Bose Frames Tenor im Test: Audio-Sonnenbrille mit WOW-Effekt?

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Mit der Frames Tenor hat Bose eine interessante Alternative zu normalen Kopfhörern geschaffen. Die Audio-Brille bestrahlt die Ohren mit Richtlautsprechern, um guten Sound zu ermöglichen, ohne willkürliche Passanten zu belästigen. Unser Test der Bose Tenor Frames verrät, ob und wie das funktioniert.
Audio-Sonnenbrille
Bose Frames Tenor im TestBildquelle: Artem Sandler / inside digital

Kabellose BluetoothKopfhörer sind bereits ein alter Hut. Und selbst die winzigen True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer findet man heutzutage an jeder Straßenecke. Audio-Sonnenbrillen stellen eine interessante Alternative dar, die für begeisterte Ausrufe bei Freunden sorgen könnte. So zumindest die Theorie. Ob die Realität mithalten kann, zeigt unser Test der Bose Frames Tenor.

Bose Frames Tenor im Test

Die Optik der Audio-Sonnenbrillen ist optional. Denn das Unternehmen hat gleich drei Varianten auf den Markt gebracht: die Frames Tenor, Frames Soprano und Frames Tempo. Somit können sich Interessierte eine Sonnenbrille entsprechend ihren Vorlieben aussuchen. Allerdings ist die Einheitsgröße des Geräts generell eher oder gar ausschließlich für kleinere Köpfe geeignet. Stichwort: Tragekomfort. Abseits des Designs unterscheiden sich die drei Bose Frames jedoch nur geringfügig voneinander – beispielsweise bei der IP-Zertifizierung. Doch dazu später mehr. Ansonsten weisen alle Varianten einen ziemlich dicken Bügel auf, in denen sich Richtlautsprecher, Mikrofone, ein Akku und die restliche Technologie befindet. Ob diese die Sonnenbrille ästhetisch auf- oder abwerten? Geschmackssache.

Was dagegen nicht subjektiver Natur ist, ist die Qualität der Bose Frames. Die Nylon-Fassung wirkt trotz der zahlreichen Beteuerungen auf der Website alles andere als edel. Billiges Plastik wäre da die passendere Umschreibung. Und Fingerabdrücke heißt das Material genauso willkommen, wie ein Fußballfan den WM-Pokal. Zumindest scheint die Sonnenbrille aufgrund der breiten Bügel und Edelstahl-Scharniere ziemlich stabil zu sein. Und schwer ist das Gerät mit seinen knapp 50 Gramm ebenfalls nicht.

Technisch bietet die Bose Frames Tenor zusätzlich zu den integrierten Lautsprechern auch zwei Mikrofone, Bluetooth 5.1 und Touch-Steuerelemente. Letztere lassen sich im Rahmen der Lautstärkeregulierung und zum Aktivieren des Smartphone-eigenen Sprachassistenten verwenden. Beides funktionierte im Test ohne Probleme – obwohl die Anwendung etwas gewöhnungsbedürftig ist. Die sonstige Steuerung wird in bester Kopfhörer-Manier über einen einzelnen, mechanischen Button im rechten Bügel abgewickelt.

Als Brille weist das Gerät derweil polarisierte Brillengläser auf, sowie die Möglichkeit, diese auszutauschen. Dafür können bei Bose verspiegelte Brillengläser mit silberner und blauer Farbtönung als Zubehör erworben werden. Auch Gläser in der passenden Sehstärke sind möglich. Eine Bose-Frames-Brille mit Korrektionsgläsern kann über den Online-Optiker Mister Spex erworben werden. Allerdings kosten diese zusätzliche 40 Euro.

Die beiden wichtigsten Blutooth-Kopfhörer-Faktoren

Nun zu den beiden wichtigsten Eigenschaften von Bluetooth-Kopfhörern: Audioqualität und Akkulaufzeit. Beim Klang kann die Bose Frames Tenor selbstverständlich nicht mit den klassischen Over-Ear-Kopfhörern mithalten. Doch das muss sie auch nicht, schließlich ist sie eine Sonnenbrille. Und als solche bietet sie einen erstaunlich guten Klang. Lediglich bei den Bässen besteht weiterhin akuter Nachholbedarf.

Die Lautstärke reicht indes problemlos aus, um die Sonnenbrille auch im Freien verwenden zu können. Wenn man an dieser Stelle übertreibt, kann man jedoch schnell auch den Mitmenschen seinen Musikgeschmack aufdrängen – insbesondere dann, wenn der Geräuschpegel der Umgebung allgemein ziemlich niedrig ist. Wenn man dagegen draußen unterwegs ist – etwa neben einer Straße –, kann man schon bei einem Abstand von 20 bis 30 cm kaum etwas oder gar nichts mehr hören. Unterm Strich funktionieren die Richtlautsprecher erstaunlich gut. Wer jedoch in einer leeren Bahn neben einem Mitreisenden sitzt, kann davon ausgehen, dass der Sound dennoch bis zu dessen Trommelfellen vordringt.

Audio-Brille
Richtlautsprecher der Bose Frames Tenor

In puncto Akkulaufzeit benennt Bose einen Wert von 5,5 Stunden. Dabei handelt es sich jedoch wie immer um einen Laborwert – wer beispielsweise die Lautstärke im Alltag gerne mal aufdreht, muss mit einer geringeren Laufzeit rechnen. Mit handelsüblichen Bluetooth-Kopfhörern, die meist Laufzeiten von etwa 10 bis 45 Stunden vorweisen, kann die Audio-Sonnenbrille somit nicht mithalten. Und selbst die kleinen True-Wireless-Ohrstöpsel bieten oftmals Akkulaufzeiten von 4 bis 12 Stunden – ohne Ladeetui. Die Ladezeit der Bose Frames Tenor beträgt derweil circa eine Stunde.

Highlights der Bose Frames Tenor

Das größte Highlight der Frames Tenor ist selbstverständlich das sogenannte Bose Open Ear Audio, also die Tatsache, dass die Ohren beim Hören von Musik nicht bedeckt werden. Auf diese Weise können Nutzer sowohl die Musik als auch die Umgebungsgeräusche wahrnehmen. Und das, ohne auf Mikrofone angewiesen zu sein. Der gleiche Vorteil ergibt sich auch bei der Telefonie über die Audio-Sonnenbrille – und dieser ist nicht nur sehr interessant, sondern auch ziemlich praktisch. Zumal die Umstehenden, wie bereits erwähnt, üblicherweise nicht allzu viel von der potenziellen Geräuschbelästigung mitbekommen.

Ansonsten sollte an dieser Stelle auch die Bose Music App gelobt werden. Der Grund, warum diese nicht im Test thematisiert wurde, ist, dass diese sehr minimalistisch und selbsterklärend ist. Und genau das sind ihre größten Vorzüge.

Schwächen der Bose Frames Tenor

Die Schwächen bezüglich der Verarbeitung und des Tragekomforts der Audio-Sonnenbrillen haben wir bereits am Anfang unseres Tests erörtert. Diese stellen auch die größten Kritikpunkte dar. Doch es gibt noch eine weitere Schwäche: Die Bose Frames Tenor bieten die IP-Zertifizierung IPX2. Das bedeutet, dass die Brille lediglich Schutz gegen fallendes Tropfasser bietet. Und auch das nur bei einer Neigung von bis zu 15°. Im Regen sollte man das Gerät somit lieber im Transportetui verstauen. Die Bose Frames Tempo können dagegen eine IPX4-Zertifizierung und somit zumindest Schutz gegen allseitiges Spritzwasser vorweisen. Zudem beträgt die Akkulaufzeit der sportlichen Version 8 statt 5,5 Stunden.

Zu guter Letzt noch ein weiteres Manko: Die Bose-Brille wird über ein spezielles, magnetisches Pogo-Pin-Ladekabel und nicht über einen handelsüblichen USB-Typ-C-Eingang geladen.

Fazit

Grundsätzlich handelt es sich bei der Bose Frames Tenor um ein wirklich interessantes Gadget. Die Open-Ear-Audio-Technologie lässt sich am besten mit dem Wort „cool“ beschreiben und dürfte das Herz eines jeden Technik-Fans höher schlagen lassen. Beim Gebrauch darf man die Umgebung und den Störfaktor allerdings, anders als bei In-Ear– und Over-Ear-Kopfhörern, nicht außer Acht lassen. Dafür ist die Klangqualität für eine Sonnenbrille durchaus beachtlich. Was man von der Verarbeitung beziehungsweise der „Wertigkeit“ nicht gerade behaupten kann. Diese lässt sich angesichts der hohen unverbindlichen Preisempfehlung von ursprünglich rund 280 Euro einfach nicht schönreden.

Pros:

  • interessante Open-Ear-Audio-Technologie
  • guter Klang
  • leichte Bedienung

Contras:

  • unterdurchschnittliches Preis-Leistungs-Verhältnis
  • schlechte Verarbeitung
  • lediglich IPX2-Zertifizierung

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Bildquellen

  • Richtlautsprecher der Bose Frames Tenor: Artem Sandler / inside digital
  • Bose Frames Tenor im Test: Artem Sandler / inside digital
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