Wenn man ehrlich ist, sind nahezu alle Handys heutzutage gleich. Das eine ist etwas größer, das andere hat eine Kamera mehr und beim Dritten hält der Akku ein paar Minuten länger. Große Unterschiede? Selbst zwischen einem günstigen Modell und dem teuersten iPhone aller Zeiten sind diese gering. Zumindest für den Normalnutzer, der WhatsApp braucht. Google Maps zum Navigieren. Und eine Kamera, um ein Bild vom Essen zu machen und es anschließend Freunden zu schicken. Doch es gibt einen Hersteller, der will diesen Einheitsbrei etwas durchmischen und zeigt ein Handy, das nicht einfach von der Stange ist.
Ein Handy, wie Lego
Google ist einst mit der Idee des modularen Smartphones gescheitert. Auch Motorola hat es mal versucht und zeigte mit dem Moto Z und einem Kamera-Modul von Hasselblad, dass man – wenn man es denn möchte – qualitativ noch bessere Fotos machen kann. Die Konzepte sind gefloppt. Doch der Traum lebte weiter. Und der chinesische Smartphone-Hersteller Tecno hat ihn jetzt wahrgemacht: Das modulare Handy ist zurück. Es ist wie mit Lego: Man baut sich das Handy selbst zusammen – so, wie man es gerne hätte. Mehr Akkulaufzeit? Einen weiteren Akku dran. Eine bessere Kamera? Auch hier gibt es ein Modul, das man schnell und einfach per Magnet am Handy befestigen kann.
→ Am besten sofort! Deutschlands oberste Behörde sagt jetzt: WLAN am Handy abschalten
Auf dem MWC in Barcelona zeigen die Chinesen das Gerät. Und es wirkt irgendwie elektrisierend. Vielleicht, weil es endlich mal etwas anderes ist. Das Handy ohne weitere Bausteine ist nur 4,9 Millimeter dünn. Mit Zusatzakku ist es ungefähr so dick wie ein normales Smartphone. Die Module docken nicht mechanisch an, sondern funken per WLAN, Bluetooth und mmWave mit dem Gerät. Das klingt modern, ist aber auch ein Eingeständnis: Es geht nicht mehr darum, das Herz des Smartphones auszutauschen, sondern Zubehör in Sekundenschnelle dranzuflanschen. Kamera drauf, Lautsprecher dazu, verlängerte Akkulaufzeit durch Extra-Akku. Ja, das gibt es auch beim iPhone. Magnetisch. Aber nicht so schön wie bei Tecno.

Lebt oder zerplatzt der Traum vom modularen Smartphone?
Tecno nennt das modulare Handy ATOM und MODA. Zwei Namen für ein Gerät, die im Grunde nur sagen, welche Farbe das Ding hat. ATOM ist silber, MODA ist schwarz. Die Idee klingt vernünftig: Man nimmt nur das mit, was man braucht. Heute Kamera, morgen Zusatzakku, übermorgen nichts davon. Das passt gut zu einer Zeit, in der jedes Handy alles kann und sich trotzdem alles gleich anfühlt. Aber: So schön das Konzept auch aussieht, so genial die Idee ist, so schnell verflog auch viel Zauber, als wir das Baukasten-Handy auf dem MWC (Mobile World Congress) in die Hand nahmen. Die Magnete sind schwach, die einzelnen Module rutschen relativ leicht vom Gerät. In der Hosentasche ohnehin.
→ Handy schlägt Alarm: Warum man schnell reagieren sollte, wenn dieses Licht aufleuchtet
Natürlich bleibt die wichtigste Frage offen: Kommt das Ding jemals auf den Markt? Wie so oft beim MWC ist vieles „Design Thinking“ und „Langzeitvision“. Übersetzt heißt das: vielleicht. Oder auch gar nicht. Aber zumindest ist das modulare Handy von Tecno nicht einfach nur ein Dummy. Es funktioniert. Ob es reicht, um den Traum vom Baukasten-Smartphone wirklich zu retten, ist unklar. Doch Tecno beweist Mut und spielt sich damit auch in den Vordergrund der Messe. Der Stand ist überfüllt, alle wollen das modulare Smartphone sehen, es mal anfassen, auch mal ein Modul magnetisch am Handy befestigen. Im Einheitsbrei aus Glas, Marketing und viel KI ist das jedenfalls ein Blickfang.

Modular finde ich gut, denn das größte Problem ist doch das irgendwann der Akku als erstes schlapp macht und ein Austausch ist im Gegensatz zu früher nicht vorgesehen.
Also, warum nicht den Akku austauschbar machen und damit viel Elektroschrot vermeiden?
Dann die Reparierbarkeit.
Ist was kaputt, dann holt man sich halt ein neues Gerät, bei modularen Geräten muss man nur das defekte Teil austauschen.
Kosten sind auch wichtig.
Statt die Geräte zu nehmen die ein Hersteller vorgibt, einfach nach Bedarf zusammenstellen.
Wer nur ein Telefon brauch, benötigt keine 512 gb Speicher, da reichen auch 10 gb, was die Kosten für internen Speicher direkt um gut 80% reduziert.
Das alles über Funk läuft ist nicht so gut, denn das brauch mehr Strom und produziert Elektrosmog.
Besser wäre ein mittleres Mainboard mit einem Bus System (Leiterbahnenstränge mit vereinzelten Kontaktflächen), an das man dann von vorne den Bildschirm anlegt und hinten die Bauteile (magnetisch), darüber dann ein Deckel einklinken um alles zu sichern.
Google hatte sowas ähnliches schon mit Project Ara.
Für die Nutzer und Hersteller könnte sowas sicher auch viel günstiger sein als alle 2 Jahre ein komplett neues Gerät, nur wegen eines schwachen Akkus oder eines kaputten Bildschirms oder wegen weiterentwicklung der Technik, dazu verhindert es Elektroschrott und spart Resourcen.
Das Fairphone zeigt ja schon das Modular möglich ist.
Ansich wäre so ein Handy nicht anders als ein PC den man sich nach Bedarf zusammenstellen kann, ohne das man für Teile zahlen muss, die man eigendlich gar nicht brauch.