Handy Speicher freigeben und Apps auf SD Karte verschieben – so geht‘s

6 Minuten
Dein Handy-Speicher ist voll? Du möchtest Speicherplatz freigeben? Eine Lösung wäre es, Dateien von deinem Smartphone zu löschen oder zu kopieren. Eine andere wäre es, Apps auf die SD-Karte zu verschieben. Beide Ansätze bergen zahlreiche Fallstricke. Wir verraten, worauf du achten musst.
Apps auf sd karte verschieben
Speicherplatz freigebenBildquelle:

Der interne Speicher von Smartphones – auch bezeichnet als ROM oder Hauptspeicher – misst mittlerweile meistens zwischen 128 und 512 GB. Eine stolze Kapazität, wären da nicht die Dateien, die ebenfalls kontinuierlich an digitaler Masse zulegen. Das Ergebnis: Auch heute ist die Meldung „Handy-Speicher voll“ noch nicht ausgerottet – im Gegenteil. Glücklicherweise lässt sich mittels einiger Tricks Speicherplatz freigeben. Ferner können einige Handy-Besitzer Apps auf die SD-Karte verschieben und auf diesem Wege den Speicherplatz erweitern.

Handy-Speicher voll: Speicherplatz freigeben

Vorab: Es existieren zwei Arten von Speicher – der interne Speicher (ROM) und der Arbeitsspeicher (RAM). Im Rahmen dieses Ratgebers steht der interne Speicher im Fokus, denn dieser ist es, der die Anzahl an heruntergeladenen Videos, Apps und Dateien beschränkt. Der Arbeitsspeicher ist dagegen temporärer Natur und wird im Regelfall eigenständig geleert. Falls also eine Aufräum-App (später mehr dazu) anzeigt, dass du beispielsweise 400 MB RAM bereinigt hast, hilft dir das keineswegs weiter.

Ist der interne Speicher voll, hilft Löschen

Was dir weiterhilft, ist, größere Dateien auf deinen Rechner, eine externe Festplatte oder die Cloud zu kopieren und sie anschließend vom Smartphone zu löschen. Diese Vorgehensweise funktioniert selbstverständlich nicht nur für Android-Handys, sondern auch dann, wenn der iPhone-Speicher voll ist. Empfehlenswert sind dabei in erster Linie größere Dateien, wie Videos, Musik und Apps. Achtung: Solltest du die zu löschenden Anwendungen anhand ihrer Größe auswählen wollen, darfst du nicht vergessen, dass die App-Größe per se nichts darüber aussagt, wie viel Speicher diese tatsächlich benötigt. Die Hörbücher-App Audible nimmt beispielsweise nur einige hundert MB Speicherplatz ein, während die Hörbücher selbst viele GB benötigen. Je nach Android-Smartphone erlaubt dir das System daher gezielt App-Daten in den Systemeinstellungen unter „Apps“ zu löschen.

Ferner helfen Dateimanager wie etwa Google Files oder spezielle Speicherplatz-Räumungs-Programme oftmals dabei, einerseits die Art der Speicherbelegung zu bestimmen – also, wie viel Platz Bilder, Dateien oder Apps jeweils einnehmen – und diese andererseits zu löschen. Eine weitere praktische Lösung ist es, Dateien kurzerhand auf eine SD-Karte zu verschieben. Dies funktioniert recht unkompliziert; den Dateimanagern sei Dank. Lediglich das Verschieben von Apps gestaltet sich als eine größere Herausforderung (später mehr dazu).

Speicherplatz freigeben – mittels SD-Karte

Bietet dein Smartphone einen Slot für SD-Karten, liegt die Lösung für das Speicherplatz-Problem auf der Hand. Dennoch müssen Interessierte einige wichtige Faktoren beachten, wenn sie die Speicherkarte nicht anschließend formatieren und alles von Neuem beginnen möchte. Zunächst jedoch die Basics: Beim Handy-Kauf solltest du etwa darauf achten, ob das Mobiltelefon „lediglich“ über ein Hybrid-Fach verfügt. Ist dem der Fall, müssen sich Nutzer nämlich zwischen einer SD-Karte und einer zweiten SIM-Karte entscheiden. Apple iPhones bieten derweil generell kein Fach für SD-Karten und sind in diesem Kontext daher ungeeignet. Mechanisch lässt sich der iPhone-Speicher nicht erweitern. Ferner unterstützen Smartphones je nach Modell unterschiedliche SD-Karten-Größen. Manchmal ist es 1 TB, manchmal jedoch „nur“ 128 GB. Das ist ein weiterer Faktor, auf den es zu achten gilt. So viel zu den Vorbereitungen, und nun geht es ans Eingemachte.

Apps auf die SD-Karte verschieben

Seit Android 2.3.5 lassen sich Apps auf die SD-Karte verschieben, um internen Speicherplatz freizugeben. So einfach, wie es klingt, ist dies allerdings nicht. Zunächst müssen nämlich einige abermals einige Kriterien erfüllt werden. So lassen sich nicht alle Apps auf die SD-Karte verschieben. Einige Android-Anwendungen, insbesondere die Google-Dienste, können schlichtweg nicht kopiert werden – das sieht ihre Programmierung nicht vor. Doch auch bei Apps, die sich auf der SD-Karte installieren lassen, ist Aufmerksamkeit geboten. Solche Anwendungen starten nach der Installation auf Speicherkarten oftmals etwas langsamer; die Geschwindigkeit hängt dabei von dem Tempo der Micro-SD-Karte ab.

Android-Apps auf der SD-Karte speichern:

  1. In den Systemeinstellungen den Punkt „Apps“ aufrufen. Je nach Hersteller kann der Punkt auch „Anwendungen“ oder ähnlich heißen. Manchmal muss danach noch ein gesonderter Punkt „Apps verwalten“ aufgerufen werden.
  2. Alle heruntergeladenen und vorinstallierten Apps werden nachfolgend aufgelistet. Hier nun die App auswählen, die auf der SD-Karte landen soll.
  3. Im Info-Fenster der App erscheint ein Button „Auf SD-Karte verschieben“ – alternativ musst du beispielsweise auf „Speicher“ und danach auf „ändern“ tippen. Ist der Button ausgegraut oder nicht vorhanden, so lässt sich die App entweder nicht auf die SD-Karte verschieben oder liegt sogar schon dort.
  4. Befindet sich die App auf der SD-Karte, erscheint oftmals der Button „Auf Telefon verschieben“, mit dem Nutzer den Transfer rückgängig machen können.

Die Funktion, Apps auf SD-Karten zu verschieben, hat in Android eine wechselvolle Geschichte. So kann es sein, dass einzelne Android-Versionen das Feature überhaupt nicht anbieten oder die Hersteller der Geräte diese deaktiviert haben. Anwender müssen also im Einzelfall prüfen, ob sich Apps auf die Micro-SD-Karte speichern lassen.

SD-Karte als internen Speicher formatieren

Mit Android 6.0 Marshmallow hielt eine neue, nützliche Funktion Einzug in die Android-Welt: das Formatieren einer SD-Karte zum internen Speicher. Im Gegensatz zum zuvor genannten Vorgehen, bei dem Apps manuell auf die Micro-SD-Karte ausgelagert werden, bietet die Formatierung der Speicherkarte als interner Speicher viele Vorteile. Die Handhabung ist so wesentlich leichter, weil sich Android um alles kümmern kann. Außerdem lassen sich so auch Apps auf die SD-Karte verschieben, die man ansonsten nicht auf als mobilen Speicher formatierten Speicherkarten installieren kann.

Auf den ersten Blick scheinen die Vorteile dieser Methode zu überwiegen, doch es existieren auch negative Faktoren. So lässt sich eine als Hauptspeicher formatierte SD-Karte nicht mehr ohne Weiteres in einem anderen Smartphone verwenden. Nutzer müssen den Vorgang zunächst rückgängig machen. Und dabei gehen alle Daten, die nicht vorher auf dem internen Speicher des Geräts, in einem Cloud-Speicher oder auf dem heimischen PC gesichert wurden, verloren.

Formatieren der SD-Karte: Sechs Schritte:

Voraussetzung dafür, dass die Erweiterung des internen Speicherplatzes reibungslos funktioniert, ist eine schnelle Micro-SD-Karte. Ist diese in das Smartphone eingelegt, kannst du die recht gut versteckte Funktion zum Formatieren der SD-Karte als internen Speicher in der Regel wie folgt finden:

  1. In den Systemeinstellungen muss der Punkt „Speicher“ aufgerufen werden. Je nach Hersteller kann der Punkt auch anders heißen.
  2. Dort wählst du das Speichermedium aus. Hast du eine Samsung-Speicherkarte eingelegt, heißt dieses zum Beispiel „SD-Karte von Samsung“.
  3. Nun steuerst du das Dreipunkt-Menü und anschließend den Punkt „SD-Karte als internen Speicher formatieren“ an. Das erschienene Menü kannst du alternativ mit einem Klick auf das Rädchen-Symbol neben der SD-Karte öffnen.
  4. Ein Assistent erscheint, der durch den Vorgang führt. Wie der Name der Funktion schon andeutet, musst du die SD-Karte im Zuge der Erweiterung des internen Speichers neu formatieren. Alle zu diesem Zeitpunkt auf der Karte vorhandenen Daten gehen folglich verloren. Ein Klick auf „Löschen und formatieren“ stößt den Formatierungsvorgang an.
  5. Zuvor prüft der Assistent allerdings noch, ob die SD-Karte überhaupt schnell genug für die Verwendung als Hauptspeicher ist. Auch wenn sie das nicht ist, kannst du fortfahren. Jedoch könnte das Handy hierdurch verlangsamt werden.
  6. Anschließend bietet der Assistent an, Daten, die bisher auf dem internen Speicher des Telefons lagen, auf den „neuen“ internen Speicher zu transferieren – also auf die SD-Karte.

Bildquellen

  • Daten löschen: So geht’s auf dem Smartphone: Joseph Gruenthal/Unsplash
  • Der Akku ist im Smartphone heut meist fest verbaut: Blasius Kawalkowski
  • Das beste Handy der Welt: Xiaomi
  • Speicherplatz freigeben: Blasius Kawalkowski

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1 KOMMENTAR

  1. Schönfeld Marcel

    Gute Sache,mit dem Handyspeicher.Ist nur ein Problem,wenn man es dem internen Speicher zufügt, würde für andere Geräte unbrauchbar.
    lieber als externen Speicher bestätigen.
    Benutz Bitte die App Memory Zone Apk.
    diese ermöglicht es einmal am Tag eine Automatische Kopie von Deinen Ordnern auf SD Karte zu machen.
    Kontakte kann man auch Wiederherstellen und ich glaube ein Backup kann man auch machen und wiederherstellen.
    Für Deine Ordner hast Du einen eigenen Dateibrowser mit drin.

    cu SMorphin/interceptor

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