Amazon Echo Studio: So gut klingt der 200-Euro-Lautsprecher wirklich

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Amazon bringt mit dem Echo Studio seinen bislang teuersten Echo-Lautsprecher auf den Markt.Mit 199 Euro spielt er preislich in einer Liga mit den günstigsten Sonos-Lautsprechern. Doch wie gut ist ist der neue Lautsprecher wirklich? Wir konnten uns für dich einen ersten Eindruck verschaffen.
Amazon Echo Studio
Amazon Echo StudioBildquelle: Amazon

In einem Showroom in Berlin hatte Amazon im Vorfeld des Marktstarts in Deutschland den Echo Studio aufgebaut. In verschiedenen Szenarien wollten die Mitarbeiter der Pressestelle den anwesenden Journalisten und Influenzern demonstrieren, warum der Lautsprecher sein Geld wert ist. Denn Amazon wagt damit einen kleinen Angriff auf die vernetzten Lautsprecher von Sonos, Teufel, Bose & Co – nur in einer preislich anderen Liga. Erstmals vorgestellt wurde der Lautsprecher im September, auf den Markt kommt er am 7. November.

Echo Studio ist kein Leichtgewicht

Echo Studio sei mit seinen fünf integrierten, direktionalen Lautsprechern so konzipiert, dass er erstklassigen Sound mit Raum, Klarheit und Tiefe liefert. Damit das gelingt, bringt das Gerät gut 3,5 Kilogramm Gewicht auf die Waage. Mit rund 21 Zentimetern Höhe und 17,5 Zentimetern Durchmesser ist er auch alles andere als ein Winzling.

Da er als Stand-Lautsprecher ausgelegt ist, muss man in seiner Wohnung erst einmal einen passenden Platz dafür finden. Denn nach Möglichkeit sollte er nicht direkt an der Wand stehen – den Klang gibt der Echo Studio nämlich rundum ab. Aber: Echo Studio erkennt nach Angaben von Amazon automatisch die akustischen Gegebenheiten des Raumes und passt die Wiedergabe individuell an. Testen lies sich das im Showroom nur schwer.

Sourround-Anlage für 400 Euro

Echo Studio unterstützt auch Dolby Atmos und 360 Reality Audio von Sony. Das macht dreidimensionales Hören möglich – auch wenn nur ein Lautsprecher aufgebaut ist. Du kannst allerdings auch zwei Lautsprecher koppeln und den Echo Studio mit dem neuen Fire TV Cube verbinden. So kannst du für knapp 400 Euro eine Dolby 5.1-Anlage simulieren. Wie gut das in der Praxis klappt, ließ sich leider im Showroom nur schwer erahnen, da der installierte Cube pünktlich zur Demonstration in den Streik-Modus ging.

Doch die wenigen Töne, die sich entlocken ließen, waren vielversprechend – wenn man denn rechts und links vom Fernseher Platz für zwei Echo Studios hat. Immerhin: Kabel musst du – außer für den Strom – keine verlegen. Für die 3D-Musik sollte noch gesagt werden, dass das Angebot an Titeln derzeit noch überschaubar ist – und auch nur in Kombination mit Amazon Music HD zur Verfügung steht.

Amazon Music HD kostet für Prime-Kunden übrigens 12,99 Euro, Nicht-Prime-Kunden zahlen 14,99 Euro. Ein Familien-Abo kostet 19,99 Euro. Die ersten 90 Tage sind kostenlos, wenn du bisher kein Amazon Music Unlimited genutzt hast.

Nicht jeder Ton sitzt

Bei der Musik im Showroom setzte Amazon natürlich auch auf die neue HD-Variante, die der Qualität von CDs entsprechen soll. Dennoch konnte uns der Amazon Echo Studio nicht in jeder Tonlage begeistern. Insbesondere bei leisen Tönen im Höhen-Bereich wirkte der Ton auf uns leicht blechern. Doch sobald ein Song mehr Volumen hat, Mitten-Töne und Bass dazu kommen, zaubert der Lautsprecher einen wirklich beeindruckenden Klang. Besonders gut machten sich diese Unterschiede etwa bei „Rocket Man“ von Elton John bemerkbar. Wirkten die ersten Töne noch schwach, entwickelte der Sound nach einigen Sekunden eine richtige Dynamik und Raumvolumen. Erst wenn man Songs beispielsweise von Rammstein mit der maximalen Lautstärke kombiniert, wird es wieder unschön. Weniger (Lautstärke) ist manchmal mehr – und die Nachbarn freuen sich auch.

Erstes Fazit: Echo Studio ist wohl keine Fehl-Investition

Rein subjektiv kann es der Echo Studio auf jeden Fall mit einem Sonos Play:1 oder Sonos One aufnehmen. Dieser Vergleich war allerdings nicht zeitgleich, sondern nur mit zeitlichem Abstand und unterschiedlichen Räumen möglich. Ein direkter Vergleichs-Test muss hier weitere Unterschiede zeigen. Zudem sind die Hör-Eigenschaften in einer offenen Loft-Wohnung, in der der Showroom aufgebaut war, andere als in den eigenen vier Wänden, so dass wir dir hier nur einen allerersten Eindruck geben können.

Klar ist aber: Wer bereits Amazon Echo zum Musik-Hören in seiner Wohnung einsetzt oder in den Markt der vernetzen Lautsprecher einsteigt, der macht mit dem Echo Studio nichts falsch. Dadurch, dass er auch noch alle Alexa-Funktionen mitbringt und einen Zigbee-Smarthome-Hub beinhaltet, kann er die Basis des vernetzen Zuhauses werden. Wer aber schon Sonos oder einen anderen Lautsprecher-Hersteller nutzt, für den ist ein Umstieg kaum sinnvoll.

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