Nächste Pflicht für Kassenpatienten: Beliebte Regel vor dem Aus

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Die wohl unscheinbarste Regel im Gesundheitssystem könnte bald zum politischen Zündfunken werden. Was lange als pragmatische Pandemie-Lösung galt, entwickelt sich zum heißen Streitpunkt zwischen Union, Ärzteschaft, Gewerkschaften und Arbeitnehmern.
Beliebte Regel vor dem Aus
Beliebte Regel vor dem AusBildquelle: inside digital / KI-generiert / Thomas Kern

Die einen sehen darin einen Grund für einen „zu hohen Krankenstand“. Andere warnen vor einem Rückschritt in alte Zeiten, in denen Patienten wieder in überfüllte Wartezimmer gedrängt werden. Die Debatte ist in vollem Gange. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat angekündigt, die seit 2023 dauerhaft geltende Regelung für telefonische Krankschreibungen „auf den Prüfstand“ zu stellen, um Missbrauch auszuschließen und die Hürden für Krankmeldungen zu erhöhen.

Telefonische Krankmeldung auf dem Prüfstand

Hintergrund ist die anhaltende Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am hohen Krankenstand in Deutschland, den er auch auf die leichtere telefonische Krankschreibung zurückführt. Für Merz ist klar: Die einfache Möglichkeit, ohne persönlichen Arztbesuch krankgeschrieben zu werden, könnte Fehlzeiten unnötig erhöhen und damit die Produktivität des Landes belasten.

Warken selbst betont, dass die derzeitigen Regeln im Koalitionsvertrag eine Überprüfung erlauben, weil Missbrauch ausgeschlossen werden soll. Sie sagt, man brauche „praktikable Lösungen“, ohne die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem komplett zu sprengen.

Arbeitgeberverbände, etwa der Handelsverband Deutschland, fordern ähnlich wie die Union eine Rückkehr zu strengeren Regeln. Zeitgleich warnen Gewerkschaften davor, Beschäftigte unter Generalverdacht zu stellen.

Die Union fordert mehr Kontrolle und bekommt Gegenwind

Im Zentrum der politischen Kritik stehen vor allem Friedrich Merz und Nina Warken. Der Kanzler hat wiederholt die statistisch hohen Krankenstände in Deutschland hervorgehoben. Als möglichen Verursacher sieht er die einfache Krankschreibung per Telefon. In seinen Augen muss das System strenger werden, um die Volkswirtschaft zu stärken und Missbrauch einzudämmen.

Doch Experten gehen Merz nicht unbedingt auf den Leim. So argumentiert etwa die Kassenärztliche Bundesvereinigung, dass eine Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit telefonisch naturgemäß schwierig sei. Zugleich sehen andere regionale Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung darin keinen Grund, das System zu kippen.

Im Gegenzug warnen Gewerkschaften vor einem Umgang mit Beschäftigten, der „hoch unanständig“ sei, weil er Kranke generell unter Verdacht stelle. Sie verweisen darauf, dass erhöhte Fehltage statistisch auch durch die verbesserte elektronische Erfassung erklärbar sind und nicht automatisch durch einfache Krankschreibungen am Telefon. 

Hausärzte schlagen Alarm und fordern Sachlichkeit

Auch Hausärzteverbände melden sich lautstark zu Wort. Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Markus Beier, betont, dass alle bisherigen Auswertungen der Krankenkassen keinerlei Hinweise auf einen systematischen Missbrauch der telefonischen Krankschreibung liefern.

Für Beier ist das Argument, die einfache Krankschreibung führe zu mehr Fehlzeiten, ein „Arbeitgebermärchen“ ohne belastbare Grundlage. Er warnt, dass eine Abschaffung dazu führen würde, dass Patienten wieder unnötig in Praxen erscheinen müssten. Gerade in Zeiten hoher Infektionszahlen sei das weder medizinisch noch organisatorisch sinnvoll. 

Mitreden

6 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Helmut

    Bei uns sind nur schwarze in den Wartezimmer sitzen bekommen wir schlecht ein Termin dafür soll ich mehr bezahlen

  2. Nutzerbild Helmut

    Ich mach bestimmt was falsch muß uber 7000 € Zähne bezahlen nur weil Rentner bin und arbeite noch heißt zwei mal in die Krankenkasse versicherung bezahle auch Pflege schwarz muß mann sein oder syrischen sie kommen mit Mercedes und brauchen nicht zuviel bezahle das ist Freundschaft

  3. Nutzerbild KH

    Der Merz sollte vor seiner eigenen Tür kehren.
    Bei den Beamten ist der Krankenstand genau so hoch.
    Was macht den unser Kanzler Herr Merz gegen diese Krankheitsfälle?
    Es ist immer bei den kleinen Bürger und Rentner die Neuverpflichtungen!!!

  4. Nutzerbild Delia

    Rechtspopulistische Entgleisungen auf ganzer Linie.
    Eure Kommentare sind beschämend.

  5. Nutzerbild Alfred

    Also, ich bin auch dafür das die Krankschreibung per Anruf erfolgt! Und zwar würde das nicht erst seit 2023 gemacht, diese Praxis gab es schon viel früher. Ich habe nun nicht studiert um dies zu erkennen. Bin zwar mittlerweile EM-Rentner, weil ich krank bin. Aber schon zu meiner Zeit wo ich noch gearbeitet habe, ist es sehr auffällig gewesen, das beim Hausarzt angerufen wurde das man „krank“ sei! und auch unter einigen meiner Bekannten wurde das auch so gehandhabt, ob wohl sie nichts hatten. und das macht mich nur wütend. musste heute zum Blutabnahme, in der Zeit wo ich in der Praxis war kammen min. zwei Anrufe ich bin krank und es wurde eine AU ausgestellt, obwohl gar keine Ärztin anwesend war. „Also können jetzt Arzthelferin beurteilen ob jemand krank ist oder nicht!? 🤔

    Desweiteren, ich habe immer gearbeitet ob es mir gut ging oder nicht. Und heute gehe ich notgedrungen zu Hausarzt und muss mir sagen lassen „das ich ja schon in Wirtschaftlicher Totalschaden für die kranken Kasse bin“! das muss man mir nicht sagen das weiß ich auch von alleine und ich habe mich nicht die ganze schei… ausgesucht. Ich sollte in Krankenhaus vom Facharzt aus, man nimmt mich nicht mehr auf, weil “ die Pflege meiner Person nicht geleisten kann“! Jetzt soll mir mal jemand sagen, das alle gl ich behandelt werden. Mein Vorschlag ist: Man würde die Krankenkasse in Kasse für gesunde umbenennen und Kliniken nicht mehr Krankenhäuser heißen sonder Erholungsstätte für gesunde. Fazit ist: wer krank ist und Zeit und Geld 💸 kostet, wird wie ein lästiges Insekt behandelt!!!

    Aber wie schon beide Herr vor mir bemerkt haben, das nur noch „neu deutsche“ hier behandelt werden, es scheint so, als würde man mit dehnen mehr Geld 💸 verdienen, die noch nie ins Sozialsystem eingezahlt haben. Und dort spielt auch die Sprachbarriere keine Rolle! Das sag ich bewusst so, weil durch meine Krankheit eine Sprachstörung habe und man mich nicht verstehen würde! Wer mich verstehen möchte versteht mich auch!!!

  6. Nutzerbild SCHRÖTER

    Fakt ist das das Herr Merz und Anhänger eklatant mit Unterstellung hantieren.
    Der Soziale Aspekt eines einzelnen sowie deren Umstände ect. spielen bei Bewertungen keine Rolle mehr.
    Es gibt schon seit Jahren eine 2 Klassenmedizin. Menschen die sich in ihrem Job geschätzt sehen, lassen ihre Unternehmen nicht im Stich und gehen auch ackern wenns ihnen nicht gut geht. Menschen die durch ihrer Arbeitgeber nur ausgenutzt werden durch Überstunden und immer mehr zu tun weil der AbG keine Leute einstellt nicht zuhört ect. dann noch schräg diskutiert Löhne nicht pünktlich zahlt ect. wird es auch zukünftig schwer haben die MA zu motivieren und bei der Stange zu halten. Es gibt viele Menschen die auf Grund ihrer Arbeitssituation innerlich längst gekündigt haben, weil sie durch enormen Stress psychisch am Ende sind..darüber sollte man mal nachdenken die Ursachen zu klären.
    Weder Herr Merz noch seine Ministerin sind ausgebildete Ärzte die sich in dem Zusammenhang ein Urteil erlauben dürften..Immerhin scheidet ja das Leistungsprizip bei Erhalt ihrer vom Steuertopf gezahlten Bezüge komplett weg..was genauso ungerecht ist wie im Gegenzug durch diese Bewertungen erfolgen.Wenn jemand krank ist oder sich so fühlt, ist und bleibt es seine Entscheidung einen Arzt zu konsultieren ob nun telefonisch oder persönlich..und wenn den KK Geld fehlt sollten die Länder aus denen die über 2.5 Millionen Menschen zugereist sind zumindestens die Hälfte der Kosten übernehmen die deren Bürger in unserem System beansprucht haben und nicht alles für lau und auf dem Rücken unserer Bürger austragen ganz einfach..das gleiche gilt für Sozialleistungen die in Anspruch genommen wurden..und nicht nach Asylrecht entschieden wurden.Da liegt der Hase im Pfeffer..Und Millionen von Kindergeld die in andere Länder gezahlt werden nach unseren Statuten und nicht nach nach deren in den Herstammungsländern üblichen Sätzen.
    Wer hat denn den Deutschen Bürger gefragt ob das i.O ist niemand!
    Jeden Fehler den die Regierung verzapft müssen unsere Bürger ausbaden..Was für ein Dilemma.

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