Studie zeigt: Das Ende vom Bargeld scheint besiegelt

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Wann hast du das letzte Mal mit Bargeld bezahlt? Vielleicht im Eiscafé ohne Karten-Terminal oder beim Bäcker. Immer mehr Menschen greifen lieber zu moderneren Alternativen. Das Ende vom Bargeld scheint besiegelt.
Mehrere Geldscheine in einer Hand
Ist das Ende vom Bargeld besiegelt?Bildquelle: Omid Armin via Unsplash

Deutschland ist Bargeld-Land. In keinem anderen Industriestaat wird so viel mit Bargeld bezahlt wie in Deutschland. Doch der Anteil an Barzahlern schrumpft stetig. Bankkarten und Mobiles Bezahlen sind im Trend.

Neue Studie zeigt den Bargeld-Rückgang

Eine Studie von Statista Global Consumer Surveys zeigt diesen kontinuierlichen Rückgang in Zahlen. Hatten im Jahr 2020 noch 84 Prozent aller Befragten mit Bargeld bezahlt, sind es im Jahr 2020 nur noch 72 Prozent. Ein Rückgang von rund 14 Prozent. Auf dem zweiten Platz steht die Zahlung mit Debitkarte (umgangssprachlich EC-Karte). Zur Kreditkarte greifen hingegen nur rund 30 Prozent der Befragten.

Im Rahmen der Studie wurde erhoben, welche Zahlungsmethoden die Konsumenten in den vergangenen 12 Monaten im Einzelhandel, Restaurants und Co. genutzt haben. Dabei waren auch mehrere Antworten möglich.

Statista Bargeld Studie

Dass laut der Studie immerhin 28 Prozent aller Befragten zwischen 18 und 64 Jahren nicht ein einziges Mal zum Bargeld gegriffen haben, ist beachtlich. So gibt es weiterhin viele kleine Läden wie Eisdielen oder Streetfood-Läden, bei denen weiterhin nur in Bar gezahlt werden kann.

Zur Anzahl der Transaktionen gibt es keine aktuellen Studien. Die letzte Erhebung der Deutschen Bundesbank aus dem Jahr 2020 zeigt, dass vor zwei Jahren noch 60 Prozent aller Transaktionen in Bar beglichen wurden. Mittlerweile dürfe dieser Wert niedriger sein.

Deutschland bei Mobile Payment abgehängt

Auch wenn mittlerweile 13 Prozent aller Befragten der Statista-Studie angeben, in den vergangenen zwölf Monaten mit dem Smartphone oder der Smartwatch bezahlt zu haben, ist dieser Wert vergleichsweise niedrig. Generell liegen die europäischen Länder beim mobilen Bezahlen deutlich zurück. Spitzenreiter ist Spanien mit rund 25 Prozent, doch auch dieser Wert ist im internationalen Vergleich niedrig.

Im Heimatland von Google Pay und Apple Pay – den USA – nutzen 18 Prozent der Konsumenten diese Zahlungsmöglichkeit. In Indien hingegen zahlen fast 70 Prozent aller Menschen mit ihrem Smartphone oder ihrer Smartwatch. In China sind es sogar fast 80 Prozent.

Statista Mobile Payment Studie

Dabei bietet Mobile Payment im Vergleich zur Kartenzahlung zahlreiche Vorteile. So hat man das Smartphone ohnehin immer dabei und die Karte kann bei Verlust nicht von Fremden genutzt werden. Doch es gibt auch Nachteile, etwa das Teilen von persönlichen Daten bei einigen Anbietern.

Das Bargeld wird bleiben

Auch wenn das Bezahlen mit Bankkarte oder Smartphone auf dem Vormarsch ist, wird das Bargeld vermutlich nie komplett aussterben. Andere Länder sind schon deutlich weiter als wir hier in Deutschland. So ist es etwa in Neuseeland normal, in Geschäften mit Karte zu zahlen und man sagt „bitte in Bar“ wenn man doch einmal mit Scheinen oder Münzen zahlen will. Sogar in der Kirche lag im Klingelbeutel ein Kartenlesegerät und wurde wie selbstverständlich von den meisten Besuchern verwendet.

Gerade bei privaten Transaktionen wie beim Kaufen oder Verkaufen über Ebay Kleinanzeigen oder auf dem Flohmarkt wird Bargeld vermutlich auch in den kommenden Jahren das primäre Zahlungsmittel sein.

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6 KOMMENTARE

  1. Ben 911

    Nur Bares ist wahres. altbekannter Spruch mit realem Hintergrund.

    Sollten wir unser Bargeld verlieren und alles Elektronisch abgerechnet werden, ist es ja ein leichtes für unsere Eliten uns zu allem zu ZWINGEN was ihnen vorschwebt.
    Du willst das oder jenes nicht tun, sperren wir mal schnell das Konto. Schon kann man nicht mehr Einkaufen, Tanken oder was auch immer. Man ist dann völlig Machtlos und ist der Gängelei der Regierungen ausgesetzt.
    Passt zu allem, nur nicht zu einer Demokratie und unseren sogenannten Westlichen Werten die immer so hoch gehalten werden wenns um das anprangern anderer Staaten geht. Die sind dann sofort „Obsolet“ sobald es nur noch eine Digitale Währung gibt.

    Dazu kommt das man aufgrund der Elekt. Zahlungen immer feststellen kann wo sich jemand gerade aufhält, wann und wie oft jemand zb PKW fährt usw.

    Ich hab bis Mitte 20 auch immer mit der EC Karte getankt, jetzt nur noch mittels Bargeld, auch alle Einkäufe werden nur noch Bar bezahlt denn auf dem Ausdruck den man bekommt bei E Cash ist der gesamte Warenkorb verschlüsselt und für entsprechende Institutionen lesbar.

    Gläserner Bürger, denn man dann wunderbar per Knopfdruck Sanktionieren kann.

    Wir machens diesen Unmenschen einfach viel zu leicht, leider verstehen das die meisten Menschen nicht, oder sie sind zu faul, oder beides zusammen.

    Schwarzgeld eindämmen oder OK mindern? Wo sitzen nochmal die Korruptesteten der Korrupten? Und genau die wollen uns erzählen es wär nur zu unserer Sicherheit:D:D:D

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  2. Karsten Frei

    Das Ende vom Bargeld bedeutet das Ende der Freiheit.
    Jede Transaktion kann verfolgt werden, ob privat oder geschäftlich.
    Trinkgeld, Kauf auf dem Flohmarkt, Gebrauchtwagenkauf und viele andere Transaktionen, von denen das Finanzamt nichts weißt , werden plötzlich sichtbar.
    Dazu kann man jede Zeit das gesamte Geld verlieren. Man hat es in Zypern oder auch in Griechenland gesehen. Die Konten können gesperrt werden, und man ist machtlos. Ob Internet oder Stromausfall, nichts geht mehr.
    Das letzte Beispiel, Sanktionen gegen Russland.
    Die Russen erleben jetzt schmerzhaft, wie es ist, das Geld wo anderes, in elektronischer Form aufzubewahren.
    Man sagt nicht umsonst, nur Bares ist Wahres.

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  3. BoniBonus

    und dann war mal wieder krieg oder ist krieg oder wird Krieg kommen – wie auch immer. Das erste was im Krieg flöten geht ist der Strom.

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  4. Arne Richter

    Komisch, seit Corona akzeptieren immer weniger Restaurants Kartenzahlung. Fast überall nur noch Barzahlung möglich, auch in Restaurants die früher mal Karten annahmen. Ob das wohl damit zusammenhängt dass man jetzt oftmals auch nur eine „Zwischenrechnung“ bekommt?

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    • Timo Brauer inside digital Team

      Das ist mir bisher in noch keinem Fall untergekommen. Eher bietet das ein oder andere Restaurant nun Kartenzahlung an, wo es vorher nicht der Fall war.

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  5. Frei

    Die Staaten und die Finanzämter mögen kein Bargeld, denn das lässt sich nicht so einfach aus dem Volk herauspressen. Geld auf dem Konto können die fast automatisch abbuchen, oder Steuerlast schätzen und dann pfänden. Dagegen Bargeld, oder Geld im sicheren Ausland (nicht OECD) da kommen die nicht dran.
    Und durch die sinnlose Geldverschwendung Praktiken der deutschen Regierung, wird diese noch viel mehr Geld aus dem Volk heraus pressen müssen! Eine arme junge Generation (Ihr).

    Man könnte auch in digitale Währungen ausweichen die vor dem Staat viel sicherer sind als Fiat- Geld. Es wird immer mehr Geld Gedruckt, ohne reelle Deckung was zu Wertverfall führt. Zurzeit leider recht teuer. Wenn Bitcoin wieder unter 30.000 sinkt, würde ich möglichst viel kaufen.

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