Die Telekom nimmt Starlink in ihr Angebot auf. Der neue Dienst heißt Satellite Internet Access by Starlink, kurz SIA. Er soll dort helfen, wo Glasfaser und Mobilfunk nicht ausreichen. Außerdem dient er als Reserve, wenn bestehende Leitungen ausfallen. Das zeigt schon: Der normale Privathaushalt ist hier weniger gemeint. Denn Bedarf an einer kostenpflichtigen Backup-Leitung dürften die wenigsten Privathaushalte haben: Die Telekom richtet sich an ihre Geschäftskunden.
Eine praktische Hilfe, aber kein Fortschritt beim Ausbau
SIA ist keine neue Infrastruktur vor Ort. Es ist eine Brücke. Das kann im Alltag nützlich sein. Es löst aber nicht das Problem, dass an manchen Standorten weiter keine zuverlässige Anbindung vorhanden ist. SIA kommt in abgelegenen Regionen, an neuen Standorten, in Filialen oder auf Großbaustellen zum Einsatz. Auch im Krisenfall soll die Technik einspringen. Fällt die Hauptleitung aus, soll die Satellitenverbindung übernehmen.
Ein Pilotprojekt zeigt, wie das gedacht ist. Eine Brauereikette in Ostdeutschland bindet einen neuen Standort per SIA an, während der Glasfaserausbau noch läuft. Für den Einzelfall ist das sinnvoll, ein dauerhafter Ersatz für die Glasfaserleitung ist es nicht.
Laut Telekom sind mit SIA bis zu 400 Mbit pro Sekunde im Download möglich. Beim Upload nennt das Unternehmen bis zu 40 Mbit pro Sekunde. Die Latenz liegt laut Telekom bei 20 bis 60 Millisekunden. Das reicht für viele Anwendungen. Etwa für Kassen, Logistik oder VPN-Zugänge. Die Leistung hängt von der Netzlast ab. Gerade das macht den Unterschied zu Glasfaser aus.
Die Preise zeigen, warum der Dienst kein Glasfaser-Ersatz ist
Hilfreich ist auch der Blick auf die Kosten. Denn die Telekom hat die Preise zunächst gar nicht genannt. Erst später reichte das Unternehmen gegenüber teltarif.de Details nach. Das neue Angebot folgt einem modularen Modell. Pro Standort kommt ein monatliches Datenpaket hinzu. Dazu können weitere Leistungen gebucht werden. Etwa eine Voraberkundung des Standorts. Die monatlichen Kosten pro Starlink-Anlage beginnen laut Telekom bei 16 Euro. Datenpakete starten bei rund 55 Euro pro Monat und Gerät für 50 GB. Je nach Bedarf skaliert das bis 10 TB. Hinzu kommen einmalige Kosten für die Inbetriebnahme. Deren Höhe hängt vom jeweiligen Einsatz ab.
Unterm Strich ist SIA also kein Zeichen dafür, dass die Telekom plötzlich neu denkt und Abstand vom Glasfaserausbau nimmt. Vielmehr schafft man durch eine Partnerschaft mit Starlink Alternativen. Für einzelne Standorte kann das Angebot nützlich sein.
In den kommenden Jahren wird die Telekom noch mehr mit Starlink zusammenarbeiten. Dann soll auch dein Handy mit Starlink funken, wenn du dich einmal in einem Funkloch im eigentlichen Telekom-Netz befindest – ganz automatisch! Starlink hingegen bekommst du derzeit schon für 10 Euro im Monat – ganz ohne die Telekom.
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