Pflicht-Umstieg auf digitale Stromzähler – Das musst du wissen

5 Minuten
Bis 2032 werden gesetzlich geregelt alle analogen Stromzähler durch digitale Stromzähler ersetzt. Ziel des Ganzen: Digitalisierung und Stromersparnis. Für den Verbraucher entstehen dadurch erstmal Kosten – den Klimaschutz kann es dafür teilweise voranbringen. Hier erfährst du alles Wissenswerte.
Stromzähler alt und neu
Bildquelle: mpix-foto / Adobe Stock

Spätestens 2032 wirst du vermutlich in keinem Gebäude mehr die sich drehende Scheibe eines Stromzählers beobachten können. Diese sollen flächendeckend ausgetauscht werden – der schrittweise Einbau der neuen digitalen Systeme hat bereits vor einigen Jahren begonnen. Grund für den Tausch: das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. Digitale Stromzähler sollen eine bessere Übersicht über den Stromverbrauch ermöglichen und Energie sparen. Aber dazu später mehr.

Von dem Wechsel deines Stromzählers erfährst du früh genug, denn der Netzbetreiber muss dir mindestens drei Monate vor der Modernisierung Bescheid geben. Meistens baut der Netzbetreiber auch das Gerät ein. Du musst dich also nicht selbst darum kümmern. Gegen den Tausch wehren kannst du dich aber nicht. Die einzige Möglichkeit ist der Wechsel zu einem anderen Messstellenbetreiber – ansonsten bleibt dir nur noch, es wohl oder übel zu akzeptieren. Die Kosten für die digitalen Stromzähler werden auf den Verbraucher umgelegt. Diese fallen jährlich an, liegen in den meisten Fällen jedoch im Rahmen.

Digitaler Stromzähler oder Smart Meter – was ist was?

Bei dem verpflichtenden Umstieg auf eine digitale Messeinrichtung gibt es zwei Systeme zur Umrüstung. Achtung gut aufpassen: manche Haushalte bekommen nur einen digitalen Stromzähler – andere einen Smart Meter. Was kann der digitale Stromzähler? Ein digitaler Stromzähler hat grundsätzlich die gleichen Funktionen wie ein analoger mit Drehscheibe. Er misst den Verbrauch lediglich digital und zeigt ihn auch über ein Display an. Er empfängt weder Daten, noch versendet er welche. Das bedeutet, der Verbrauch muss hier auch weiterhin analog abgelesen werden. Später erfährst du jedoch, welche Vorteile dir ein digitaler Stromzähler bringen kann.

Smart Meter

Ein Smart Meter funktioniert zunächst genauso wie ein digitaler Stromzähler. Was ihn jedoch besonders macht, ist ein zusätzliches Kommunikationsmodul. Dieses sogenannte Smart-Meter-Gateway wird mit dem Stromzähler verbunden und kann anschließend Daten senden und empfangen. In Zukunft soll dies unter anderem die automatische Steuerung elektrischer Geräte im Smart Home ermöglichen. So soll beispielsweise eines Tages folgendes möglich sein: Geräte können automatisch zu bestimmten Tageszeiten laufen, an denen die Strompreise günstiger sind. Das kann dann der Fall sein, wenn Solaranlagen besonders viel Sonnenenergie sammeln. Bisher werden jedoch kaum solche Stromtarife angeboten, vielleicht ändert sich das mit dem vermehrten Einsatz von smarten Strommessern jedoch.

Auch wenn das bisher noch nicht möglich ist, die dafür benötigte Technik wäre dann bereits vorhanden. Bis es einmal so weit ist, speichern Smart Meter den Stromverbrauch und schicken die Daten an Netzbetreiber und Stromanbieter. Dadurch entfällt die regelmäßige manuelle Kontrolle des Stromverbrauchs.

Digitaler Stromzähler oder Smart Meter – wer bekommt was?

Grundsätzlich erhalten alle Haushalte einen digitalen Stromzähler. Bestimmte Haushalte bekommen zusätzlich ein Kommunikationsmodul. Damit verbunden, nennt sich der Stromzähler dann Smart Meter. Verpflichtend werden Smart Meter für Haushalte mit einem besonders hohen Stromverbrauch sein. Darunter fallen Haushalte mit über 6.000 Kilowattstunden Verbrauch pro Jahr. Zum Vergleich: Ein Durchschnittshaushalt mit vier Personen verbraucht laut Verbraucherzentrale rund 3.400 Kilowattstunden. Auch für weitere Haushalte wird ein Smart Meter verpflichtend sein. Unter anderem für Verbraucher, die stromerzeugende Anlagen betreiben. In diese Kategorie fallen zum Beispiel Photovoltaikanlagen.

Was kostet ein neuer Stromzähler?

Der digitale Stromzähler, welchen die meisten Haushalte bekommen werden, kostet höchstens 20 Euro im Jahr. Beim Smart Meter läuft die Rechnung anders. Hier werden die Kosten nach dem jeweiligen Energieverbrauch gestaffelt. So zahlt ein Haushalt mit einem Stromverbrauch bis zu 2.000 Kilowattstunden im Jahr höchstens 23 Euro. Bei einem Verbrauch zwischen 6.000 und 10.000 Kilowattstunden sind es 100 Euro pro Jahr. Sollte für den Tausch des Stromzählers ein Umbau des Zählerschranks nötig sein, können weitere Kosten anfallen. Eine genaue Auflistung der möglichen Kosten findest du hier.

Datenübertragung und Datenschutz

Wie bereits erwähnt, empfängt und versendet ein digitaler Stromzähler keine Daten. Bei einem Smart Meter ist das anders. Hier bekommen Stromversorger und Netzbetreiber automatisch die Verbrauchswerte gesendet. Diese sollen aber grundsätzlich nur den Stromverbrauch des ganzen Jahres übermitteln.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Jedes Gerät, das Daten versendet oder empfängt, bietet immer auch Hackern eine Angriffsfläche. Diese könnten mithilfe der Daten beispielsweise Gewohnheiten der Bewohner herausfinden. Gänzlich ausschließen lassen sich Sicherheitslücken wahrscheinlich nie – damit eine hohe Sicherheit gewährleistet ist, müssen die Smart Meter aber hohen Anforderungen entsprechen. Diese wurden durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überprüft.

Sicherheitslücke
Cyber-Sicherheit

Das sind die Vorteile der digitalen Messeinrichtungen

Zugegeben, bis hierhin klingt der Wechsel der Stromzähler nicht besonders einladend. Doch glücklicherweise schaffen die neuen digitalen Geräte auch sinnvolle Möglichkeiten. So speichert der digitale Stromzähler auch den Stromverbrauch des vergangenen Tages, Monats und Jahres. Dadurch hast du deinen Verbrauch viel besser im Blick und kannst leichter Energie sparen. Gut für den Geldbeutel – und fürs Klima. Übrigens: deinen Geldbeutel schonst du auch, wenn du regelmäßig den Stromanbieter wechselst.

Außerdem könnte bei einem Smart Meter das manuelle Ablesen des Stromverbrauchs in Zukunft erspart bleiben. Dadurch ließen sich Abschlagszahlungen vermeiden. Das bedeutet: Es könnte genauer und häufiger abgerechnet werden. So blieben dir unverhoffte Nachzahlungen für hohen Stromverbrauch erspart. Du möchtest Tipps zum Stromsparen? Dann schau doch mal hier vorbei.

Deine Technik. Deine Meinung.

24 KOMMENTARE

  1. Nichts davon sind echte Vorteile für den Endkunden. Höhere Kosten, demnächst dann wieder darauf achten müssen, zu welcher Zeit Strom normal teuer ist und wann extra teuer. Und niemand wird groß seinen Verbrauch anpassen können, zumindest nicht mit den großen Verbrauchern wie bspw. Kühlschrank, Herd, Waschmaschine, Grundwasser oder Heizkreislaufpumpe, womöglich Klimaanlage. Da ist es völlig egal, wenn der Strom über Tag extra teuer gemacht wird. Glaubt ja wohl keiner ernsthaft, dass man da auf lange Zeit was an Kosten spart??

  2. Die schwarzen Stromzähler sind teilweise 60 Jahre alt, die digitalen sind nach spätestens 20 Jahren Elektroschrott. Sehr nachhaltig das Ganze.

    • Gut,dass die schwarzen nach 25! Jahren erst strichprobenartig geprüft werden müssen. Die Messen in den 60 Jahren bestimmt alle super genau 😉

    • Soweit ich weiß ist bei den elektronischen nach 6 Jahren ein Tausch angesagt. Ich hoffe das ändert sich noch. Nachhaltig ist definitiv was anderes. Da hast Du absolut Recht

  3. Der Eigenverbrauch unseres neuen digitalen Zählers ist höher als der des analogen vorher. Die Zähler Gebühr ist höher als vorher. Dabei ist es das Basis Modell ohne jegliche Features wie beschrieben. Es wird rein der Verbrauch in einem LCD statt als Zähllwerk angezeigt.

    Fazit höherer Verbrauch und höhere Kosten. Danke.

    • Wer betrügt hier denn?
      Der Quatsch kommt aus dem MsbG. Da will Dich keiner betrügen. Die Preise sind im Gesetzt mit Höchstpreisen definiert. Und die Verpflichtung genauso.
      Da hätte man anders wählen müssen 🙂
      Ne, im ernst. Wir brauchen eine Technik in der Richtung. Aber nicht so wie sie kommen wird.

  4. Da hat aber jemand sehr oberflächlich recherchiert.
    Ein „Smart-Meter“ heißt intelligentes Messsystem.
    Und dass dies nur ein Mal jährlich Daten übertragen soll… Keine Ahnung wie man sowas verstehen kann.
    Die Dinger senden mindestens einmal im Monat einen Zählerstand zum ersten eines Monats.
    Wenn man einen Jahresverbrauch von >10.000 kWh hat, dann sendet der täglich die Werte jeder 1/4h vom Vortag.
    Letzteres hängt vom Bilanzierungsverfahren ab.
    Und… Mal so ganz grundsätzlich. Informieren tut der MSB als Messstellenbetreiber ob und wann man sowas bekommt. Dies ist zwar in den meisten Fällen das Unternehmen Netzbetreiber, aber eben in dessen Rolle MSB. Die Unternehmen können auch auseinanderfallen.
    Und noch was…
    Ihr schreibt dass ein „Smart-Meter“ grundsätzlich wie ein digitaler Stromzähler funktioniert. Das ist grundsätzlich sehr dehnbar.
    Was man bei einen „Smart-Meter“ nicht kann.. man kann ihn nicht am Zähler ablesen. Er hat kein Display. Das Display ist vom digitalen Zähler. Das Zeigt aber nicht die Werte des Smart Meters an. Diese werden in der Kommunikationsbox fachlich „Gateway“ genannt, gebildet.
    Man braucht also noch irgend etwas um den auszulesen. Oder man muss am folgetag beim MSB auf der Homepage schauen.

    Das Mal in aller Kürze am Handy runtergetippt.

  5. Witzig und es wird in keinem Wort erwähnt welche macht man durch das auslesen des Stromverbrauchs erhält. Leute dadurch können die sogar ganz leicht herausfinden welchen Sender ihr wann schaut wann ihr den Kühlschrank auf und zu macht. Man kann euch dadurch super ausspionieren. Denkt mal drüber nach

    • Oh… wenn das so einfach wäre.
      Du erhältst aktuell max. die Verbräuche jeder 1/4h. Mehr nicht. Wie soll man da ein Sender den man anschaut rausfinden?
      Was aber sicher geht, ist eine Anwesenheit feststellen.
      Nun sag mir mal was das Deinem Netzbetreiber, Lieferanten oder dem Übertragungsnetzbetreiber hilft?
      (letzterer bekommt nicht immer die Messwerte. Der kennt dann aber auch keinen Namen und Adresse)

    • 😂😂😂 Du hast vergessen das ganze als Ironie zu kennzeichnen. Ernst kann man sowas ja sicher nicht meinen. Oder etwa doch? 😮🙈

  6. Bei uns wurde der einfache digitaler Stromzähler verbaut. Das Ding ist völlig sinnbefreit. Wer hat sich nur den Schwachsinn mit dem Blinkcode mit der Taschenlampe ausgedacht. Das nutz kein Mensch. Außerdem reicht eine reine Info über Tages, monats und Jahresverbrauch nicht aus um Strom zu sparen.

  7. Als Verbraucher und Neu-Besitzer eines digitalen Stromzählers sehe ich null Vorteile. Ob ich den Verbrauch digital oder analog ablese, macht für mich keinen Unterschied. Ich habe im Haus jedoch fragwürdige Stromverbräuche, denen ich trotz Energiemessgerät nicht auf die Spur kommen konnte. Insofern hätte ich mir von einem digitalen Stromzähler Hilfe erwünscht, z.B. eine getrennte Anzeige der Verbräuche je Stromkreis, das wäre ein echter Vorteil gewesen um im Sinne der Stromeinsparung den Verbrauchern auf die Spur zu kommen. Jedoch Fehlanzeige! Ich muss demnächst den Strom ganz abschalten um zu sehen, ob der Stromzähler noch immer zählt…

  8. Das ist schlicht die Vorbereitung auf die kommende Machtübernahme!
    In nicht allzu ferner Zukunft wird dann ein „Aktivist“ der parteieigenen Sprach-, Verhaltens- und Konsum-Polizei Deutschlands (SVKPD) in grüner Uniform und erhobener Faust zum Gruß vor meiner Haustür stehen und dann mit seinen vermummten „Aktivisten“ – allesamt aus Berlin-Kreuzberg rekrutiert – in meine Wohnung stürmen, dort alles kurz und klein schlagen, nur weil ich einen Toaster oder die Kaffeemaschine einschalte bzw. wenn ich länger als 15 Minuten das Fernsehen anhabe. Es bestünde ja dann der Gedanken-polizeiliche Verhaltensverstoß-Verdacht meinerseits, einen Privat-Sender zu nutzen oder gar zu streamen und nicht das Öffentlich-Rechtliche-Wahrheitsprogramm- wie gesetzlich vorgegeben – zu nutzen.
    Alles bereits ablesbar mittels Stromzähler! Nur Satire? Warten wir es ab!
    Brave new world!

  9. Ziel ist lückenlose Kontrolle. Manipulation wird erschwert. Angesichts sinkender Staatseinnahmen und steigenden Strompreisen hat insbesondere der Staat ein Interesse, dass ihm kein Energiesteuereuro durch die Lappen geht. Dass gerade Eigenheimbesitzer mit Solaranlage gezwungen werden, das SmartMeter einzubauen ist vor diesem Hinterhrund auch klar….

  10. Ein „Smart-Meter“ heißt intelligentes Messsystem.
    Und dass dies nur ein Mal jährlich Daten übertragen soll… Keine Ahnung wie man sowas verstehen kann.
    Die Dinger senden mindestens einmal im Monat einen Zählerstand zum ersten eines Monats.
    Wenn man einen Jahresverbrauch von >10.000 kWh hat, dann sendet der täglich die Werte jeder 1/4h vom Vortag.
    Letzteres hängt vom Bilanzierungsverfahren ab.
    Und… Mal so ganz grundsätzlich. Informieren tut der MSB als Messstellenbetreiber ob und wann man sowas bekommt. Dies ist zwar in den meisten Fällen das Unternehmen Netzbetreiber, aber eben in dessen Rolle MSB. Die Unternehmen können auch auseinanderfallen.
    Und noch was…
    Ihr schreibt dass ein „Smart-Meter“ grundsätzlich wie ein digitaler Stromzähler funktioniert. Das ist grundsätzlich sehr dehnbar.
    Was man bei einen „Smart-Meter“ nicht kann.. man kann ihn nicht am Zähler ablesen. Er hat kein Display. Das Display ist vom digitalen Zähler. Das Zeigt aber nicht die Werte des Smart Meters an. Diese werden in der Kommunikationsbox fachlich „Gateway“ genannt, gebildet.
    Man braucht also noch irgend etwas um den auszulesen. Oder man muss am Folgetag beim MSB auf der Homepage schauen.

  11. Mir als Verbraucher bring der Mist außer Kosten nichts. Diese an den Haaren herbeigezogen Vorteile sind keine. Geldmacherei die durch unfähige Politiker zu Gesetz wurde.

  12. Grundsätzliche Empfehlung; Jede Nutzung der ermittelten Daten unter Nennung der DSGVO widersprechen. Werden dennoch Daten gesendet und verarbeitet : Strafanzeige!
    Bei Einsatz von Smartmetern ist grundsätzlich jeder Haushalt angreifbar, da diese u.a. eine Fernabschaltmöglichkeit besitzen…

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