Im 7. Klanghimmel: Dieser Kopfhörer von dänischen Audio-Experten verbindet zwei Welten

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Ein Kopfhörer, der aussieht wie jeder andere und trotzdem alles verändert. Die dänischen Audio-Spezialisten von Jabra überraschen mit Zeitgeist und zeigen mit dem Evolve3 85, dass man zwei Welten miteinander verbinden kann, die lange Zeit parallel existierten.
Im 7. Klanghimmel: Dieser Kopfhörer von dänischen Audio-Experten verbindet zwei Welten
Im 7. Klanghimmel: Dieser Kopfhörer von dänischen Audio-Experten verbindet zwei WeltenBildquelle: Blasius Kawalkowski / inside digital

Tragekomfort und Design

Die Jabra Evolve3 85 sehen aus wie ganz normale Kopfhörer. Doch sie sind es nicht. In fast allen Belangen sind sie anders, als andere Over-Ears. Angefangen beim Tragekomfort, der ausgezeichnet ist. Mit 220 Gramm sitzt der Kopfhörer erstaunlich leicht auf dem Kopf. Kein Drücken, kein nervöses Nachjustieren nach zwei Stunden. Man vergisst das Teil schlicht, was wahrscheinlich das größte Kompliment ist, das man einem Kopfhörer machen kann, den man viele Stunden tragen möchte. Die weichen Polster umschlingen die Ohrmuscheln und das Kopfband liegt federleicht auf der Fontanelle.

Das Federgewicht ist im Vergleich zu preislich wie qualitativ vergleichbaren Modellen wie den Sony WH-1000XM6, Bose QuietComfort Ultra oder den Melomania P100 SE von Cambridge Audio aber auch noch enorm schlank. „Die leichtesten ihrer Klasse“, erklären die Dänen. Das führt dazu, dass sich die Jabra Evolve3 85 enorm klein und flach zusammenfalten lassen und in ein absurd kleines Case passen. Dazu wirken die Holster der Konkurrenten wie Backsteine. Und dann befindet sich im Lieferumfang auch noch ein großes Versprechen.

Die Jabra Evolve3 85 haben einen enorm hohen Tragekomfort Image source: Blasius Kawalkowski / inside digital

ANC und das Rambazamba

Jabra Advanced ANC, nennt der Hersteller die Geräuschunterdrückung in seinem Kopfhörer. Es soll sich an die Umgebung anpassen und Lärm herunterregeln. Großraumbüro, Kaffeemaschine, ein Kollege telefoniert zu laut, die Jugendlichen in der ohnehin schon lauten Bahn sagen zu oft „Digga“. Das ANC der Jabra Evolve3 85 filtert viele Frequenzen gut weg und macht einen ziemlich guten Job. Läuft aber nicht zumindest leise Musik, dringt so mancher Lärm dennoch durch.

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Darüber hinaus macht Jabra viel Wirbel um die ClearVoice-Technologie. Dafür habe man eine KI mit 60 Millionen Sätzen trainiert und dabei das menschliche Gehirn so präzise kopiert, dass die Stimme des Nutzers von den Umgebungsgeräuschen messerscharf getrennt wird. Als säße man in einer schalldichten Kabine. Sogar am Flughafen. Sogar wenn nebenan die Kaffeemaschine faucht. Und in der Praxis? Es ist wahr; kein Kokolores. Im Großraumbüro oder im überfüllten Pressebereich einer Messe, auf der wir das Feature getestet haben, drang der Lärm in der Videokonferenz nicht durch. Fantastisch. Mehr noch.

Das ANC der Kopfhörer ist gut, aber nicht Spitzenklasse Image source: Blasius Kawalkowski / inside digital

Denn während andere Kopfhörer bei Telefonaten auf Durchgangsmodus schalten, bleibt bei den Jabra Evolve3 85 auf Wunsch die aktive Geräuschunterdrückung auch während des Gesprächs aktiv. Und gleichzeitig hört man die eigene Stimme ganz normal. Und was ist mit Musik?

Der Klang der Jabra Evolve3 85

Geht auch. Und wie! Die Jabra Evolve3 85 klingen von Grund auf warm und angenehm. Dabei zeichnet sich der Sound durch Feinzeichnung, Impulstreue und Detailreichtum aus. Irgendwie überraschend, erwartet man das von den doch ziemlich flachen Kopfhörern beim Anblick gar nicht. Somit sind sie nicht nur während der Arbeit eine Bereicherung, sondern auch auf dem Weg dahin und zurück. Oder auch in den eigenen vier Wänden, wenn man sich die neueste Scheibe seiner Lieblingsband anhören möchte.

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Und wem der Klang irgendwie doch nicht zusagt, der kann in der Jabra+ App an den Reglern im 5-Band-Equalizer herumschieben. Oder aus einem anderen der sechs vordefinierten Presets auswählen. Mehr Bass ist nur ein paar Wischbewegungen auf dem Display entfernt.

Ganz schön flach: Die Jabra Evolve3 85 lassen sich ziemlich klein zusammenfalten Image source: Blasius Kawalkowski / inside digital

Akkulaufzeit und Funktionsumfang

Der Akku ist so etwas wie der stille Held. Bis zu 120 Stunden Musikwiedergabe klingen aberwitzig hoch, sind im Alltag aber tatsächlich drin. Man lädt einfach irgendwann, nicht ständig. Und wenn man es doch vergisst: zehn Minuten am Kabel oder an einer QI-Ladestation, zehn Stunden Ruhe. Ein ganzer Arbeitstag in zehn Minuten aufgeladen. Das ist keine Magie, sondern sinnvoll gedacht. Und dann setzt Jabra noch einen drauf: Denn der Akku ist austauschbar. Versagt er nach ein paar Jahren, kann man den Kopfhörer mit ein paar Handgriffen und ein paar Euro wiederbeleben.

Die Akkulaufzeit der Jabra-Kopfhörer ist gigantisch Image source: Blasius Kawalkowski / inside digital

Die Verbindung läuft, wie man es heute erwartet: Bluetooth 5.3, dazu ein USB-C-Dongle, der schon gekoppelt ist – Plug-and-Play für Leute, die keine Lust auf Einstellungen haben – und als Backup noch ein Klinkenkabel. Funktioniert alles stabil und weitgehend unauffällig. Genau so soll es sein. Technik, die sich nicht wichtig macht, aber funktioniert, wenn man sie braucht. Und dann gibt es da noch das 360-Grad-Busylight. Befindet man sich in einem Meeting oder telefoniert, zeigen LEDs am Kopfhörer den Kollegen, dass man nicht gestört werden will.

Jabra Evolve3 85 im Test: Das Fazit

Die Jabra Evolve3 85 sind ein Kopfhörer, der zwei Welten miteinander verbindet: die geschäftliche mit der privaten. Während das Ding im Büro ein absolut geniales Headset ist, das man den ganzen Tag tragen kann, sieht man ihm nach getaner Arbeit gar nicht an, dass es für Business-Zwecke konzipiert wurde. Kein Mikrofonarm, kein Hinweis darauf, dass man ein Bildschirmarbeiter ist. Sie sind bequem, technisch ausgereift und machen genau das, was sie sollen: Gespräche besser. Dabei liefern sie auch noch unheimlich guten Klang, wenn man zwischen den Meetings oder nach der Arbeit Musik hören möchte.

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Aber: Der Preis ist hoch, fast schon trotzig hoch. Rund 400 Euro verlangt Jabra für die Evolve3 85. Für Musikfans vermutlich unsinnig. Für Menschen, die täglich in Calls hängen und dabei nicht klingen wollen wie aus einer Blechdose, dagegen eine klare Empfehlung.

Jabra Evolve3 85 im Test

Pro

  • Hervorragender Klang
  • Gigantische Akkuluafzeit
  • Viele Funktionen
  • Gutes ANC
  • Sehr hoher Tragekomfort
  • Klein, flach und leicht

Contra

  • Hoher Preis

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  • Die Akkulaufzeit der Jabra-Kopfhörer ist gigantisch: Blasius Kawalkowski / inside digital

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