Neue Pflicht bei Zählerablesung: Was sich für alle Mieter ändert

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Eine bisher wenig beachtete Vorschrift gewinnt zunehmend an Bedeutung und wird für Vermieter unumgänglich. Ihre Auswirkungen könnten letztlich sogar dazu führen, dass sich die Heizkosten für Mieter merklich verändern.
Neue Regelung für Zählerablesung
Neue Regelung für ZählerablesungBildquelle: inside digital / KI-generiert / Thomas Kern

Die grundlegende Neuerung lässt sich kurz zusammenfassen, ihre Auswirkungen hingegen sind deutlich komplexer. Ab einem verbindlichen Datum ist in Wohnhäusern ausschließlich der Einsatz von Heizungs- und Warmwasserzählern erlaubt, die ihre Daten drahtlos übermitteln können. Messgeräte, die bisher nur vor Ort abgelesen werden konnten und einen Besuch oder eine Terminabsprache erforderten, werden damit endgültig abgelöst.

Neue Regelung bei der Zählerablesung

Die neue Regelung macht Schluss mit alten Abläufen. Heizkostenverteiler, Wärmezähler und Warmwasserzähler müssen künftig so ausgestattet sein, dass Verbrauchsdaten per Funk übertragen werden können. Das Ablesen erfolgt dann kontaktlos – etwa im Vorbeigehen oder vollständig automatisiert. Für Vermieter bedeutet das weniger organisatorischen Aufwand, für Mieter entfallen lästige Termine und das Betreten der Wohnung.

Der eigentliche Vorteil liegt jedoch in der Transparenz. Die Technik ermöglicht es, Verbrauchsdaten regelmäßig auszuwerten und bereitzustellen. Damit soll erreicht werden, dass Bewohner schneller merken, wenn ihr Energieverbrauch aus dem Ruder läuft.

Fernablesbare Zähler sind kein Extra mehr, sondern Pflicht

Besonders brisant: Die neue Pflicht betrifft nicht nur Neubauten, sondern auch Bestandsimmobilien. Denn seit der Änderung der Heizkostenverordnung gilt: Neue Messgeräte darfst du nur noch verbauen, wenn sie fernauslesbar sind. Für bereits installierte Zähler gibt es zwar eine Übergangsfrist – doch die endet bald. Spätestens bis zum 31. Dezember 2026 musst du auch ältere, nicht fernablesbare Geräte nachrüsten oder komplett ersetzen.

Doch die Änderung hat noch eine zweite, oft übersehene Seite. Mit der neuen Technik kommen auch neue Informationspflichten. Denn Vermieter sind künftig verpflichtet, ihre Mieter, in der Regel monatlich, über deren aktuellen Energieverbrauch zu informieren. Diese unterjährigen Verbrauchsinformationen sollen verständlich aufbereitet sein und einen Vergleich zu früheren Zeiträumen ermöglichen.

Monatliche Verbrauchsinfos: Mehr Kontrolle für Mieter

Das ist mehr als nur Bürokratie. Studien zeigen, dass allein das Wissen um den eigenen Verbrauch viele Menschen zu einem sparsameren Verhalten bewegt. Gleichzeitig entsteht für dich ein Risiko: Wenn du die Informationspflicht nicht erfüllst oder die Technik nicht rechtzeitig umstellst, kannst du deine Heizkostenabrechnung kürzen. Die neue Regelung hat also echte finanzielle Konsequenzen.

Was auf den ersten Blick nach einer technischen Kleinigkeit aussieht, ist in Wahrheit ein tiefgreifender Einschnitt für den Mietmarkt. Für Mieter dagegen bringt die Änderung vor allem eines: mehr Transparenz – und die Chance, Heizkosten endlich besser in den Griff zu bekommen.

Mitreden

2 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Karsten Frei

    OMG.
    Und dann beschwert man sich, dass die Mieten steigen oder es zu wenige Wohnungen gibt. Bei solchen bürokratischen Schickanen ist es kein Wunder.
    All die Kosten, die damit verbunden sind, werden auf die Mieter umgelegt.
    Manoman.

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  2. Nutzerbild Christian

    Ich muss ein Mietshaus nachrüsten. Die Nebenkosten steigen pro Monat um 30€. Da machen die 10€ im Jahr die ich von Co2 Preis nicht wirklich was aus.
    Nur weil ich meinen Verbrauch jetzt monatlich kenne, wird keiner in einer kalten Wohnung sitzen.
    Der Staat ist einfach nicht an bezahlbaren Mieten interessiert. Die Steuereinnahmen sind einfach zu wichtig. Also hoch mit dem Kosten, spielt Steuern in die Kasse

    Antwort

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