Smart Indoor Gardening: Knackiges Grün frisch aus deiner Wohnung

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Frische Kräuter geben nicht nur Gerichten und Getränken das gewisse Etwas. Dabei musst du nicht einmal auf traurige Supermarkt-Kräuter zurückgreifen, sondern kannst das frische Grün einfach selbst anbauen. Wir zeigen dir, wie das ohne Balkon und Garten geht.
Bildquelle: Prět à Pousser

Frisches Grün schmeckt nicht nur dem Mund, sondern gefällt auch dem Auge. Zwar gibt es im Supermarkt neben Trockenkräutern auch frische Pflanzen. Doch diese gehen des Öfteren schnell ein, wenn man sie nicht richtig pflegt. Indoor Gardening hilft dir, deinen grünen Daumen zu perfektionieren und nebenher deine eigenen Kräuter anzupflanzen.

Wenn du im Großstadtdschungel ohne Balkon und Garten lebst, ist das beste: Keins davon brauchst du, um Indoor Gardening zu betreiben – so, wie es der Begriff bereits verrät. Neben Eigenkonstruktionen kannst du auf smarte Licht- und Bewässerungstechnologien von verschiedensten Herstellern zurückgreifen. Diese überwachen deine Pflanzen, sodass dir gesundes und sprießendes Grünzeug beinahe garantiert ist.

Welche Vorteile bietet Smart Indoor Gardening?

Die Vorteile von eigens angepflanzten Kräutern liegt auf der Hand: Du verzichtest auf Pestizide, die in der Land- und Agrarwirtschaft normalerweise zum Usus gehören. Außerdem kannst du dir sicher sein, dass du regional und lokal Kräuter konsumierst – mal vom Kauf der Saatlinge und deren Herkunft abgesehen.

Darüber hinaus bist du im Vorteil, wenn es um die Saisonalität deiner Kräuter geht: Du kannst dich das gesamte Jahr über mit frischem Grün versorgen. Hinzu kommt, dass deine Kräuter im Innenraum nicht Wind und Wetter ausgesetzt sind. Weitere Vorteile sind:

  • Geling-Garantie durch smarte Leucht- und Bewässerungssysteme
  • Geringer Zeitaufwand und wenig Arbeit
  • Langfristig günstiger, als Kräuter ständig zu kaufen
  • Keine verwelkten Kräuter, auch wenn du im Urlaub bist
  • Deko-Highlight: Schöne Optik durch frische und grüne Kräuter

Smart Indoor Gardening: Diese Systeme gibt es

Die einfachste Art, mit Smart Indoor Gardening anzufangen und den Garten auch tatsächlich smart anzulegen, ist, auf bestehende Systeme zurückzugreifen. Hier haben einige Hersteller entsprechende Produkte im Angebot. Die Preisspanne für die Systeme ist groß – du musst mitunter also für den Start ein wenig Geld in die Hand nehmen. Wir zeigen dir vier Beispiele.

SmartGrow von Bosch

Im Portfolio des SmartGrow-Systems von Bosch befinden sich zwei Produkte für deinen smarten Garten: SmartGrow 3 und SmartGrow 6. Beide Exemplare kommen in einem kugeligen, futuristisch anmutenden Design. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Größe. Ansonsten bieten sie die gleichen Funktionen, wie etwa smartes Bewässern sowie eine automatische Beleuchtung. Bedient wird das System per App.

Bosch SmartGrow indoor Gardening

Du solltest allerdings beachten, dass Bosch seine eigenen Samenpflanzen-Kapseln anbietet und du nicht auf günstigere Alternativen ausweichen kannst. Bosch bietet aktuell mehr als 50 verschiedene Samen an. Dennoch: Die kleinen Samen-Töpfchen lassen sich einfach in den smarten Gartentopf einsetzen. Danach musst du dich im Prinzip weder um die Erde, noch um die Samen kümmern. Das macht das System selbst.

Die Preise richten sich nach der Größe der Systeme: Für den Bosch SmartGrow 3 wird eine UVP von 149,99 Euro, für den SmartGrow 6 sogar rund 250 Euro verlangt.

Click & Grow von Emsa

Eine Alternative ist das System Emsa Click & Grow. Auch hier hast du zwei Modelle, die sich nach der Größe beziehungsweise nach den Behältern richten. Du hast die Wahl zwischen drei (Click & Grow 3) und neun (Click & Grow 9) Samenkapseln. Beide Systeme gärtnern autonom und regulieren sowohl Bewässerung als auch das Licht. Emsa wirbt außerdem mit einer sogenannten „Smart Soil Technologie“. Dabei handelt es sich laut Aussage des Herstellers um die Zusammensetzung der Pflanzenkapseln, die die optimale Zufuhr von Wasser und Luft regulieren. Das soll das Nachdüngen ersparen.

Stichwort Pflanzenkapsel: Entscheidest du dich für Emsa Click & Grow, bist du wie bei Bosch ebenfalls an die Auswahl und Preise von Emsa gebunden. Das Unternehmen bietet mit 40 Pflanzenarten eine geringere Auswahl als die Konkurrenz. Neben Kräutern kannst du mit dem Smart-Indoor-Gardening-System aber auch Kopfsalat, Rucola oder Chili selbst ziehen.

Emsa Click and Grow

Die Preise für Emsa Click und Grow sind etwas günstiger als bei Bosch. Click & Grow 3 bekommst du bereits für knapp 90 Euro, das größere Click & Grow 9 für 199 Euro.

Prět à Poussers Modulo

Suchst du nach einer Lösung, die an einer Wand angebracht werden kann, könnte dieses französische Modell eine Alternative für dich sein. Prět à Poussers Modulo lässt sich, wie ein Blumenkasten, an der Wand befestigen und nach Belieben erweitern. Je nach Wunsch gibt es zusätzlich auch ein System, das für gerade Flächen geeignet ist. Prět à Pousser räumt dir die Möglichkeit ein, das System an die jeweilige Pflanzengröße anzupassen und den jeweiligen Topf höher oder niedriger zu hängen. Je nachdem, wie viel Wasser die Pflanze zum Beispiel braucht. Daneben sticht Modulo außerdem mit der Funktion heraus, dass sich die Pflanzenbeleuchtung an die Raumbelichtung automatisch anpasst.

Der Franzose bietet mehr als 40 Kräuter und andere Gemüsesorten, wie beispielsweise Schnittlauch, Tomaten, Pack Choi, Pilze oder Grünkohl an. Teilweise kannst du sie auch in Bio-Qualität bei Prět à Pousser kaufen. Möchtest du selbst experimentieren, kannst du dir leere Pflanzenkapseln ordern und deine eigene Mischung ziehen. Gut zu wissen ist, dass sich die Pflanzenkapseln in der Biotonne entsorgen und kompostieren lassen. Samen von anderen Herstellern kannst du aber auch hier nicht verwenden. Deinen Modulo-Garten kannst du per App überwachen und ergänzen.

Smartes Indoor Gartensystem

Wer nun denkt, dass dieses flexible System teurer als die Markenprodukte von Bosch und Co. ist, irrt. Prět à Pousser Modulo ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich; du bekommst es ab 199,99 Euro.

Agrilution Plantcube

Wer das nötige Kleingeld hat und seinen smarten Indoor Garden auf das nächste Level heben will, dem bietet sich Plantcube von Agrilution an. Dabei handelt es sich um ein smartes Gewächshaus, das optisch wie ein Kühlschrank aussieht. Das Gewächshaus kümmert sich automatisch um Bewässerung, Belichtung und die nötige Nährstoffzufuhr für deine Pflanzen. Neben Kräutern sind auch Microgreens, Salate und verschiedene Gemüsesorten für den Plantcube geeignet. Ergänzt wird das System von einer App, die dir hilfreiche Tipps gibt.

Smartes Gewächshaus

Das System lässt sich Agrilution bezahlen: Der Plantcube samt Starterkit kostet knackige 2.999 Euro.

Smart Indoor Gardening ohne Kapselsysteme

Wenn du etwas flexibler sein möchtest, was die Auswahl deiner Pflanzensamen und auch der Preispolitik angeht, sind Systeme ohne Kapseln deutlich besser geeignet. Hier kannst du beispielsweise den WMF Ambient Kräuter Home Garten verwenden, denn dieses nutzt kein Kapselsystem. Allerdings ist diese Lösung nicht so smart wie die zuvor genannten Systeme: Die Beleuchtung ist eine reine Ambiente-Beleuchtung und kein Wachstumslicht. Daher ist die Erfolgsquote beim WMF-System auch deutlich geringer.

Indoor Gardening: Was möchtest du anbauen?

Bevor du dich für eines der Systeme entscheidest, musst du wissen, welche Pflanzen du anbauen möchtest. So kannst du beispielsweise Microgreens, Kräuter, Salate, Gemüsesorten oder sogar Blumen mit essbaren Blüten anbauen.

Empfehlenswert ist, sich zuvor zu informieren, ob es beim Hersteller deiner Wahl die passenden Kapseln gibt oder ob du in der Samenwahl flexibel bist. Besonders, wenn du exotische Kräuter und Pflanzen anbauen möchtest kann das sehr wichtig sein. Die Klassiker wie Basilikum, Petersilie und Schnittlauch sind bei keinem der Systeme ein Problem.

Microgreens

Bei Microgreens handelt es sich um vitaminreiches Superfood. Microgreens sind Gemüse- und Kräuterkeimlinge, die bereits als kleine Pflänzchen nach wenigen Tagen geerntet werden können. Diese kannst du frisch essen oder damit deinen Brotbelag oder Salate verfeinern. Es gibt beispielsweise Radieschensprossen, Rotkohlsprossen, Alfalfa oder Brokkoli-Sprossen.

Kräuter

Wenn du dir beispielsweise hausgemachtes Pesto selber machen möchtest, dann sind Kräuter für dich natürlich eine gute Wahl. Oder möchtest du dein morgendliches Rührei mit frischem Schnittlauch oder dein Roastbeef mit frischem Rosmarin verfeinern? Auch gar kein Problem. Besonders Kräuter gibt bieten die Hersteller in großen Mengen zur Auswahl. So gibt es beispielsweise verschiedene Basilikum-Sorten, Rosmarin, Schnittlauch, Koriander, Dill, Liebstöckel, Majoran, Pfefferminze, Oregano, Petersilie, Salbei, Thymian und Bohnenkraut.

Salate

Bist du gerade auf Diät oder achtest generell auf eine sehr gesunde und vitaminreiche Ernährung, aber deine Salate können dich bisher nicht sonderlich überzeugen? Dann kannst du deinem Salat mit neuen Sorten eine besonderen Geschmack geben. Hier kannst du beispielsweise zu Gartenkresse, Rucola, Spitzkohl, Grünkohl, Pak Choi, Gartensalat, Feldsalat, Brunnenkresse oder wildem Rauke greifen.

Essbare Blüten

Suchst du nach etwas besonderem? Wenn ja, dann solltest du unbedingt essbare Blüten ausprobieren. Auch diese lassen sich in deinem smarten indoor Garten problemlos anbauen. Essbaren Blüten schmecken mild-süß oder süßlich-scharf und eignen sich perfekt zum Verzieren von Salaten, Dessert, Kuchen oder selbst gemachtem Eis. Unter anderem lassen sich die Blüten der Hornveilchen-Sorten, Löwenmäulchen, Rubinrot und Gold gut und vielfältig einsetzen.

Gemüse

Du kannst natürlich auch dein eigenes Gemüse im indoor Garten anbauen. Hierfür solltest du allerdings die größeren Töpfe verwenden, da Gemüsesorten mehr Platz benötigen als Kräuter und Microgreens. Chili, Habaneros, Kirschtomaten, kleine Paprika und Mini-Gurken eignen sich besonders gut als Gemüsesorten für den indoor Garten.

Was macht deinen Indoor Garden smart?

Nicht alles, wo Smart draufsteht, ist auch tatsächlich Smart. Möchtest du ein autonom arbeitendes System haben, bei dem du dich um nur wenig kümmern musst, sollest du dich vor dem Kauf über die App-Konnektivität erkundigen. Ergänzt eine App den Indoor Garden, lässt sie sich (auch aus der Ferne) steuern. Außerdem zeigt das System dann direkt auf deinem Handy an, welche Nährstoffe deine Kräuter, dein Gemüse und Co. braucht, wann du Wasser zugeben oder wie die Beleuchtung eingestellt sein muss. Je nach System finden sich darüber hinaus Zusatzfunktionen, die sich an spezifische Funktionen anpassen, zum Beispiel den Urlaub.

Und was ist mit den Stromkosten?

Wer sich in der Wohnung einen smarten Garten zulegt, rechnet mit hohen Stromkosten. Die Pflanzen brauchen Licht, Systeme wie jene von Bosch und Emsa ebenfalls Energiezufuhr. Doch so teuer, wie Smart Indoor Gardening auf den ersten Blick erscheint, ist es nicht.

In der Regel werden Kräuter und Co. 14 Stunden am Tag mit beleuchtet, die verbleibenden acht Stunden nicht. Du kannst einstellen, wann der Zyklus beginnt und aufhört. Licht ist für das Wachstum der Pflanzen aber essentiell – egal, ob du deinen Indoor Garden in einer hellen oder dunklen Ecke anlegst.

Letztlich hängt der Stromverbrauch von der Watt-Zahl der Lampe ab. Prět à Pousser gibt beispielsweise einen pauschalen Stromverbrauch zwischen 7 und 9,3 W an, was bis zu 10 Euro Kosten im Jahr verursacht. Um den Verbrauch einschätzen zu können, kannst du dich vor dem Kauf über den Verbrauch des Systems beim Hersteller informieren.

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