Fast jeder dritte Deutsche trinkt zu wenig: Ist das die Lösung?

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Gerade im Sommer ist genug Trinken wichtig. Trotzdem trinken fast ein Drittel der Deutschen zu wenig. Smartwatches könnten mit personalisierten Tipps helfen. Neue Studien zeigen, dass mit dem richtigen Ansatz verlässlichere Daten möglich sind.
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Wasserbedarf: Trinkflasche für aktive LebensstileBildquelle: GBJSTOCK / Shutterstock

Der tägliche Flüssigkeitsbedarf des Menschen wird häufig mit 1,5 bis 2 Litern Wasser angegeben. In der Praxis ist es jedoch nicht immer leicht festzustellen, ob der eigene Wasserhaushalt tatsächlich im Gleichgewicht ist. Symptome wie Durst oder Kopfschmerzen treten oft erst dann auf, wenn bereits ein Defizit besteht. Forschende der University of Texas in Austin haben nun einen tragbaren Sensor entwickelt, der eine kontinuierliche Überwachung der Hydration ermöglicht. Ziel ist es, Unsicherheiten bei der Flüssigkeitszufuhr zu beseitigen und präzisere Aussagen über den aktuellen Zustand des Körpers zu liefern.

Technologie basiert auf bekannter Methode

Der Sensor nutzt die etablierte Bioimpedanz-Technologie. Diese misst den elektrischen Widerstand des Körpers: Gut hydrierte Gewebe leiten elektrischen Strom besser als dehydrierte. Während entsprechende Verfahren bislang meist punktuell in Körperfettwaagen oder medizinischen Geräten zum Einsatz kamen, ermöglicht der neue Sensor eine kontinuierliche Erfassung im Alltag.

Das Smartphone empfängt die Daten per Bluetooth, sodass Nutzerinnen und Nutzer ihren Wasserhaushalt in Echtzeit nachvollziehen können. Auf diese Weise sollen sie frühzeitig Hinweise erhalten, bevor sich erste Symptome eines Flüssigkeitsmangels bemerkbar machen.

Laborergebnisse zeigen präzise Erkennung

In kontrollierten Tests wurden Teilnehmende gezielt in Situationen gebracht, die zu Wasserverlust führten. Der Sensor erkannte die Veränderungen im Wassergehalt zuverlässig anhand der veränderten Bioimpedanz des Körpers.

Vergleich mit bisherigen Lösungen zur Überwachung des Flüssigkeitshaushalts

Technologien zur Bestimmung des Flüssigkeitshaushalts gibt es bereits, zum Beispiel in Smartwatches wie der neuen Samsung Galaxy Watch 8 Classic. Hier erfolgen jedoch nur punktuelle Messungen, die manuell ausgelöst werden müssen. Kontinuierliche Hydrationstracker sind bislang vor allem Spezialgeräten vorbehalten, wie der Masimo W1. Diese richtet sich in erster Linie an Leistungssportler und bietet individuelle Hydration Scores.

Der neue Sensor könnte künftig eine Integration in verbreitete Wearables wie Fitnessarmbänder oder Smartwatches ermöglichen. Damit wäre eine breitere Anwendung im Alltag denkbar.

Die Samsung Galaxy Watch 8 (Classic) von vorn
Die neue Galaxy Watch 8 Classic verfügt über das Body-Composition-Tool, das den Körperwasseranteil mittels bioelektrischer Impedanzanalyse (BIA) misst. Image source: inside digital

Bedeutung eines stabilen Flüssigkeitshaushalts für Gesundheit und Alltag

Ein ausgeglichener Wasserhaushalt ist essenziell für Konzentration, Leistungsfähigkeit, Schlaf und die Temperaturregulation des Körpers. Frühere Empfehlungen zur Trinkmenge bleiben jedoch sehr allgemein, weil sie individuelle Unterschiede wie Bewegung, Ernährung oder Umgebung kaum berücksichtigen.

Ein Sensor mit kontinuierlicher Messung könnte hier Abhilfe schaffen, insbesondere für Sportler, ältere Menschen oder Personen mit eingeschränktem Durstempfinden. Zudem wäre es denkbar, Hydratationsdaten künftig mit anderen Gesundheitskennzahlen wie Herzfrequenz, Schlaf oder Stressniveau zu verknüpfen.

Ausblick: Hydration-Tracking als Standardfunktion

Obwohl sich der Sensor noch im Forschungsstadium befindet, gilt die Miniaturisierung der Bioimpedanz-Messung als vielversprechend. Wearables könnten in den kommenden Jahren standardmäßig um diese Funktion erweitert werden. Erste Ansätze sind bereits erkennbar, auch wenn aktuelle Geräte noch auf Einzelmessungen beschränkt sind.

Langfristig könnten solche Technologien dazu beitragen, personalisierte Empfehlungen zu geben und frühzeitig vor einem beginnenden Flüssigkeitsmangel zu warnen, nicht erst dann, wenn erste Beschwerden auftreten.

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1 KOMMENTAR

  1. Nutzerbild Heinz Multhaup

    Ist klar.

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