Streit um Bargeld eskaliert: Jetzt schaltet sich der Verbraucherschutz ein

2 Minuten
Steht das Bargeld vor dem Aus? Können wir bald im Supermarkt und beim Brötchen holen nur noch digital mit EC-Karte oder Smartphone bezahlen? Die Politik hat ihre Bargeld-Pläne offengelegt. Und jetzt schaltet sich der Verbraucherschutz ein.
Streit um Bargeld eskaliert: Jetzt schaltet sich der Verbraucherschutz ein
Streit um Bargeld eskaliert: Jetzt schaltet sich der Verbraucherschutz einBildquelle: Immo Wegmann / Unsplash

In der Politik ist ein Streit ums Bargeld ausgebrochen. Des Deutschen liebstes Zahlungsmittel steht in der Kritik. Es führe zu Geldwäsche, das sich laut Europäischem Rechnungshofs jährlich auf mehrere Hundert Milliarden Euro summiert. So sagte die Bundesinnenministerin Nancy Faeser vor ein paar Tagen: „Ein 30.000-Euro-Barkauf von Schmuck oder Uhren sollte bald der Vergangenheit angehören.“ Sie setze sich für die Einführung einer allgemeinen Bargeldobergrenze ein. Der Betrag: 10.000 Euro ein. Doch ist das nur der Anfang von Ende des Bargelds?

Ist Bargeld der Politik ein Dorn im Auge?

„Die scheinbar hohe Summe, von der die meisten Bürger erst einmal nicht betroffen sind, soll nur davon ablenken, dass es in Wirklichkeit um viel mehr geht: um die Abschaffung des Bargelds im Zahlungsverkehr und damit um die totale Kontrolle über alle Finanztransaktionen“, sagt etwa die AfD-Politikerin Beatrix von Storch. Die AfD-Politikerin steht nicht allein mit ihrer Meinung da. Auch die CSU lehnt eine Obergrenze für Bargeld-Zahlungen strikt ab. Zudem sieht die FDP ein allgemeines Bargeldlimit kritisch.

→ Bargeld abgeschafft, Geldautomaten weg und Filialen dicht: Erste Bank macht Ernst

Und jetzt schaltet sich auch noch der Verbraucherschutz ein und kritisiert Bundesinnenministerin Faeser für eine allgemeine Bargeld-Obergrenze. „Der Staat muss wirksame Maßnahmen gegen Geldwäsche betreiben, das steht außer Frage“, sagte Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband dem Handelsblatt. „Es ist aber nicht gut, Bargeldnutzer unter Generalverdacht zu stellen und in ihrem Handeln zu beschränken.“

Politik erzeugt Verunsicherung: harte Kritik vom Verbraucherschutz

Mohn betonte, dass Bargeld nahezu allen Verbrauchern als Zahlungsmittel „sehr wichtig“ ist. Deshalb sei die Bundesregierung gefordert, Bargeld „vorausschauend und langfristig zu sichern“. Dafür seien aber bislang keine Maßnahmen erkennbar – weder in Bezug auf die Absicherung der Bargeldannahme im Handel noch hinsichtlich eines leichten und kostengünstigen Zugangs zum Bargeld, so das Handelsblatt weiter. „Stattdessen erzeugt der Vorschlag der Bargeldobergrenze Verunsicherung“, kritisierte die Verbraucherschützerin.

Deine Technik. Deine Meinung.

18 KOMMENTARE

  1. Paul

    Defacto gibt es doch schon längst die 10.000€-Bargeldgrenze: sobald dieser Betrag bei Einzahlungen überschritten wird muss ein Nachweis über die Herkunft vorgelegt werden. Hatte ich erst letzten Monat, als ich Geld aus einem Autoverkauf am Automaten eingezahlt habe. 500€-Scheine wurden ja schon vor langer Zeit eingestampft. Was wirklich helfen würde: die Abschaffung von 1–2ct Münzen; alle Beträge auf 5ct ab-/aufrunden (bereits in vielen Ländern üblich), was den Kassiervorgäng beschleunigen würde. „Kleinvieh macht auch Mist“ trifft es hier ganz gut.
    Man kann seine Mitmenschen gar nicht oft genug aufmerksam machen vorwiegend und bevorzugt Bar zu zahlen. Das ist wohl die demokratischste Handlung überhaupt, die den Kontrollwahn vieler US-Finanzfirmen und Regierungen umgehen schlichtweg umgeht; und deshalb der gesamten Lobby natürlich ein Dorn im Auge ist.

    Antwort
  2. Dieter Hein

    Da kann man doch mal Ernst machen und die Milionendiebe beim Verschieben ihrer Gewinne zur Kasse zwingen.Auch Steuern könnten einmal bei den Großkonzernen abverlangt werden. Da muss man auch die Oligarchen mal alle unter die Lupe nehmen.Und den Bürgern mal endlich Erfolge zeigen.
    Ich bin auch auf die Banken stocksauer.Wann kommen endlich die haben Zinsen???
    USW Dieter Hein Elchingen

    Antwort
  3. Alex.Alimanescu

    Entmündigung hoch 1000 bis man nichts mehr hat.Der Wahnsinn geht weiter………werdet wach…..

    Antwort
  4. Gerald

    Die Abschaffung von Bargeld macht uns nur noch abhängigen wie wir schon jetzt von der Finazwelt sind.
    Wir werden noch kontrollierter werden.
    Wie auch immer, eine Frage bleibt:wie bezahlt man einen Mitmenschen der für mich Besorgungen macht wenn ich z.Beispidl mal wegen Krankheit nicht einkaufen gehen kann.
    hat dann jeder ein elektronisches Zahlgerät in der Tasche?

    Antwort
    • Nicole

      Ein sehr gutes Argument bezüglich der kleinen Nachbarschaftshilfe. Und wenn mal wieder die Kasse im Supermarkt nicht funktioniert? Geht dann mein Einkauf auf Rechnung?

      Antwort
  5. Liedtke

    Nicht mehr möglich wären die vielen kleinen Dinge des Lebens. Dem Postboten, Zeitungsausträger, der netten Sprechstundenhilfe dem aufmerksamen Kellner, dem hilfsbereiten Nachbarn usw. usw. Oder ein paar Danke-Euro zu geben.

    Antwort
  6. Frank

    Ich schließe mich den Vorgängern an! Das Bargeld muss bleiben!!!! Kinder möchten auch mal ein Eis oder Brötchen, oder man will sich mal beim bummeln dur die City was kaufen oder auf dem Flohmarkt bar zahlen!! Man braucht auch Zuhause mal eine Rücklage, um für Anschaffungen oder Käufe in bar zahlen zu können!

    Antwort
  7. Brigitte

    Viele Bäckereien akzeptieren überhaupt keine Kartenzahlumgen. Wie soll man dann zahlen? Oder wie einige vorher geschrieben haben, wie soll man kleine Geldbeträge an Spendensammlern vom Roten Kreuz, Leute, die einem etwas bringen usw. geben. Wie sollen die alten Leute in den Heimen, kranke in Krankenhäuser bezahlen? Das gehört gestoppt!

    Antwort
  8. Hamburger

    Schon mal daran gedacht das der gläserne Mensch nicht nur von der Politik sondern auch von der (Werbe)Wirtschaft gewollt ist und wenn das schlimmste Eintritt, nämlich eine Partei wie z.b. die AfD zum Zuge kommt kann man unliebsamen Kritikern ganz einfach das Leben schwer machen,indem man sagt, du bist gegen uns,also wissen wir ganz genau was du kaufst, wo du hinfährst und wenn wir nicht wollen das du da hinfährst, weil da gerade eine Demo angesagt ist, tja Pech gehabt deine Karte funktioniert leider nicht. Bargeld ist ein Teil unserer Freiheit und Anonymität. ich will weder auf das eine noch das andere Verzichten.

    Antwort
    • Felix Kroll

      Die AfD? Sie haben doch keine Ahnung.

      Antwort
    • Marco

      Oh mein Gott!
      DAS ist echt paranoides Geschwafel.
      Was du da der AfD unterstellst, könnte auch jede andere Partei so machen.
      Aber warum sollte das überhaupt gemacht werden?
      Keine Partei wird jemals so mächtig, dass sie alles alleine entscheiden kann.
      Nach der Nazi Diktatur wurden diesbezüglich extra solche Dinge eingeschränkt, dass niemand mehr alleine so viel Macht ausüben kann.
      Daher ist das wirklich extremes paranoides Geschwafel… oh Mann

      Antwort
  9. ruhan

    Der letzte Karten-oder Handyzahler müsste eigentlich wissen das er an dem Ast sägt auf dem er sitzt. Deutscher Michel schlaf weiter aber jammer dann nicht wenn Du gläsern bist. Steht endlich auf und stimmt gegen die Bargeldabschaffung. Geldwäsche ist nur ein fadenscheiniger Grund. Bei den Mafiosis und Clans müsst Ihr suchen. Da liegt die Kohle.

    Antwort
  10. Greekchimera

    ohne Bargeld wird alles teurer und viele Tätigkeiten unbezahlbar oder wie sollen sonst private Sanierungen oder Umbauten finanziert werden. 99% der Bürger können sich keinen Tagessatz von mind. 500€ und mehr pro Handwerker leisten, der nun auf Grund der elektronischen Verfolgbarkeit jeden Umsatz nachweisen muss!

    Antwort
  11. Dany

    Was es bedeuten würde, das Bargeld abzuschaffen, hat man dieses Jahr um Himmelfahrt in vielen Geschäften gesehen. Ich selber habe es direkt erlebt, da ich an einer Supermarktkasse arbeite. Wenn das Bargeld abgeschafft wird, gibt es z.B. bei einem Ausfall der EC-Geräte keine Möglichkeit selbst Dinge wie Lebensmittel einzukaufen. Von daher MUSS das Bargeld beibehalten werden.

    Antwort
  12. hmwdoc

    Wenn in der Tanke wieder mal jemand 50l Sprit mit Münzen bezahlt, oder die Oma an der Supermarktkasse (ohne Brille) „genau passend“ zu zahlen versucht, dann nervt Bargeld im Alltag einfach nur noch.
    Daß es auch weitgehend ohne geht, zeigt ein Blick über den Tellerrand nach Skandinavien oder ins Baltikum.
    Und versuchen sie mal, bei Amazon mit Bargeld zu zahlen… 🤣
    Es komplett abzuschaffen, wäre aber auch ein Fehler, wie zahlreiche Argumente der Vorredner* belegen.
    Was spricht eigentlich gegen die Beibehaltung des jetzigen hybriden Systems?
    Ich halte die ganze Diskussion für unnötig.
    Selbst zahle ich (Ü 60) mit VIMpay oder Smartphone, wo immer möglich; der Geldbeutel ist eigentlich nur noch Ballast.

    Antwort
  13. Komischer Kauz

    Ein Knopfdruck und du bist Pleite, ein weiterer Knopfdruck und du hörst auf zu existieren. Die totale digitale Kontrolle würde mir der Abschaffung des Bargeldes die letzte Hürde nehmen. Aber darum geht es hier ja NOCH nicht. Niemand zahlt beim Bäcker mit einem 500€ Schein, kein Kind kauft für 10.000€ Eis in der Eisdiele oder im Freibad. Aber die Zeichen stehen auf Sturm. Erste Banken, die den Service im Bargeldbereich auf nahezu Null reduzieren und gleichzeitig die Gebühren für digitale Transferleistungen erhöhen. Nie war es einfacher, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen und noch nie wurde es widerspruchsloser hingenommen.

    Antwort
  14. Gwynnie

    Ich stimme einigen Vorrednern zu, dass im Alltag nicht nur die großen Geldbeträge wichtig sind, sondern auch die kleinen Aufmerksamkeiten z. B. für Pizzalieferanten, Friseure und andere Dienstleister, so wie die vielen Menschen die für Hilfs- und Pflegedienste Bargeld brauchen, wenn für sie eingekauft werden soll.
    Was ich aber für unsere gesamte Gesellschaft als sehr wichtig finde, ist das Erlernen des Umganges mit der neuen Währung für neu zugezogene fremde Mitmenschen. Diese müssen doch erst mal integriert werden und arbeiten, bevor sie Geldkarten bekommen können und die erzieherischen Maßnahmen für Kinder – ihr Umgang mit Taschengeld! – sind doch bisher durch uns Erwachsene überhaupt noch nicht berücksichtigt worden. Typisch für uns, oder? An unsere Schutzbefohlenen ( alle die dazu zählen) sollte nicht als Letztes oder garnicht gedacht werden. Die Zukunft von uns allen sollte nicht durch Vergessen oder Vernachlässigung mitgeprägt werden.

    Antwort
    • Marco

      Sorry aber wieso muss ein Zugezogener sich erst „integrieren“ bevor er Geldkarten bekommen darf?
      Da sehe ich absolut keinen Zusammenhang. Ich sehe sogar eine enorme Diskriminierung, bei solch einem Vorgehen.
      Wie kommt man denn auf sowas, wenn nicht aus Fremdenfeindlichkeit?

      Antwort

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein