Gilt ab sofort: Erstes Bundesland verbietet beliebte Heizungen

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Heizen gilt als eine der wenigen Konstanten im Alltag: Gerät an, Wohnung warm, Thema erledigt. Doch genau diese Selbstverständlichkeit gerät jetzt ins Wanken. Ein deutsches Bundesland hat eine Entscheidung getroffen, die für viele Haushalte spürbare Folgen haben wird.
Verbot für Heizungen
Verbot für HeizungenBildquelle: inside digital / KI-generiert / Thomas Kern

Die Ankündigung wirkt wie aus dem Lehrbuch „Klimaschutz auf Speed“. Während bundesweit über die Zukunft fossiler Heizsysteme schon lange diskutiert wird, zündet ein Bundesland den Turbo und zieht einen für viele überraschenden Schlussstrich. Denn das Verbot greift tief in bestehende Konzepte ein. Dabei geht es auch um Kosten, Energieeffizienz und die Frage, welche Heizformen künftig überhaupt noch gewollt sind.

Erstes Bundesland verbietet vielgenutzte Heizung

Das Bundesland, das diesen Vorstoß wagt, ist Hamburg. Dort wurde das Verbot bereits im sogenannten Hamburgischen Klimaschutzgesetz verankert und ab dem 1. Januar 2026 aktiv. Anders als bundesweite Regeln gilt hier: Der Neuanschluss fest installierter Stromdirektheizungen mit einer Leistung von mehr als 1,5 Kilowatt je Nutzungseinheit ist nicht mehr zulässig. Und auch ältere Geräte darfst du nicht durch neue Stromheizungen ersetzen.

Nicht nur klassische Elektroheizkörper oder Nachtspeichergeräte sind betroffen, sondern auch Infrarotheizungen, elektrische Fußboden- und Wandheizungen sowie große Elektrozentralheizungen fallen unter das Verbot. Bislang galten solche Systeme oft als Notlösung oder Übergangstechnologie, vor allem in Altbauten ohne Gasanschluss. Doch damit ist nun Schluss.

Einzig in Ausnahmefällen kann man eine Sondergenehmigung beantragen, wie zum Beispiel bei denkmalgeschützten Gebäuden oder wenn technisch keine Alternative möglich ist. Solche Genehmigungen musst du aber schriftlich nachweisen und über Jahre aufbewahren.

Der Grund für das Verbot

Die Begründung ist simpel: Stromheizungen gelten als extrem ineffizient. Sie wandeln zwar jeden Kilowatt Strom direkt in Wärme um, nutzen aber keine Umweltenergie und verbrauchen damit deutlich mehr Strom als moderne Wärmepumpen. Das führt nicht nur zu hohen Betriebskosten, sondern, je nach Strommix, auch zu einer schlechteren CO₂-Bilanz als viele andere Heiztechniken. Schon heute rechnen Experten vor, dass Wärmepumpen nicht nur effizienter, sondern über ihre Lebensdauer oft auch wirtschaftlicher sind, ganz abgesehen von regulatorischen Risiken.

Für dich kann das Verbot auch indirekt relevant werden, denn Vermieter, die modernisieren, dürfen künftig keine neuen Elektroheizsysteme mehr einbauen. Stattdessen rücken Lösungen wie Wärmepumpen, Fernwärme oder hybride Systeme in den Fokus. Ob das die Nebenkosten senkt oder eher steigert, hängt stark vom Einzelfall ab. 

Und auch wenn andere Bundesländer (noch) kein vergleichbares Verbot beschlossen haben: Hamburg könnte hier ein Modellfall sein, der Nachahmer findet. Der Druck wächst, ineffiziente Energieformen zu begrenzen, zumal Deutschland ehrgeizige Klimaziele verfolgt und Heiztechnik einen zentralen Hebel darstellt.

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