Lebensgefährlicher Leichtsinn: Polizei warnt Autofahrer vor bösem Fehler

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Schnell die Liebsten vom Flughafen abholen, doch dann der Geistesblitz: Das Parken am Flughafen ist doch viel zu teuer! Wer jetzt auf die Idee kommt, den Seitenstreifen auf der Autobahn für's Anhalten zu nutzen, begeht einen bösen Fehler.
Polizeiwagen mit Blaulicht
Wer auf dem Weg zum Flughafen ist, sollte einen bestimmten Fehler lieber nicht machen.Bildquelle: Jonas Augustin / Unsplash

Wer mit dem Auto über die A44 zum Flughafen Düsseldorf fährt, wird die Situation vielleicht kennen: Direkt an der Ausfahrt zum Airport parken plötzlich Fahrzeuge auf dem Seitenstreifen – mit häufig eingeschalteter Warnblinkanlage, aber ohne tatsächlich erkennbaren Grund. Und das nur, um ein paar Euro zu sparen, berichtet der WDR.

Seitenstreifen auf der Autobahn ist kein Parkplatz

Denn das Halten auf dem Seitenstreifen dient in aller Regel allein einem Zweck: die Parkgebühren am Flughafen Düsseldorf sparen. Viele Autofahrer nutzen nämlich die Gelegenheit, in oder kurz vor der Autobahnausfahrt zu stoppen, um dort auf ein telefonisches Signal von ankommenden Flugpassagieren zu warten. Erst wenn das kommt, verlassen sie den Standstreifen, um Freunde, Bekannte oder Familienangehörige am Terminal des Flughafens einzusammeln. Auch der Autor dieses Artikels konnte in den Herbstferien dieses Jahres entsprechende Beobachtungen auf der A44 am Flughafen Düsseldorf machen.

Kim Freigang von der Polizei Düsseldorf findet gegenüber dem WDR deutliche Worte für das rücksichtslose Verhalten einiger Autofahrer: „Da zu parken ist lebensgefährlich!“ Denn wegen der auf der Autobahn üblicherweise hohen Geschwindigkeit durch Pkw und Lkw, sei das Parken auf dem Seitenstreifen mit einem hohen Risiko verbunden. Vor allem bei widrigen Witterungs- oder Lichtverhältnissen reiche ein unachtsamer Moment von anderen Verkehrsteilnehmern aus, und schon komme es zu einem Unfall mit möglicherweise bösen Folgen.

Ohnehin ist die Nutzung des Standstreifens auf der Autobahn nur im absoluten Notfall erlaubt. Zwar sieht der Bußgeldkatalog kein explizites Verwarntgeld für das Halten auf dem rechten Seitenstreifen vor, verboten ist das Halten in einer Autobahnausfahrt neben der eigentlichen Fahrspur aber dennoch. Laut eines Berichts der „Westdeutschen Zeitung“ aus dem Jahr 2019 werden 70 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg fällig, wenn man erwischt wird.

Dass es in Zukunft verstärkt zu Kontrollen kommen wird, möchte Polizeisprecher Freigang nicht ausschließen. Er schränkt aber auch ein, dass auch für die Kolleginnen und Kollegen vor Ort kein sicherer Arbeitsplatz vorzufinden sei. „Das macht keiner gerne, selbst wenn man entsprechend abgesichert ist.“

Flughafen Düsseldorf sieht sich nicht zuständig

Die Betreiber des Flughafens Düsseldorf sehen sich übrigens nicht zuständig, um das Problem zu lösen. Man biete ausreichend Parkflächen an, um auch Abholern einen sicheren Aufenthalt am Flughafen zu ermöglichen. In einer schriftlichen Stellungnahme, die dem WDR vorliegt, appellieren die Betreiber an alle Autofahrer im Sinne der Verkehrssicherheit die regulären Parkmöglichkeiten des Flughafens zu nutzen. Das sei schließlich für 10 Minuten in der „Kiss & Fly“-Zone sogar kostenlos möglich.

Dann jedoch wird es richtig teuer. Und das ist wohl auch der Grund für das Parken vieler Autofahrer auf der Autobahn. Denn jede zusätzlichen fünf Minuten des Wartens vor dem Terminal lässt sich der Flughafen Düsseldorf mit 5 Euro bezahlen. Die maximal Haltedauer beträgt 30 Minuten. Dafür müssten Autofahrer satte 20 Euro bezahlen. Günstiger ist es den Parkplaz P12 zu nutzen. Denn hier werden pro 15 Minuten nur 2 Euro fällig.

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1 KOMMENTAR

  1. Rolf Amelingmeier

    Das sehe ich auch am Flughafen Köln Bonn immer wieder auf dem Seitenstreifen der Zufahrtsautobahn. Da ist allerdings in dem Bereich die Geschwindigkeit schon auf 50 und später auf 30 limitiert. Aber die Gebühren innerhalb der zahlpflichtigen Zone sind Wahnsinn und veranlassen dieses gefährliche Verhalten. Entweder ist man nach 8 Minuten wieder außerhalb der Schrankenzone oder man zahlt, und zwar deftig.

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