen. Das bedeutet zusätzliche Optionen, wenngleich einer echten Tablet-Nutzung Größe und Gewicht entgegenstehen. Dank des Stifts kann es sogar als schlichtes Zeichenbrett dienen.

Tent-Modus des Lenovo Thinkbook 14s
Tent-Modus des Lenovo Thinkbook 14s

Intels Mittelklasse-CPU der neuesten Generation

Beim Innenleben greift Lenovo ins Regal von Intel. Lenovo bestückt das Thinkbook Yoga S mit einem Core i5-1135G7 der elften Generation. Die CPU bietet einen Verbund aus vier physischen Kernen, die standardmäßig mit 2,4 GHz takten und maximal 4,2 GHz schnell werden. Dank der Hyper-Threading-Technologie können überdies vier virtuelle Kerne bereitgestellt werden. Die Leistungen sind ansprechend. Insbesondere die Single-Core-Performance zeigt sich im Vergleich zur vorherigen Generation deutlich verbessert und liegt über der vergleichbarer AMD-Systeme, die jedoch aufgrund der höheren Anzahl an CPU-Kernen im Verbund deutlich schneller sind.

Intel hat jedoch nicht nur bei den CPU-Kernen nachgeschärft, sondern auch die Leistungsfähigkeit der GPU erheblich verbessert. Im Vergleich zur Variante die im i7 steckt, fehlen jedoch 80 Execution-Units, sodass teilweise nur die Hälfte der Leistung erreicht wird.

Um deiner Produktivität nicht zu schnell Grenzen zu setzen, wartet das Thinkbook zudem mit einem 16 GB großen Arbeitsspeicher auf. Acht Gigabyte sind fest aufgelötet, ein weiterer Slot bietet Nachrüstoption. Maximal sind hier 24 GB möglich.

Viel Platz für Daten

Spendabel zeigt sich Lenovo auch beim Datenspeicher. Die NVMe-SSD, die aus der Fertigung von SK Hynix stammt, verfügt über eine Gesamtkapazität von 512 GB. Sie überzeugt mit einer hohen Lesegeschwindigkeit von mehr als 3500 MB/s, beim Schreiben werden nur rund 2500 MB/s erreicht. Ein kleines Highlight findet sich hinter der Abdeckung: Reicht dir der Speicherplatz nicht aus, kannst du eine zweite SSD verbauen, die mit einer Größe von bis zu 512 GB unterstützt wird.

Unterseite des Lenovo Thinkbook 14s
Unterseite des Lenovo Thinkbook 14s

Akku des Thinkbook 14s: Wer sparsam ist, schafft den Tag

Bei der Zusammenstellung Komponenten des Thinkbooks zeigt sich Lenovo spendabel. Das gilt auch für den Akku, der mit 60 Wh ordentlich dimensioniert ist. Bei niedriger bis mittlerer Last können so recht lange Laufzeiten erreicht werden.

Im klassischen Office-Betrieb musst du während eines Arbeitstags nicht zwingend nachladen, aber nur wenn du alle Möglichkeiten des Energisparens nutzt. Denn die elfte Generation der Intel-Core-Prozessoren zeigt sich etwas energiehungriger, wenn der Performance-Bedarf steigt. Unter Last werden die Reserven rapide verbraten, beim Daddeln oberhalb vom Casual-Gaming-Niveau ist nach nicht mal zwei Stunden Schluss.

Gelungene Tastatur und digitaler Stift

Lenovo liefert ein vergleichsweise großes Funktionspaket. Als Convertible kann der Bildschirm um 360° gedreht werden, sodass das Notebook als Tablet verwendet werden kann. Darüber hinaus steckt in der rechten Seite sogar ein kompakter Stift der von seiner Gestaltung her an Samsungs S-Pen erinnert. Der Druckpunkt ist eher weich, die Eingaben werden aber gut erkannt.

Die Tastatur zeigt Thinkpad-Gene. Ein ordentlicher Hub und ein kräftiger, aber nicht übertriebener Druckpunkt verwöhnen Vielschreiber. Das mittig platzierte Touchpad bietet mit einer Fläche von 10,5 x 7 cm ausreichend Platz für Fingerübungen und reagiert präzise.

Tastatur des Lenovo Thinkbook 14s
Tastatur des Lenovo Thinkbook 14s

Für die Nutzerauthentifikation setzt Lenovo auf einen Fingerabdruckscanner, der in Verbindung mit der Powertaste in der rechten Gehäuseseite integriert ist. Die Positionierung kann jedoch nicht wirklich überzeugen. Zwar kannst du den Sensor im Tablet-Modus erreichen, was bei vielen Konkurrenten nervt, die du dann erst aufklappen und entsperren musst. Doch auf dem Schreibtisch ist das Treffen der Taste jedoch recht fummelig. Auf eine IR-Kamera für eine Gesichtserkennung, die mittlerweile in vielen Modellen dieses Formats anzutreffen ist, wird verzichtet.

Lenovo hat ein Herz für Geräte mit Kabel

Während sich mancher Hersteller innerlich schon von Steckplätzen verabschiedet hat, setzt Lenovo beim Thinkbook auf eine breite Auswahl. Von den beiden USB-Typ-C-Buchsen entspricht die eine 3.2-Spezifikation (2. Generation), über die Zweite werden Übertragungen nach Thunderbolt-4-Standard bewerkstelligt. Eine der beiden Buchsen brauchst du wegen des Netzteils  jedoch spätestens bei niedrigem Akkustand. Daneben stehen zwei klassische USB-Ports zur Verfügung. Ebenso wurde an HDMI und einen SD-Kartenleser im Micro-Format wurde gedacht.

Bei den Drahtlos-Möglichkeiten kommt es nicht zu Überraschungen, denn die liefert Intel im Prozessor mit. Für den Zugang zu Netzwerken hat Lenovo ein WLAN-Modul nach ax-Spezifikation verbaut, das kabellose Anschließen von Peripherie gelingt dir dank Bluetooth 5. Auf weitere Spielereien hat Lenovo aber verzichtet.

Weitere Anschlüsse des Lenovo Thinkbook 14s
Weitere Anschlüsse des Lenovo Thinkbook 14s

Fazit zum Thinkbook 14s Yoga

Lenovo weiß, wie Notebook geht, und das zeigt der Hersteller einmal mehr beim Thinkbook 14 S Yoga, auch wenn es kein Thinkpad ist. Das wird nicht nur an der Farbgebung deutlich. Auch traditionelle Elemente wie der Trackball und die zusätzlichen Maustasten an der Tastatur fehlen. Dennoch überzeugt das Gesamtpaket. Der Hersteller setzt auf ein Ausstattungspaket, das in dieser Preisklasse seinesgleichen sucht. Die Mittelklasse-Konfiguration wartet mit einem drehbaren Display samt digitalem Stift auf und wird mit viel Arbeits- und Datenspeicher garniert, die sich überdies noch aufrüsten lassen. Der solide Begleiter glänzt mit einer großen Flexibilität im Alltag und lässt wenig vermissen. Da kann man auch darüber hinwegsehen, dass das Gehäuse nicht ganz so wertig wirkt wie die metallene Konkurrenz – zumal auch der Preis stimmt.

Pro

  • Üppige Ausstattung
  • Drehbares Display mit Stift
  • Gute Tastatur

Contra

  • Fingerabdruckscanner schlecht erreichbar
  • Kunststoff-Gehäuse fühlt sich nicht ganz so wertig an wie Metall

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5 KOMMENTARE

  1. Hallo,

    im Artikel ist ein Fehler. Es handelt sich hierbei um einen Thunderbolt 4 Anschluss, nicht einen TB3 Anschluss, am Notebook.

  2. Hat da ein Redakteur gepennt?

    Beim contra wird vom Kunststoffgehäuse gesprochen, dabei besteht das gesamte Gerät aus Aluminium.
    Auch die Angabe, dass insgesamt 24 GB Arbeitsspeicher verbaut werden können, ist falsch. Es können laut Hersteller 40 (8+32) GB verbaut werden.
    Dass der zweite NVMe-Steckplatz nur SSDs bis 512 GB Kapazität unterstützt, halte ich für fragwürdig. Höre das zum ersten Mal in Verbindung mit dem Gerät und wüsste nicht, warum nicht auch größere Kapazitäten unterstützt werden sollten.
    Vergleich mit den klassischen ThinkPads ist eine gute Idee, leider vermisse ich mindestens einen Kommentar zum UEFI-BIOS, welches sich doch mindestens optisch sehr starke von den Modellen der ThinkPad Reihe unterscheidet.

    Schade Marmelade!

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