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Dünnstes und bestes Android-Tablet? Honor MagicPad 4 im Praxis-Test

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Ein Tablet mit 165-Hz-Display, Snapdragon 8 Gen 5 und einer Dicke von unter 5 mm? Was nach Samsung oder Apple klingt, heißt in Wahrheit MagicPad 4 und kommt von Honor. Inside Digital hat für dich herausgefunden, ob sich der Kauf für knapp 650 € lohnt.
Das Honor MagicPad 4 auf einem Tisch.
Wie schlägt sich das Honor MagicPad 4 im Test?Bildquelle: inside digital / Benjamin Lucks

Vom MagicPad 2 springt Honor hierzulande direkt auf das MagicPad 4 und integriert einige Verbesserungen in sein Flaggschiff-Tablet. Das Android-Tablet ist nur 450 g leicht, ist mit 4,8 mm ultra-dünn und lässt sich dank PC-Modus als Notebook nutzen. Haben wir hier das beste Android-Tablet unter 600 €?

Preis & Verfügbarkeit

Schauen wir auf die Produktseite des MagicPad 4 beim Hersteller Honor, sehen wir zum Marktstart vier verschiedene Versionen. Die Basis-Variante kommt dabei mit 256 GB internem Speicher und 12 GB RAM und ist in den Farben Weiß und Grau für 599,90 € zu haben. Wahlweise bekommst du aber auch 512 GB internen Speicher mit 16 GB RAM für 799,90 €.

Ein wenig verwirrend ist zunächst, dass es mehr Speicherplatz nur in der „Ultra Edition“ gibt. Denn diese gibt es auch mit 256 GB Speicher für 699,90 €. Entscheidest du dich für die beiden Ultra-Konfigurationen, gibt’s eine Tastatur, einen Bedienstift, die Honor MouseBuds – eine kuriose Computermaus mit eingebauten In-Ear-Kopfhörern – sowie 12 Monate Displayschutz dazu.

Honor bietet auch noch eine Smart Edition an, bei der du nur die Tastatur, den Bedienstift und 12 Monate Displayschutz bekommst. Die Version mit 256 GB internem Speicher kostet hier 649,90 €.

Alle Varianten gibt’s in den Farbvarianten Weiß und Grau.

Design & Verarbeitungsqualität

Während Apple vor einigen Jahren mit seinem nur knapp 5 mm dicken iPad Pro Schlagzeilen machte, fliegt das Honor MagicPad 4 erstaunlicherweise unter dem Radar. Dabei ist das 12,9″ große Tablet gerade einmal 4,8 mm dick und weist verschwindend dünne Displayränder auf, die nur 3,9 mm messen. Dank Unibody-Gehäuse aus Aluminium und einer äußerst robusten Konstruktion wirkt es dabei aber nicht zerbrechlich. Im Vergleich zum Vorgängermodelle soll es eine 55% höhere Steifigkeit mitbringen.

Das Gehäuse des Honor MagicPad 4 ist unibody und aus Aluminium. Image source: inside digital / Benjamin Lucks

Bedauerlicherweise hat uns Honor das neue Zubehör für das MagicPad 4 nicht zugeschickt. Gerade die Tastatur, mit der das Tablet vielleicht auch als Notebook-Ersatz taugt, sowie die kuriose Kopfhörer-Maus hätten wir wirklich gerne ausprobiert. So beschränkt sich die Nutzung eher auf das Surfen sowie auf Filmeschauen unterwegs. Es sei denn, man schließt das Tablet an einen externen Monitor an. Aber dazu gleich mehr!

Generell fällt das Tablet dank des geringen Gewichts von nur 450 g im Rucksack kaum auf. Die insgesamt acht Lautsprecher, die Honor um das Gehäuse herum verteilt, eignen sich zum verständlichen Videoschauen. Zum Musikhören fehlt es ihnen unserer Meinung nach allerdings an Bass. Auch der virtuelle Raumklang, den Honor „MagicSpace“ nennt, kann im Test nicht ganz überzeugen. Trotzdem sind die Speaker im MagicPad 4 akzeptabel.

Display

Mehr als nur „akzeptabel“ ist das Display im Honor MagicPad 4. Auf 12,3″ erstreckt sich ein besonders farbenfrohes OLED-Panel mit einer sehr hohen Helligkeit von 2.400 Nits im Peak sowie einer fantastischen Bildwiederholrate von 165 Hz. Die Pixeldichte ist mit 290 ppi zwar nicht überragend, sie sorgt aber dafür, dass wir bei einem natürlichen Betrachtungsabstand keine Pixel mehr erkennen können.

Ab Werk war uns das verbaute Panel ein wenig zu warm und zu übersättigt konfiguriert. Wir waren dementsprechend froh darüber, dass Honor eine sehr genaue Anpassung des Displays erlaubt. Über ein entsprechendes Werkzeug ließe sich das Panel sogar für professionelles Arbeiten mit Bildern und Videos kalibrieren. Denn es deckt den großen DCI-P3-Farbraum zu 100% ab und unterstützt Inhalte mit 10 Bit Farbtiefe.

Das Display des Honor MagicPad 4 überzeugt uns im Test besonders. Image source: inside digital / Benjamin Lucks

Im Alltag zeichnet sich das Panel des MagicPad 4 zudem durch einige Komfortfunktionen aus. Dabei sorgt etwa eine Pulsdauermodulation von 5.280 Hz dafür, dass die Anzeige auf Dauer weniger ermüdend für die Augen ist. Darüber hinaus integriert Honor eine Reduzierung von Blaulicht in das installierte Android-Betriebssystem und kann sogar ein Defokussieren beim Lesen oder beim Schauen von Videos simulieren. Das MagicPad 4 reduziert Kontraste dabei automatisch so, dass deine Augen denken, sie würden in die Ferne schauen.

Mängel gibt’s beim Display diesmal wirklich keine. Lediglich die Reduzierung der Bildwiederholrate können andere Tablets besser, da es hier nur minimal 60 Hz gibt. Für die nächste Generation wünschen wir uns zudem eine Version mit matter Displaybeschichtung für noch angenehmeres Arbeiten im Freien.

Software

Honor installiert logischerweise MagicOS 10 auf dem MagicPad 4, das wiederum auf Android 16 basiert. Das Betriebssystem läuft im April 2026 mit dem Sicherheits-Patch aus dem März, hier ist Honor also angemessen schnell in der Anpassung an die eigene Software. Updates rollt Honor für das Tablet allerdings nur vierteljährlich aus. Die Gewährleistung gibt der Hersteller mit 6 Jahren sowohl für Android- als auch für Sicherheits-Updates an. Heißt: Kaufst du das MagicPad 4 im Jahr 2026, bleibt es bis 2032 sicher und aktuell.

Honors eigene Android-Variante lässt sich am besten als verspielter iOS-Klon bezeichnen. Designs sind dabei immer mal wieder an Apple angelehnt, es gibt aber mehr Animationen und erfreulicherweise auch mehr Einstellungen. Wo wir schon bei Apple sind: Ähnlich wie das Xiaomi Pad 8 bietet das MagicPad 4 eine nahtlose Verbindung zu MacBooks. So kannst du das Tablet etwa als externen Monitor nutzen oder Dateien bequem rüberschieben.

Falls du weder ein MacBook noch ein anderes Notebook hast, schlägt Honor das MagicPad 4 zudem als Alternative vor. Dabei wird man schon bei der Einrichtung darauf hingewiesen, dass es einen „PC-Modus“ gibt, der Multitasking über frei schwebende Fenster erlaubt. Da die Performance des Tablets hoch genug ist, überzeugt diese Nutzung durchaus. Wir haben das Tablet über USB‑C mit einem externen Monitor verbunden sowie Maus und Tastatur angeschlossen. Das Arbeiten im PC-Modus gefiel uns besser als bei vielen anderen Android-Geräten. Multitasking funktioniert sehr gut und wir konnten diesen Testbericht produktiv weiterschreiben und etwas Informationen von der Herstellerseite in einem zweiten Fenster übertragen. Praktisch!

Leistung & Technik

Das genutzte SoC im MagicPad 4 ist keineswegs ein Unbekanntes. Im dünnen Tablet-Gehäuse werkelt das Snapdragon 8 Gen 5 von Qualcomm, das bereits im modernen 3-nm-Verfahren gefertigt ist. Wie eingangs bereits erwähnt, stehen ihm 12 oder 16 GB RAM zur Seite, die Adreno-829-GPU bleibt in jeder Konfiguration dieselbe.

Mit diesen Kontakten verbindet man die Tastatur des Honor MagicPad 4 mit dem Tablet. Image source: inside digital / Benjamin Lucks

Erfreulich ist zudem, dass Honor auf moderne Funkstandards setzt. Wir profitieren von WiFi 7 inklusive Dual-Band und verbinden Kopfhörer über Bluetooth 6.0. Kabelgebunden sorgt USB 3.2 für schnelle Datenübertragungen, während wir über Display Port 1.2 externe Displays für die PC-Simulation verbinden können.

Lediglich eine Variante mit 5G-Modem vermissen wir beim Blick auf den Honor-Konfigurator. Diese hätte das Tablet noch interessanter für mobiles Arbeiten gemacht. Versionen des Snapdragon 8 Gen 5 mit integriertem 5G-Modem gibt es in anderen Produktkategorien zudem durchaus. Trösten wir uns mit Blick auf die Benchmarks des Tablets:

Honor MagicPad 4Xiaomi Pad 8Apple iPad Mini (2024)Samsung Galaxy Tab S9 FEHuawei Mate Pad 11,5 S
3D Mark Wild Life4.6764.684nicht möglich2.785
3D Mark Wild Life (Stress Test Extreme)Bester Loop: 5.691
Schlechtester Loop: 5.261
Stabilität: 92,4 %
Bester Loop: 4.600
Schlechtester Loop: 3.988
Stabilität: 86,7 %
nicht möglichBester Loop: 3.628
Schlechtester Loop: 2.342
Stabilität: 64,5 %
Bester Loop: 846

Schlechtester Loop: 842
Stabilität: 99,5 %
GeekBench 6 CPUSingle: 2.934
Multi: 9.775
Single: 2.117
Multi: 6.534
Single: 1.846
Multi: 5.131
Single: 2.912
Multi: 7.182
Single: 1.024
Multi: 2.940

Leistungstechnisch überzeugt die uns zur Verfügung gestellte Variante mit 12 GB RAM in den Benchmarks voll und ganz. Dabei waren wir überrascht, wie gut Honor die anfallende Hitze über das Gehäuse ableiten kann. Ohne passive Kühlung und trotz des dünnen Gehäuses behält das Tablet im Stresstest 92,4 % seiner Leistung bei, ohne wirklich warm zu werden. Thermal-Throttling musst du also nicht befürchten.

Kameras

Etwas ärgerlich: Honor platziert nur eine Kamera auf der Rückseite, lässt das Kamera-Element aber wie eine Dual-Kamera aussehen. Sie löst zwar nur mit 13 Megapixeln auf, bietet dafür aber ein recht lichtstarkes Objektiv mit f/2.0 und einen Autofokus. Die Aufnahmen sind allerdings dermaßen überzeichnet, dass sie sich nur für das Scannen von Dokumenten oder zum „Dinge zeigen“ bei der Videotelefonie eignen.

Die Selfie-Kamera des Honor MagicPad 4 eignet sich nur für Videoanrufe.
Selbst bei optimalen Lichtverhältnissen ist die Hauptkamera des MagicPad 4 stark überzeichnet.
Kontraste kann die Kamera des MagicPad 4 gut abbilden.
Praktisch: Nahaufnahmen werden mit dem MagicPad 4 schön scharf.
Auf der Rückseite des Honor MagicPad 4 gibt’s nur eine einzelne Kamera.
Quelle: inside digital / Benjamin Lucks

Für Videoanrufe finden wir vorne im oberen Displayrand eine Kamera mit 9 Megapixeln. Sie kommt leider ohne Autofokus und kann Gesichter daher nicht scharfstellen. Die Qualität reicht für Videotelefonie, mehr darf man hier aber leider nicht erwarten.

Akku

Honor gibt die typische Akkukapazität des MagicPad 4 mit 10.100 mAh an – und so wäre die Batterie des Tablets größer als die im Vorgängermodell. Schauen wir genauer auf das Datenblatt, sehen wir allerdings, dass die Nennkapazität bei 10.000 mAh liegt. Honor nutzt also Schwankungen in der Kapazität, um ein bisschen Werbung für das Tablet zu machen.

Dünnere Displayränder gibt’s bei anderen Tablets kaum. Image source: inside digital / Benjamin Lucks

Unseren Praxiseindrücken nach ist das aber nicht unbedingt nötig. Denn das MagicPad 4 hält im Alltag locker einen Tag lang durch. Das PC-Mark-Benchmark, das so lange eine dauerhafte Leistung simuliert, bis der Akkustand unter 20 % sinkt, attestiert dem Honor-Tablet eine Laufzeit von soliden 12 h. Ein durchschnittlicher Wert, mit dem wir angesichts der geringen Gehäusedicke allerdings sehr zufrieden sind.

Sehr gut performt das MagicPad 4 beim Quick-Charging. Honor gibt die Ladeleistung mit 66 W an, das können wir zu Beginn eines Ladezyklus bestätigen. Unser Ladegerät zeigt bei der ausgegebenen Leistung tatsächlich über 60 W an und lädt das Tablet innerhalb von nur 10 Minuten von 0 % auf 20 % an. Ein halber Akku ist innerhalb von 25 Minuten voll und die vollständige Aufladung dauert etwa 1h 15m. Das sind wirklich exzellente Werte, die das iPad Pro von Apple und das Xiaomi Pad 8 locker übertreffen.

Fazit zum Honor MagicPad 4

Es gibt sehr wenig auszusetzen am MagicPad 4! Honor schafft es dabei, sich mit einem recht subtilen Release unter die besten Android-Tablets im Jahr 2026 zu schleichen. Dabei ist das MagicPad 4 das schlankste Android-Tablet auf dem Markt, bietet ein besseres Display als das Xiaomi Pad 8 und eignet sich dank Multitasking inklusive schwebender Fenster auch besonders gut als Notebook-Ersatz.

Die Leistung überzeugt uns dabei im Alltag vor allem dadurch, dass Honor trotz des dünnen Gehäuses kaum Thermal-Throttling anwenden muss, um die Wärme des SoCs zu reduzieren. Die Verarbeitung, die sonstige Ausstattung sowie die Akkulaufzeit sind ebenfalls top. Letztere überzeugt uns vor allem dadurch, dass Honor Schnellladen mit 60 W erlaubt, was die notorisch langen Ladezeiten von Tablets mit ihren großen Batterien endlich reduziert.

Wirklich negativ bleiben uns daher nur die maue Kameraqualität und zwei fehlende Optionen im Konfigurator im Gedächtnis. So kannst du das MagicPad 4 nicht mit einem 5G-Modem ausstatten und, falls du gerne im Freien arbeitest, fehlt eine Option für eine matte Displayschicht. Stört dich das nicht, ist das Honor MagicPad 4 ein absoluter Kauftipp!

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