Ausprobiert: Wie der neue Google-Maps-Reiseführer mich ins Gefängnis brachte

5 Minuten
Die klassische Suche in Google Maps dürfte mittlerweile jedem Smartphone-Nutzer bekannt sein. Seit Kurzem gibt es jedoch eine hilfreiche Erweiterung der Karten-App, mit der du nicht nur einfache Ziele findest. Ich hab den neuen Reiseführer ausprobiert.
Ask Maps von Google macht die Karten-App zum Reiseführer
Ask Maps von Google macht die Karten-App zum ReiseführerBildquelle: Holger Eilhard / inside digital

Die Suche in Google Maps, eine der wohl wichtigsten und nützlichsten Funktionen der ganzen App. Egal, ob du nur schnell die Öffnungszeiten eines Rewe-Markts um die Ecke prüfen willst oder dir die Innenansicht eines Hotels für den nächsten Sommerurlaub genauer anschauen möchtest. Oft beginnt genau das mit einer Suche nach dem gewünschten Ort. Google kann sich hier keine Fehler erlauben. Es ist also wichtig, dass diese Suche tadellos die korrekten Ergebnisse liefert, die du als Suchender erwartest. Um jedoch eine neue Art der Suche zu ermöglichen, hat Google in den ersten Regionen „Ask Maps“ gestartet. Dieses Feature ist aktuell komplett separat von der bekannten Suchfunktion. Wir haben die neue Option, die derzeit nur in den USA und Indien verfügbar ist, selbst ausprobiert.

Ask Maps: Googles Karten-App zeigt dir mehr

Die Suche in Google Maps wird bislang für relativ einfache Zwecke genutzt. Du suchst nach „Restaurant“, „Supermarkt“ oder „Tankstelle“; oftmals also einfache und einzelne Begriffe, die dir schnell ein präzises Ziel zeigen sollen. Mit Ask Maps macht Google den nächsten Schritt. Die Funktion verwandelt die App auf Wunsch in einen Reiseführer oder allwissenden Atlas.

Dazu benutzt Google unter anderem die Rezensionen, die Nutzer für alle erdenklichen Orte hinterlassen haben. Außerdem analysiert das Unternehmen auch zum Beispiel Bilder, die bei Google Maps abrufbar sind. Daher kannst du Anfragen wie „Ich suche einen Biergarten in der Nähe, in dem ich draußen sitzen kann, der aber trotzdem gegen möglichen Regen geschützt ist und Heizpilze gegen Kälte hat“ stellen. Googles Künstliche Intelligenz versteht deinen Satz und gibt dir entsprechende Treffer, zum Beispiel basierend auf der beschriebenen Analyse von hochgeladenen Bildern.

Speziell für deutsche Nutzer oder Besucher in Deutschland könnte das Feature in Zukunft aber auch interessant sein, um im Alltag zu helfen. Durch das Ladenschlussgesetz können Sonn- und Feiertage für viele zur Falle werden. „Ask Maps“ kann auch hier helfen, indem du in Google Maps fragst: „Es ist Sonntag in Berlin, ich muss aber ein Ladegerät für mein Handy kaufen und brauche noch Brot und Milch. Wo kann ich diese Dinge heute kaufen? Ich will nicht zum Hauptbahnhof fahren.“ Die Ergebnisse könnten in diesen Fällen Kioske oder Tankstellen mit angebundenen Shops sein.

Google Maps kann durch die natürliche Texteingabe in vollen Sätzen und dem neuen Verständnis deiner Sprache beim Planen von Ausflügen helfen. Hier ist eines der Beispiele, die wir in den USA selbst ausprobiert haben.

Verbesserte Reiseplanung mit Google Maps

Für die Anfragen bei Ask Maps in Google Maps kannst du normalen Fließtext in normaler Sprache verwenden
Für die Anfragen bei Ask Maps in Google Maps kannst du normalen Fließtext in normaler Sprache verwenden Image source: Holger Eilhard / inside digital

Am folgenden Beispiel zeigen wir dir, wie du mit Ask Maps, der wie ein Chatbot funktioniert, eine einfache Reiseplanung starten kannst. Das Ziel des Ausflugs ist eine Fahrt mit dem Auto nach San Francisco, um dort die Fähre für einen Besuch von Alcatraz zu bekommen. Das beinhaltet das Auftanken und den Wunsch, einen Kaffee zu holen, bevor wir einen Parkplatz in der Nähe von Pier 33 suchen.

Die Anfrage bei Ask Maps lautete also: „Ich will am Wochenende nach San Francisco fahren, sodass ich um 10 Uhr am Pier für die Alcatraz-Fähre bin. Ich muss aber vorher noch tanken und will mir einen Kaffee holen. Wann muss ich losfahren?“ Google Maps unterteilt diese Anfrage in mehrere separate Punkte. Es erkennt zunächst die gewünschte Ankunftszeit und errechnet basierend auf der Angabe, dass es sich ums Wochenende handelt, die passende Abfahrtszeit.

Ask Maps gibt dir nützliche Informationen zu deiner Reise
Ask Maps gibt dir nützliche Informationen zu deiner Reise Image source: Holger Eilhard / inside digital

Diese Zeit beinhaltet nicht nur die eigentliche Fahrtzeit, sondern auch einen Puffer fürs Tanken, den Kaffee und die Parkplatzsuche. Für die Tankstelle hat Ask Maps eine günstige Alternative direkt am Highway ausgewählt, und auch der Kaffee ist nicht weit davon entfernt. Last but not least erkennt Google Maps automatisch, dass dein Ziel Pier 33 ist. Hier warnt die App aber davor, dass du dir einen Parkplatz in der Nähe suchen musst. Direkt am Pier gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Chatbot hilft bei deiner Suche

Das ist aber kein Problem, denn wie von anderen Chatbots bekannt, kannst du einfach fragen: „Wo kann ich am besten parken?“ Das Ergebnis sind einige Möglichkeiten in unmittelbarer Nähe inklusive der zu erwartenden Kosten. Auch hier warnt dich Google Maps aktiv vor einem wichtigen Punkt: Lass keine Wertsachen in deinem Auto, wenn du parkst. Das ist speziell in San Francisco wichtig.

Im letzten Schritt versuchten wir, all diese Punkte im Kalender zu speichern. Ask Maps hat aber keinen Zugriff auf diesen. Immerhin gibt dir Google Maps aber eine kurze Übersicht des Zeitplans.

Ask Maps funktioniert wie viele bekannte Chatbots
Ask Maps funktioniert wie viele bekannte Chatbots Image source: Holger Eilhard / inside digital

Ask Maps versteht und antwortet schon heute auf Deutsch

Wie du vielleicht anhand der Bildschirmfotos schon bemerkt hast, versteht Google Maps die Anfragen bereits in deutscher Sprache und antwortet entsprechend. Es liegt also nicht an der Sprache, dass Ask Maps aktuell nur in zwei Ländern verfügbar ist. Insgesamt kann das Feature viele interessante Details für dich herausfinden.

Dank der Suche mithilfe des Chatbots, den du mit einfachen und vollständigen Sätzen füttern kannst, wird die Planung von Ausflügen kinderleicht. Google Maps versteht dabei selbst obskure Anfragen, wie zum Beispiel „Wo würde sich James Bond in San Francisco mit einem Informanten treffen?“. Das Ergebnis sind unter anderem elegante Hotel-Bars, der Tonga Room mit seinem künstlichen Tropenregen oder ein verstecktes Speakeasy unter der Market Street. Die Ergebnisse zeigen, dass du Ask Maps mit sehr präzisen Wünschen beauftragen kannst.

Ask Maps ist aktuell nur in den USA und Indien verfügbar. Das Feature existiert sowohl in der iOS- als auch in der Android-App. Du kannst es aber auch im Browser auf deinem Mac oder PC nutzen.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein