Ab dem 10. Februar stellt Sky schrittweise die meisten Sender aus dem Sky-Abo im Vodafone-Kabelnetz auf ein „internetbasiertes Signal“ um. Das heißt nichts anderes, als dass das klassische TV-Signal per Kabel abgeschaltet wird. Ein Teil der Programme kommt dann nicht mehr klassisch als Kabelsignal, sondern über das Internet. Dieses Verfahren nutzt Sky schon bei Sky Stream. Dieses Produkt ist nach Angaben von Sky bei Neukunden beliebter als der Sat- oder Kabelempfang.
Sky hat die Umstellung lange vorbereitet
Jetzt also geht es auch den Bestandskunden im Kabel an ihren Empfangsweg. Den Weg dazu hatte Sky schon vor einiger Zeit bereitet. In den AGB des Anbieters heißt es: „Für den Fall, dass der Nutzer Kabel oder Satellit als Anschlussart gewählt hat, ist zugleich auch eine Verbindung des Empfangsgeräts mit dem Internet erforderlich (insbesondere zur Zuleitung des Sky On Demand-Angebotes).“ Und weiter: „Sky ist dabei berechtigt, anstelle der Zuleitung der Sendesignale über Kabel oder Satellit die Zuleitung der Sendesignale auch über das Internet vorzunehmen, soweit dies bei Vorliegen eines triftigen Grundes (insbesondere technische Gründe, Nichtvorliegen von Kabeldurchleitungs- bzw. Satellitenübertragungsrechten) bei verständiger Würdigung der berechtigten Interessen beider Vertragsparteien für den Nutzer zumutbar ist.“
Diese Sender kommen neu oder werden auf HD umgestellt
Sky begründet das mit mehr Kapazitäten und mehr Flexibilität beim Einspeisen von Sendern. Das soll außerdem neue technische Funktionen ermöglichen, etwa rund um Live-Sport. Für dich als Kunde ist die wichtigste Konsequenz aber: Der Empfang hängt bei den betroffenen Sendern stärker davon ab, ob Receiver und Internetverbindung sauber zusammenspielen.
Am 10. Februar schaltet Sky zusätzliche HD-Sender für die Vodafone-Kabelkunden auf: Cartoon Network, Crime + Investigation, Heimatkanal, Jukebox, Motorvision+ und Nicktoons. Ab dem 3. März sollen außerdem bisherige SD-Sender auf Sky-Q-Receivern in HD-Qualität verfügbar sein: Cartoonito, History Channel, Nick Junior, Romance TV, Warner TV Comedy und Warner TV Film. Unterm Strich wächst also vor allem das HD-Angebot – allerdings über die Internetleitung. Die Abschaltung und Umschaltung auf das IP-Signal erfolgt laut Sky nach und nach zwischen dem 10. Februar und dem 17. März.
Welche Kunden betroffen sind und wer sich meldet
Entscheidend ist, welchen Receiver du nutzt. Sky sagt: Vodafone-Kabelkunden mit Sky-Abo, die einen nicht IP-fähigen Sky-Receiver verwenden, sollen rechtzeitig kostenlos einen Sky-Q-Receiver bekommen. Dieser muss mit dem Internet verbunden werden, damit die umgestellten Sender wie geplant laufen. Wir empfehlen, dies möglichst per LAN-Kabel zu machen und nicht per WLAN. Wichtig: Welchen Internetanschluss du nutzt, ist egal. Er muss nicht von Vodafone sein, sollte aber ausreichend schnell sein. Von Sky heißt es: „Für eine stabile und qualitativ hochwertige Wiedergabe von linearen HD-Sendern empfehlen wir eine Bandbreite von mindestens 10 Mbit pro Sekunde.“ Da in der Praxis aber selten nur ein TV-Signal, sondern auch noch andere Internetsignale über die Leitung gehen, kann ein normaler DSL-Anschluss mit 16 Mbit/s kann hier am Ende schon zu langsam sein. Wir empfehlen dir Anschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s, wenn genug Datenrate für alle da sein soll.
Wenn du Sky über einen Vodafone-Receiver nutzt, soll Vodafone dich ansprechen, falls dieser Receiver nicht internetfähig ist. Das heißt: In diesem Fall kommt die Kommunikation nicht von Sky, sondern von Vodafone.
Was weiter über Kabel läuft – und was mit Satellit ist
Ein kompletter Abschied vom Kabel ist die Umstellung nicht. Viele Sky-Sport-Sender sollen weiterhin linear über das Kabelnetz empfangbar bleiben, inklusive der UHD-Sender. Das ist relevant, weil Sport bei vielen das Hauptargument für Sky ist. Da hier dann viele Kunden zur gleichen Zeit dasselbe Signal nutzen, ist die Ausstrahlung über einen Broadcast-Kanal per Kabel auf jeden Fall effizienter als einzelne Internetstreams.
Und falls du dich fragst, ob bald auch das Satelliten-Signal abgeschaltet wird: Sky gibt an, dies aktuell nicht zu planen. Die Umstellung betrifft also nach diesen Angaben zunächst das Vodafone-Kabelnetz und die dortige Verbreitung der meisten Sky-Sender. Auch das TeleColumbus-Netz, besser bekannt als Pyur, ist zunächst nicht betroffen.
Die versprochenen Vorteile – und wo es in der Praxis haken kann
Sky nennt als Vorteile mehr Sender, mehr HD-Kanäle, Apps und Mediatheken auf Abruf sowie interaktive Sportfunktionen wie „My Matchday“ und zusätzliche Kameraperspektiven. Dazu kommen persönliche Empfehlungen in der Oberfläche.
Der praktische Haken bleibt: Du machst den TV-Empfang bei den umgestellten Sendern vom Internet am Receiver abhängig. Wenn WLAN instabil ist, der Router zu weit weg steht oder das Internet ausfällt, ist dein Sky-Signal weg. Wer bislang bewusst „Fernsehen ohne Internet“ genutzt hat, muss sich technisch umstellen oder riskiert, dass weite Teile des Sky-Angebots nicht wie gewohnt verfügbar sind.
