Deutschland ist bekannt für seine bürokratischen Hürden. Wir schaffen es sogar, aus einem freudigen Ereignis wie dem einer Hochzeit, einen traumatischen Kraftakt werden zu lassen. Und alles nur, weil man vor dem Gesetz als Partner anerkannt werden und die daraus resultierenden Vorteile für sich nutzen möchte. So kommt nicht nur vor und während des großen Tages einiges auf die Paare zu, auch danach geht es nicht minder aufwendig und nervenaufreibend weiter. Eines der größten Probleme beim Heiraten ist nämlich die Änderung des Familiennamens, aber auch die Änderung des Familienstands will Hinz und Kunz mitgeteilt sein. Da kann man schon mal die Übersicht verlieren. Damit das keine ernsthaften Konsequenzen nach sich zieht oder dir ein potenzieller Vorteil entgeht, haben wir dir hier die wichtigsten Punkte, die du nach deiner Hochzeit abhaken solltest, zusammengefasst.
Diese 6 Dinge werden nach der Hochzeit wichtig
Nach der Hochzeit ändert sich die allgemeine Lebenssituation für viele Paare eher weniger. Doch für Behörden ist eine Namensänderung, der Wechsel von ledig zu verheiratet oder auch ein Umzug eine große Sache, die umgehend mitgeteilt werden muss. Das Standesamt gibt diese Information über die Heirat und die eventuelle Namensänderung lediglich an das Einwohnermeldeamt weiter. Für den Rest bist du selbst zuständig.
Das sind die 6 wichtigsten Themen, mit denen du dich jetzt befassen musst:
- Dokumente
- Banken
- Versicherungen
- Verträge
- Steuern
- Private Konten
Nach der Hochzeit: Neuer Ausweis, neue Bankkarte usw.
Nach der Hochzeit gibt es erst einmal Rambazamba – allerdings in deinem Portemonnaie. Denn Personalausweis, Bankkarte und Versicherungskarte wollen erneuert und mit dem aktuellen Namen und Familienstand versehen werden (wenn notwendig).
Dokumente
Wenn sich dein Name oder dein Familienstand ändert, wird dein jetziger Personalausweis umgehend ungültig und du brauchst einen neuen. Für solche Anpassungen reicht ein Aufkleber nicht aus (wie etwa beim Umzug). Gleiches gilt für deinen Reisepass. Nur ein neuer Führerschein ist nicht unbedingt notwendig, kann aber für Reisen und das Mieten von Mietwagen sinnvoll sein. Zudem musst du deinen Fahrzeugschein und -brief aktualisieren lassen. All das kannst du schon einige Wochen vor der Ehe beantragen, damit die Ausweise pünktlich nach der Hochzeit fertig sind. Dafür erhältst du bei der Anmeldung der Ehe einen Schein, den du beim Bürgeramt etc. vorlegen kannst.
Wichtig: Es gibt zwar keine gesetzliche Frist, die du bei der Neuausstellung von Ausweisen nach der Hochzeit beachten musst. Du solltest die Dokumente jedoch zeitnah nach der Vermählung erneuern lassen, um ein Bußgeld zu vermeiden. Hat sich dein Nachname geändert und du verwendest weiterhin deinen alten Ausweis, gilt das als Ordnungswidrigkeit und kann laut Bußgeldkatalog mit einer Geldstrafe von bis zu 3.000 Euro bestraft werden (>>hier mehr dazu).
Bank
Deiner Bank oder deinen Banken, also jedem Institut, bei dem du Geld angelegt hast, musst du deine Namensänderung oder deinen Wohnortwechsel auch umgehend mitteilen. Das geht je nach Kreditinstitut nur persönlich oder auch online. Danach erhältst du eine neue Bankkarte. Vielleicht hast du dir auch überlegt, mit deinem Partner ein Gemeinschaftskonto einzurichten? Das ist praktisch, um darüber die alltäglichen Kosten für Miete, Strom, Internet oder Lebensmitteleinkäufe laufen zu lassen.
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Tipp: Nach der Hochzeit erhöht sich dein Sparerpauschbetrag beziehungsweise Freistellungsauftrag von 1.000 auf 2.000 Euro.
Versicherungen
Ja, du musst leider deinen sämtlichen Versicherungen mitteilen, dass sich dein Familienstand und Nachname geändert haben. Und auch deinen Ärzten. Von der Krankenversicherung erhältst du dann eine neue Versicherungskarte. Die Rentenversicherung solltest du ebenfalls nicht vergessen.
Aber: Es gibt auch ein paar Vorteile, die das Verheiratetsein mit sich bringt. So kannst du Versicherungen und Policen zusammenlegen, zum Beispiel eure Haft-, Rechtsschutz-, Unfall- oder auch Hausratsversicherung. Bei letzterer muss dann nur die Summe angepasst werden. Bei der Lebens- und Rentenversicherung kannst du deinen Partner als begünstigte Person eintragen lassen. Und wenn deine Frau oder dein Mann nur über ein geringes Einkommen verfügt, kannst du ihn per Familienversicherung mitversichern.
Verträge, Steuern und private Konten nicht vergessen
Nicht minder wichtig wird es nach der Hochzeit, bei Vertragspartnern durchzuklingeln. Arbeitgeber, Vermieter, Stromanbieter – sie alle benötigen deinen neuen Namen und deine Adresse. Und auch deine privaten Konten für Abonnements oder Onlineportale sollten über deinen aktuellen Namen laufen.
Verträge
Zu den wichtigsten Vertragspartnern, die du über deine Namensänderung informieren solltest, gehören dein Arbeitgeber und dein Vermieter. Die Personalabteilung benötigt den neuen Namen für die Lohnabrechnung und muss dir eine neue E-Mail-Signatur vergeben. Auch für den Sozialversicherungsausweis ist diese Information unerlässlich. Studierende und Auszubildende müssen jeweils ihre Ausbildungsstätte und gegebenenfalls das BAföG-Amt unterrichten. Nach der Namensänderung muss auch der Mietvertrag angepasst werden und für das Schild am Briefkasten und Klingelschild ist oft auch der Vermieter zuständig.
Tipp: Für die Übergangszeit solltest du sowohl deinen alten als auch deinen neuen Namen am Briefkasten und Klingelschild anbringen. Sonst kann Post, die an deinen alten Namen adressiert ist, möglicherweise nicht zugestellt werden. Und so siehst du, wem du noch Bescheid sagen musst.
Auch deine Anbieter fürs Telefon, Mobilfunk, Strom, Wasser, Gas, Internet und so weiter brauchen deinen neuen Namen. Und selbst die Deutsche Bahn oder dein jeweiliger Verkehrsbund muss informiert werden, wenn du deine Bahncard, Deutschlandticket oder dein Verbundticket problemlos weiter nutzen möchtest. Denn dafür musst du oft auch deinen Ausweis vorzeigen.
>>> Fernsehen per Kabel: Das musst du jetzt beachten <<<
Steuern
Ein lästiges Thema, aber auch das muss bedacht werden. Nach der Heirat werden du und dein Partner automatisch in die Steuerklassen IV/IV eingestuft. Das bringt leider keinen steuerlichen Vorteil zu vorher. Verdient jedoch ein Partner mehr, kann es sinnvoll sein, die Steuerklasse III für diesen und V für den besser verdienenden Partner beim Finanzamt zu beantragen. Arbeitet nur einer von beiden, hat der andere Anrecht auf die Steuerklasse III. Die Steuer-ID wird in der Regel automatisch angepasst, du kannst hier aber auch aktiv auf das Finanzamt zugehen, um dich im Falle des Falles abzusichern.
Private Konten und Abos
Bei all deinen Online-Konten und Abonnements musst du deinen Namen ändern für die nächste Abrechnung. Bei monatlichen Zahlungen an zum Beispiel Streamingdienste wie Netflix, Amazon oder Spotify, solltest du das also zügig erledigen. Zahlst du jährlich, hat es noch etwas Zeit (je nachdem, wann die nächste Zahlung fällig wird). Aber auch bei Zahlungsdiensten wie PayPal sollte dein neuer Name hinterlegt sein, Versanddienstleistern wie DHL und Hermes, beim Shopping, eventuell auch auf Social Media. Und womöglich möchtest du auch deine private E-Mail-Adresse ändern. Je mehr Konten du hast, desto mehr gibt es zu vergessen.
Sonstiges: GEZ, Grundbuch, Testament
Hier noch ein paar Punkte, die man oft vergisst:
- Ziehen du und dein Partner nach der Hochzeit zusammen, muss nur noch einer die Rundfunkgebühr bezahlen. Denn diese gilt pro Haushalt.
- Zieht dein Partner in deine Eigentumswohnung oder in dein Haus, dann solltest du darüber nachdenken, ihn namentlich ins Grundbuch mit aufzunehmen.
- Leistungsbezieher müssen das Jobcenter, die Agentur für Arbeit und weitere für sie zuständige Behörden über ihre Namensänderung informieren. Und nach einer Hochzeit gibt es unter Umständen noch weitere Ansprüche auf Leistungen (wie etwa Wohngeld). Dies gilt es zu prüfen.
- Man will gar nicht drüber nachdenken, doch nach der Hochzeit sollten du und dein Partner über Themen wie Patientenverfügungen, Vollmachten und Testamente sprechen. Denn man kann nie wissen.
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