Mit Papier-Display: Dieses Handy verändert, wie wir sehen

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Ein Handy, das nicht glänzt, sondern sich anfühlt wie Papier. Ein Hersteller geht beim Display einen völlig anderen Weg als alle anderen. Und das ist nicht nur gut für Augen, Kopf und Schlaf. Es verändert auch den Blick auf etwas, was wir jeden Tag viele Stunden lang nutzen.
Mit Papier-Display: Dieses Handy verändert, wie wir sehen
Mit Papier-Display: Dieses Handy verändert, wie wir sehenBildquelle: Blasius Kawalkowski / inside digital

Es gibt einen Handyhersteller, der beim Display etwas macht, das alle anderen nicht machen. Während die Konkurrenz noch mehr Glanz, noch mehr Farben und noch mehr Leuchten verspricht, setzt er auf etwas völlig Unmodernes: Papier. Nicht echtes Papier natürlich. Aber es fühlt sich so an. Man liest auf dem Bildschirm, als wäre man in einem Buch oder in der Zeitung. Texte schreien nicht; Bilder blenden nicht. Das Handy wirkt plötzlich wie ein ruhiger Ort. Fast verdächtig ruhig für ein Gerät, das sonst alles raubt: Aufmerksamkeit, Zeit, Schlaf.

Ein Handy, wie ein Buch

Nutzer sagen Sätze wie: „Das ist der beste Bildschirm, den ich je gesehen habe.“ Das klingt nach Marketing. Ist aber vor allem ein Aufatmen. Denn dieser Bildschirm will nicht nerven. Er will die Sicht auf Inhalte, die wir jeden Tag konsumieren, verändern. Blaues Licht wird stark gefiltert. Das ist gut für die Augen und noch besser für den Schlaf. Gesundheit als Feature.

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Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona habe ich mir das neue Modell angesehen. Es ist das erste Handy mit AMOLED-Display und dieser Papier-Funktion. Hergestellt von TCL. Ich bin skeptisch hingegangen und begeistert wieder weggegangen.

Entschleunigung inklusive

Das Display ist matt. Nicht glänzend wie ein Schaufenster, sondern ruhig wie eine Buchseite. Nicht nur eine simple Folie, kein Kokolores, sondern ein Filter. Man kann aus jedem Winkel lesen, ohne dass sich das eigene Gesicht spiegelt. Sonnenstrahlen sind gerne gesehen und stören ebensowenig, wenn sie auf das Display treffen. Und dann gibt es da diesen Schiebetaster. Ein Klick und das Handy wird zu Papier. Die Farben weichen, grelle Icons werden Schwarz-Weiß. Der zweite Modus lässt Farben wieder erscheinen, aber sanft.

Der zweite Modus lässt Farben auf dem Handy-Display sanft in Erscheinung treten
Der zweite Modus lässt Farben auf dem Handy-Display sanft in Erscheinung treten Image source: Blasius Kawalkowski / inside digital

Das sieht nicht nur gut aus. Es macht auch etwas mit dem Kopf. Farben lenken ab. Weniger Farben bedeuten: mehr Text, weniger Trara, weniger Ablenkung. Entschleunigung auf einem Gerät, das sonst für Beschleunigung gebaut wurde. Im sogenannten Max-Ink-Modus wird das Smartphone fast zum E-Book-Reader. Nur schneller. Und ohne ein müdes Flackern, das viele von alten Lesegeräten kennen. Videos gehen auch. Aber man will sie plötzlich gar nicht mehr so dringend sehen.

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Einen Blick wert

NXTPAPER heißt bei TCL: augenfreundliches Lesen auf einem Smartphone. Blaues Licht wird fast komplett herausgefiltert. Die Oberfläche ist geätzt, damit sie sich wie Papier anfühlt. Technik tut hier einmal nicht so, als wäre sie besser als die Welt. Sie tut so, als wäre sie ein Buch. Vielleicht ist das die eigentliche Revolution: ein Handy, das nicht nach Aufmerksamkeit schreit und uns mit Neuigkeiten stroboblitzt, sondern uns achtsam mit Sanftmut begegnet. Wer die Möglichkeit hat, sollte einen Blick wagen, auf das TCL NXTPAPER 70 Pro. Der Preis: 300 Euro.

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2 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Jan

    nicht neu. Es gab bereits 2013 ein Smartphone mit e-paper und LCD von Yota.

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  2. Nutzerbild Tigra Watanabe

    Dem Datenblatt nach ist das Display kein E-Paper sondern ein IPS-Display (In-Plane Switching LCD-Bildschirm).
    Epaper ist extrem Stromsparend, da sich der Bildschirm nur neu aufbaut, wenn sich was ändert.
    Das Handy scheint mir nur eine angraute Oberfläche zu haben, um das Gefühl von Papier nachzuahmen, aber mit der Technik wie im Kindle Colorsoft hat das nicht viel zu tun.

    Antwort

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