Strom- und Gaspreise: Erst 2023 kommt der wahre Preisschock

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Die Explosion der Preise für Strom und Gas ist seit Monaten in den Medien Thema. Doch das tatsächliche Ausmaß der Preiserhöhungen wirst du erst im kommenden Jahr merken, warnen Experten. Sie raten, aktiv zu werden.
Stromzähler
StromzählerBildquelle: Alex Yeung / Schutterstock

Für viele Verbraucher existieren die neuen Preise für Gas– und Strom bis heute nur theoretisch. Zwar haben insbesondere beim Gas erste Verbraucher auch schon Erhöhungen beim Abschlag bekommen, doch wie teuer das Heizen in diesem Jahr wirklich war, werden die meisten Kunden erst 2023 merken. Auch weitere Preiserhöhungen werden dann Realität werden.

„Je nach Vertrag sowie Verhalten der Energieversorger kommen die Preissteigerungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten beim Verbraucher an“, warnt man beispielsweise bei remind.me. Der Strom- und Gas-Wechselservice beschäftigt sich tagtäglich mit den Preisen und Tarifen sämtlicher Versorger in Deutschland. Insbesondere Heizkosten werden Verbraucher erst weit im Jahr 2023 wahrnehmen, wenn die Ablesungen stattgefunden hat. Dann müssen die Abrechnungen geschrieben und die Nebenkostenabrechnungen verschickt werden. Das ist oftmals erst ab Sommer des Folgejahres der Fall. Dann droht nicht nur die Nachzahlung, sondern auch eine Erhöhung der laufenden Nebenkosten.

Doch auch, wer einen direkten Gasvertrag oder einen Stromvertrag hat, kann unter Umständen erst in einigen Monaten von einer Erhöhung betroffen sein. Wer sich beispielsweise noch rechtzeitig einen Tarif mit Preisgarantie bei einem Versorger gesichert hat, der kann derzeit noch günstig heizen und Strom nutzen. Doch auch diese Tarife werden aller Voraussicht nach keinen Bestand haben, wenn die Garantien ausgelaufen sind. Der Grund: Schon jetzt kaufen seriöse Versorger für die Jahre 2023 und 2024 ihre Kapazitäten ein. Das tun sie zu weitaus höheren Kosten als in der Vergangenheit. Wie es von den Experten heißt, machen die Beschaffungskosten mittlerweile 38 Prozent des Strompreises aus. Früher waren es etwa 25 Prozent.

Auch die Abschaffung der EEG-Umlage werde keine Entspannung bringen, ist man sich in Expertenpreisen sicher. „Leider ist die mit dem Ende der EEG-Umlage verbundene Senkung der Strompreise um 3,7 Cent zum 1. Juli angesichts der derzeitigen Entwicklungen an den Energiemärkten kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein“, heißt es vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Je länger das Preisniveau so hoch bleibe, desto weniger können Energieversorger die Kostenanstiege durch vorausschauende Beschaffung ausgleichen. Und desto stärker schlagen diese Kosten dann in den Verbraucherpreisen nieder, so der Verband.

Wie kann man sich vor hohen Strom- und Gaspreisen schützen?

„Wir raten seit Monaten allen Verbrauchern, ihre Energieverträge genau zu studieren“, sagt Experte Daniel Engelbarts, Gründer von remind.me. Bei den meisten Verträgen gibt es ein Einsparpotenzial, das helfen werde, die steigenden Energiepreise aufzufangen. Klar ist aber auch: Ein Wechsel des Anbieters wird aktuell eine geringere Ersparnis erzielen als in der Vergangenheit. Oftmals scheint es gerade für Kunden, die noch einen günstigen Tarif mit Preisgarantie haben, eine massive Verteuerung zu sein. Was sie aber nicht bedenken, ist, dass auch der eigene Anbieter die Preise zum Ende der Preisbindung anheben dürfte.

Wer sich nicht selbst mit seinem Strom- und Gastarif beschäftigen möchte, sollte das Thema auslagern an einen Dienstleister. So bieten beispielsweise switchup.de und wechselpilot.de entsprechende Dienste an. Auch unser Partner remind.me bietet diese Dienste an und verfügt nach eigenen Angaben über Zugriff auf Tarife, die es bei Tarifvergleichern sonst nicht gibt. Der Service ist für dich kostenlos.

Auch das Einsparen von Energie ist ein wichtiger Faktor. Einige Alltagstipps haben wir dazu in einem Ratgeber zusammengefasst.

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6 KOMMENTARE

  1. Karsten Frei

    Und schön brav weniger duschen und Licht ausschalten und sonst noch wo sparen, damit E-Autos und E-Bike´s geladen werden können.
    Um Lebensstandard von wenigen zu sichern, muss die Mehrheit sich einschränken.

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  2. Fritz

    Wo bitte bleiben diese Wucherpreise hängen irgend jemand bleibt absoluter Sieger bei dieser Preis treiberei

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  3. Carsten

    Ich könnte heulen hab Eigenheim zwei Kinder meine Frau kann nur halbtags arbeiten und ich selber bin noch Pendler wir können uns keine Wärmepumpe oder Pv Anlage leisten also wird es drauf hinauslaufen das ich mein Eigenheim verkaufen muss sch… Deutschland mittlerweile hasse ich dieses Land der soziale Abstieg ist vorprogrammiert ich hab auch kein Bock mehr für dieses Land zu arbeiten werde wohl irgendwann Hartz 4 beantragen müssen weil ich mir die Fahrt zur Arbeit auch nicht mehr leisten kann .
    Herzlichen Glückwunsch an die Politik habt ihr Super hin bekommen.

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  4. Fossi

    Generalstreik 2-3 Wochen, dann sind wir alle Politiker los und können wieder normal leben und arbeiten. Die Diktatur der Dummen muss beendet werden.

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    • Poffi

      Und dann? Anarchie oder was? Wird dann bestimmt alles wie von Zauberhand utopisch supergut… 😅

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  5. F. F.

    Gewinner dieser Wucherpreise sind wieder einmal dank unseres Finanzministers Lindner von der FDP die Reichen. Je höher die Preise, umsomehr Steuern nimmt Herr Lindner ein. Damit hat er dann genug Geld für die weitere Umverteilung von unten nach oben. Denn dafür und nur dafür steht die FDP. Rentner gibt es für diese Partei gar nicht mehr, was man ja beim Energiegeld gesehen hat. Dafür erhält aber Herr Lindner und alle anderen Politiker 300 Euro vom Steuerzahler. Nach Steuerabzug bleiben Herrn Lindner immer noch 180 Euro übrig. Rentner müssen demnächst im Dunkeln sitzen und Frieren, ja vielleicht sogar hungern. Was für eine asoziale Politik!

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